Große Straße: Polizei greift jetzt gegen Raser ein

Blumen und Kerzen säumen die Stelle, wo die 18-jährige Skaterin von einem 27-jährigen Autofahrer überfahren wurde. (Foto: bayernpress)

Auf der gesamten Fahrbahn gilt Tempo 30

NÜRNBERG (pm/nf) - Mit mehreren Sofortmaßnahmen will die Stadt Nürnberg an der Großen Straße künftig verantwortungslose Raserei verhindern. Dazu gehört unter anderem, dass auf der gesamten Fahrbahn grundsätzlich Tempo 30 gilt und ein Teil der Großen Straße für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt wird.

Dies erklärte Bürgergermeister Christian Vogel kürzlich. Erste Maßnahmen wurden bereits umgesetzt. Am Mittwochabend, 11. Juni 2014, hatte ein 27-jähriger Raser auf der Großen Straße in Höhe des Fußgängerüberwegs am Alfred-Hensel-Weg mit stark überhöhter Geschwindigkeit eine 18-jährige Inline-Skaterin auf der Straße erfasst. Der Aufprall war so heftig, dass sie sofort tot war. „Es war ein ganz schlimmes Ereignis, nach dem man nicht zur Tagesordnung übergehen kann. Unser großes Mitgefühl gehört den Angehörigen des Opfers“, sagte Bürgermeister Christian Vogel.
Er hat bereits am Tag nach dem Unglück erstmals mit Fachleuten erörtert, wie künftig solche Taten vereitelt werden können. Nach weiteren Gesprächen, unter anderem mit der Polizei und den Rettungsdiensten, sowie Terminen vor Ort wurden folgende Entscheidungen getroffen:
1. Die Geschwindigkeit auf der Großen Straße wird generell auf Tempo 30 begrenzt. Ab Freitag werden 15 Schilder entlang der Großen Straße zunächst provisorisch aufgestellt, die auf das Tempolimit hinweisen. Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) ist beauftragt, so schnell wie möglich die Schilder mit festen Fundamenten dauerhaft zu installieren.
2. Die Große Straße wird auf dem etwa 400 Meter langen Abschnitt zwischen der Einmündung Alfred-Hensel-Weg und dem Volksfestplatz nicht mehr zu befahren sein. Die Absperrung wird mit Baken zunächst auch provisorisch erfolgen. Sör wird aber nach dieser Erstmaßnahme eine feste Schranke errichten. Die bewegliche Sperre wird künftig geöffnet, wenn auch der nördlich anschließende Abschnitt der Großen Straße bei Großveranstaltungen (zum Beispiel bei Volksfesten, großen Messen und Spielen des 1. FCN) als Parkraum benötigt wird.
3. Die Boden-Markierung am Fußgängerüberweg Alfred-Hensel-Weg wird erneuert.
4. Die Beschilderungen für den Kraftfahrzeugverkehr vor den Übergängen mit dem Hinweis auf querende Fußgänger werden verbessert.
Darüber hinaus hat die Polizei bereits zugesichert, die Verkehrsüberwachung auf der Großen Straße zu verstärken. „Wir sind uns bewusst, dass wir mit unseren Maßnahmen keine absolute Sicherheit herstellen können. Eine solche kriminelle Irrsinnsfahrt wie am Mittwoch wird man nie ausschließen können“, erklärte Vogel. Aber mit der Sperrung des nördlichen Abschnitts der Großen Straße werde die Strecke für Raser deutlich begrenzt.
Der 27-jährige Unfallverursacher ist nach den polizeilichen Ermittlungen als Einzeltäter einzustufen. Er war mit einem nicht zugelassenen Fahrzeug unterwegs. Wegen einschlägiger Straftaten wurde er bereits zu 13 Monaten Haft verurteilt.
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