Hier trägt Christkind Rebecca zum ersten Mal die goldene Robe und Krone!

Das Christkind für 2017/2018 Rebecca Ammon bei der Anprobe des Christkind-Ornats. (Foto: Christine Dierenbach / Stadt Nürnberg)

NÜRNBERG (nf) -  Das neue Nürnberger Christkind Rebecca Ammon hat jetzt zum ersten Mal die goldglänzende Christkind-Robe getragen und vor allem sich selbst als ,,echtes" Christkind" gesehen. Für die 17-Jährige geht es also in die Zielgerade, denn am 1. Dezember bekommt auch die Öffentlichkeit Rebecca so zu Gesicht: bei der Eröffnung des Christkindlesmarkts um 17.30 Uhr auf dem Hauptmarkt.

Zu den Aufgaben dieses besonderen Ehrenamts gehören für Rebecca in den Jahren 2017 und 2018 neben der Eröffnung des Markts, auf dem das Christkindregelmäßig anzutreffen ist, zahlreiche Besuche sozialer und karitativer Einrichtungen in der Region.

Und wie jedes Jahr werden Tausende auf dem Hauptmarkt gespannt dem Prolog des Christkinds, mit dem es „seinen“ Markt eröffnet lauschen. Die Eröffnungszeremonie ist seit Jahrzehnten nahezu gleichgeblieben, der Text des Prologs hingegen wurde in den 1950er und 1960er Jahren mehrfach verändert. Der Prolog — geschrieben vom Dramaturgen Friedrich Bröger, einem Sohn des Nürnberger Dichters Karl Bröger — nimmt Bezug auf die Situation 1948, als es erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder einen Christkindlesmarkt in Nürnberg gab.

Die ersten Zeilen sind fast jedem geläufig. Doch wie geht eigentlich der ganze Text? Könnten Sie ihn auch aufsagen?

„Ihr Herrn und Frau’n, die Ihr einst Kinder wart, Ihr Kleinen, am Beginn der Lebensfahrt, ein jeder, der sich heute freut und morgen wieder plagt: Hört alle zu, was Euch das Christkind sagt!

In jedem Jahr, vier Wochen vor der Zeit, da man den Christbaum schmückt und sich aufs Feiern freut, ersteht auf diesem Platz, der Ahn hat’s schon gekannt, was Ihr hier seht, Christkindlesmarkt genannt.

Dies Städtlein in der Stadt, aus Holz und Tuch gemacht, so flüchtig, wie es scheint, in seiner kurzen Pracht, ist doch von Ewigkeit. Mein Markt bleibt immer jung, solang’ es Nürnberg gibt und die Erinnerung.

Denn alt und jung zugleich ist Nürnbergs Angesicht, das viele Züge trägt. Ihr zählt sie alle nicht! Da ist der edle Platz. Doch ihm sind zugesellt Hochhäuser dieses Tags, Fabriken dieser Welt.

Die neue Stadt im Grün. Und doch bleibt’s alle Zeit, Ihr Herrn und Frau’n: das Nürnberg, das Ihr seid. Am Saum des Jahres steht nun bald der Tag, an dem man selbst sich wünschen und andern schenken mag.

Doch leuchtet der Markt im Licht weit und breit, Schmuck, Kugeln und selige Weihnachtszeit, dann vergesst nicht, Ihr Herrn und Frau’n, und bedenkt, wer alles schon hat, der braucht nichts geschenkt.

Die Kinder der Welt und die armen Leut’, die wissen am besten, was Schenken bedeut’. Ihr Herrn und Frau’n, die Ihr einst Kinder wart, seid es heut’ wieder, freut Euch in ihrer Art. Das Christkind lädt zu seinem Markte ein, und wer da kommt, der soll willkommen sein.“
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