Hochschulausbau: wichtiger Baustein der Standortentwicklung

Gruppenfoto mit Staatssekretär Stefan Müller, Minister Ludwig Spaenle, Minister Joachim Herrmann, IHK-Präsident Dirk von Vopelius, die Präsidenten/innen und Kanzler der Hochschulen, Vertreter der Kommunen und der Regierung von Mittelfranken. (Foto: Kurt Fuchs/IHK)
 
IHK-HGF Markus Lötzsch, Staatssekretär Stefan Müller, IHK-Präsident Dirk von Vopelius, Minister Dr. Ludwig Spaenle, Minister Joachim Herrmann (v.l.). (Foto: Kurt Fuchs/IHK)
Hochschulkonferenz der igh

NÜRNBERG/REGION (pm/nf) - Über aktuelle Projekte des Hochschulausbaus in Mittelfranken diskutierte heute die „Interessengemeinschaft Hochschulen Region Nürnberg“ (igh) mit Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Bayerns Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle und Innenminister Joachim Herrmann. Der igh, die von der IHK Nürnberg für Mittelfranken koordiniert wird, gehören die acht Hochschulen in Mittelfranken sowie Vertreter aus Wirtschaft und Politik an.


„Mittelfranken gehört mit den Städten Nürnberg, Fürth und Erlangen zu den leistungsfähigsten Regionen bei Bildung, Forschung und Innovation in Deutschland. Dies belegen neben innovativen Unternehmen insbesondere exzellente Wissenschaftseinrichtungen wie die FAU, die Technische Hochschule Nürnberg oder der Spitzencluster 'Medical Valley'“, sagte Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssek- retär im Bundesministerium für Bildung Forschung. „Diese Exzellenzorientierung ist die erste Quelle des großen Erfolgs der Region bei Forschung und Innovation. Die igh hilft entscheidend mit, die Rahmenbedingen immer weiter zu verbessern.“

Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle: „Der Freistaat Bayern baut seit Jahren zielgerichtet seine Hochschullandschaft aus. Dabei lässt sich die Staatsregierung einerseits von an den Anforderungen der Wissenschaften leiten, andererseits ist Hochschulpolitik Strukturpolitik. Leitentscheidungen werden im Dialog mit Verantwortungsträgern aus den Hochschulen und den Regionen getroffen und überregional abgestimmt. In Mittelfranken wird deutlich, wie intensiv der Freistaat in den Hochschulausbau investiert. Die Hochschullandschaft in Mittelfranken ist stark ausdifferenziert, in der Region fest verankert sowie national und international konkurrenzfähig. Es gibt hier neben der Universität Erlangen-Nürnberg die Technische Hochschule Nürnberg sowie die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Ansbach und in Triesdorf. Hochschulangebote setzt Bayern ebenso in Feuchtwangen und Weißenburg. Dazu kommen mit der Akademie der bildenden Künste und der Musikhochschule in Nürnberg zwei staatliche Kunsthochschulen.“

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sagte, die Zahl der Studierenden in Bayern sei auf einem neuen Rekordniveau angelangt. So seien im Wintersemester 2015/2016 mehr als 376.000 Studentinnen und Studenten an den Hochschulen in Bayern eingeschrieben gewesen – rund 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die mittelfränkischen staatlichen Hochschulen erfreuten sich ungebrochener Beliebtheit. Herrmann: ,,Das kommt nicht von ungefähr, weil der Freistaat in Mittelfranken kräftig in Baumaßnahmen an Hochschulen investiert. So haben wir im Zeitraum von 2014 bis Ende 2016 insgesamt rund 350 Millionen ausgegeben." Zudem sollen bis zum Jahr 2018 rund 199 Millionen Euro aus der sogenannten Nordbayern-Initiative des Freistaats in mittelfränkische Hochschulstandorte fließen. Herrmann: ,,Dem Freistaat sind seine Universitäten und Hochschulen lieb und teuer. Mit unseren Investitionen stärken wir Bayern als Wissenschafts- und Forschungsstandort und machen ihn noch attraktiver."

IHK-Präsident Dirk von Vopelius, der auch Vorsitzender der igh ist, bezeichnete den Ausbau der Hochschulen und Forschungseinrichtungen als wesentlichen Baustein der Standortsicherung. Exemplarisch nannte er zwei Projekte: Nachhaltig gesichert werden müssten die Aktivitäten des Energie Campus Nürnberg (EnCN), in dem sechs Forschungseinrichtungen der Region gemeinsam und fächerübergreifend an Energietechnologien der Zukunft arbeiten. In der aktuellen zweiten Förderperiode gelte es, die Finanzierung der EnCN-Professuren, der wissenschaftlichen Mitarbeiter sowie der Miet- und Nebenkosten dauerhaft zu gewährleisten.

Auch die Arbeit des Nuremberg Campus of Technology (NCT), das „Auf AEG“ angesiedelt ist, gelte es nachhaltig zu sichern. Im NCT arbeiten Wissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg und der Technischen Hochschule Nürnberg an Technologien für die Stadt der Zukunft (intelligente Lösungen für Energie, Mobilität, Sicherheit usw.). Es wurden zwar bereits Professorenstellen besetzt, Arbeitsgruppen eingerichtet und Räume am Standort angemietet, doch verzögert sich der Aufbau der Laborflächen. Grund sind die stockenden Verhandlungen über den Kauf der für die Wissenschaft benötigten Flächen durch den Freistaat Bayern. Hier sei eine schnelle Entscheidung nötig. Zudem müsste der Stellenplan für das technische und das Verwaltungspersonal aufgestellt werden, so von Vopelius.

Die igh-Mitglieder nannten bei der Hochschulkonferenz, die in der IHK Akademie Mittelfranken stattfand, weiterhin folgende vordringliche Projekte des Hochschulausbaus in der Region:

Universität Erlangen-Nürnberg
 Neubau Chemikum, zweiter Bauabschnitt
 Aufbau eines hochschulinternen Rechnernetzes, vierter Bauabschnitt
 Generalsanierung Werkstoffwissenschaften bzw. Neubau
 Neubau des Forschungsbaus Erlangen Centre for Astroparticle Physics (ECAP)
 Umbau und Sanierung „Himbeerpalast“ sowie Erweiterungsbau und Hörsaalzentrum für die Philosophische Fakultät und den Fachbereich Theologie
 Generalsanierung Kollegienhaus
Technische Hochschule Nürnberg
 Zentrum für Medien, Kommunikation und IT

Hochschule Ansbach
 Technikum Ansbach
 Forschungs- und Applikationszentrum für den Mittelstand
 Einrichtung eines interdisziplinären Kompetenzzentrums
 Forschungs- und Lernfabrik Industrie 4.0
 Medienkompetenzzentrum
 Verwaltungsgebäude mit Hörsaal und Errichtung eines Parkhauses

Hochschule für Musik Nürnberg
 Beschaffung und Einbau einer Orgel in das generalsanierte Gebäude der Hochschule für Musik Nürnberg

Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
 Errichtung eines Ausweichgebäudes auf dem Campus während der Sanierung der alten Gebäude
 Erweiterung und bauliche Ergänzung der Studienwerkstätte für Metall- und Schweißtechnik

Hochschule Weihenstephan – Triesdorf
 Errichtung eines „Forschungsinstituts für Hauswirtschaft“
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