Huml überreicht Bundes-Verdienstorden an sechs Bürgerinnen und Bürger aus Franken

Bundes-Verdienstorden für Dr. Jürgen Binder, Erlangen, aus den Händen der Bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml. (Foto: Bay. Staatsministerium f. Gesundheit u. Pflege/W. Traßl)
Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin: Dank für großes gesellschaftliches Engagement

REGION (pm/nf) - Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat im Auftrag des Bundespräsidenten sechs Bürgerinnen und Bürgern aus Franken das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Die Ministerin betonte: ,,Die Ausgezeichneten sind aufgrund ihres großen gesellschaftlichen Engagements Vorbilder! Ich wünsche mir mehr Menschen, die anpacken anstatt zu klagen und für das einstehen, wovon sie überzeugt sind."


Mit dem Verdienstorden wurden ausgezeichnet: Dr. Jürgen Binder aus Erlangen, Dr. Walter Otto aus Bamberg, Gerhard Grötsch aus Heinersreuth (Lkr. Bayreuth), Helga Knirsch aus Rödental (Lkr. Coburg), Lydia Köstner aus Lichtenfels und Dr. Laura Krainz-Leupoldt aus Weißenstadt (Lkr. Wunsiedel).

Die Ministerin unterstrich: ,,Dr. Jürgen Binder und Dr. Walter Otto haben sich sehr viele Jahre lang mit überaus großem Engagement für den Stand der Hausärzte und deren Patienten engagiert, waren beide viele Jahre auch als Lehrbeauftragte für das Fach Allgemeinmedizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) tätig. Gemeinsam haben sie 1995 den Verein 'Hausärzte Erlangen und Umgebung' gegründet, um die hausärztliche Tätigkeit sowie die allgemeinmedizinische, ambulante Versorgung der Bevölkerung zu verbessern."
Die Ministerin fügte hinzu: ,,Herausragenden Einsatz hat Dr. Jürgen Binder vor allem bei der Errichtung eines Lehrstuhls für das Fach Allgemeinmedizin an der FAU bewiesen. Er engagiert sich aktuell für die hausärztliche Lehrpraxis der Universität. Mit viel Geduld und Erfahrung gewährt er Studenten Einblicke in das Berufsleben eines niedergelassenen Hausarztes. Er ist zudem Mitbegründer des Hausärztekollegs Erlangen und der Ärztlichen Notfallpraxis Erlangen, die die erste ihrer Art war. Sein Ziel ist, die allgemeinmedizinische ambulante Versorgung im Raum Erlangen zu verbessern und weitere Kollegen zu begeistern, sich ebenfalls ehrenamtlich für die Bevölkerung zu engagieren. So ist er auch für den Bayerischen Hausärzteverband und für die Bayerische Landesärztekammer als Delegierter Erlangens sowie als Mitglied der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern mit sehr viel Eifer im Einsatz. Besonders liegen ihm die Städtepartnerschaften auf dem Gebiet der medizinischen Versorgung am Herzen - wie die zur russischen Stadt Wladimir"

Huml betonte ferner: ,,Dr. Walter Otto hat früh erkannt, dass das ehrenamtliche Engagement kompetenter Mediziner ein unverzichtbarer Bestandteil des Gesundheitswesens ist. Über 20 Jahre lang hat der Gedanke, etwas verbessern zu können, sein Handeln bestimmt. Seit 1988 ist er Vorstandsmitglied des 'Ärztlichen Kreisverbandes Erlangen'. Von 2005 bis 2015 war er sogar 1. Vorsitzender und Geschäftsführer des Verbandes."

Gerhard Grötsch engagiert sich seit 37 Jahren für psychisch kranke Menschen und für Strafgefangene. Die Ministerin unterstrich in ihrer Laudatio: ,,Gerhard Grötsch arbeitet seit 1979 im Verein 'KONTAKT – Vereinigung für psychosoziale Hilfen e.V.' in Bayreuth, dessen Schatzmeister er seit mittlerweile 23 Jahren ist, und betreut mit großer Leidenschaft und Empathie psychisch Kranke und Strafgefangene. Er gibt mit seinem Tun Menschen, die sonst oft keine Lobby haben, eine echte Zukunftsperspektive. Gerhard Grötsch ist zudem für die höchst solide Finanzsituation des Vereins verantwortlich. Zahlreiche Modellprojekte von KONTAKT sind untrennbar mit seinem Namen verbunden, etwa die Eheseminare in der Justizvollzugsanstalt St. Georgen-Bayreuth, der 'Arbeitsbeschaffungsverein für psychisch Kranke' und die Wohngruppe für Borderline-Patienten. Seit 1987 ist er zudem Mitglied des Anstaltsbeirats der Justizvollzugsanstalt St. Georgen-Bayreuth."

Huml weiter: ,,Helga Knirsch setzt sich seit mehr als zwei Jahrzehnten mit großer Fürsorge und Mitmenschlichkeit für Mitbürgerinnen und Mitbürger in schwierigen Lebenssituationen ein. Sie ist Gründerin der Selbsthilfegruppe Tinnitus und der Selbsthilfegruppe 'Verwaiste Eltern Coburg'. Aus eigenen Schicksalsschlägen hat sie immer die Kraft geschöpft, um anderen zu helfen, denen Ähnliches widerfahren ist. Sie begleitet verwaiste Eltern einfühlsam durch die schwere erste Zeit, versucht, Leid zu lindern und neue Hoffnung zu vermitteln. Es ist ihr Verdienst, dass für Totgeburten eine würdige Verabschiedung und Beerdigung auf dem Friedhof Coburg stattfinden kann. Zudem entstanden auf ihre Initiative hin in Coburg zwei 'Regenbogenwälder', in denen Eltern für ihre toten Kinder einen Baum pflanzen können. Und: Sie engagiert sich seit 1996 als Hospizbegleiterin im Hospizverein Coburg."

Lydia Köstner wurde für ihre aufopferungsvolle Pflege ihrer körperlich und geistig schwerstbehinderten Tochter ausgezeichnet. Huml unterstrich: ,,Lydia Köstner ist ein großartiges Beispiel für Fürsorge und bedingungslose Bejahung der Familie. Bereitwillig hat sie das Schicksal ihrer Tochter als ihre Lebensaufgabe angenommen. Aufopfernd und voller Liebe ist sie Tag und Nacht für sie da und ermöglicht ihr damit den Verbleib in der vertrauten häuslichen Umgebung. Das ist eine Aufgabe, die mit vielen Entbehrungen verbunden ist. Eigene Interessen sind seit langer Zeit in den Hintergrund gerückt. Ein Außenstehender kann nur schwer nachvollziehen, welche Einsatzbereitschaft sie immer wieder aufs Neue aufbringt."

Dr. Laura Krainz-Leupoldt führt zusammen mit ihrem Mann die ,,PEMA Vollkorn-Spezialitäten Heinrich Leupoldt KG". Die Ministerin betonte das wirtschaftliche und kulturelle Engagement: ,,PEMA exportiert Vollkornbrot in hoher Qualität in mittlerweile 80 Länder – vom unternehmerischen Erfolg profitieren auch Vertragslandwirte aus der Region, dank einer Abnahmegewähr und einer Mindestpreisgrenze. Nicht nur das unternehmerische, sondern auch das ehrenamtliche Engagement ist beeindruckend: Laura Krainz-Leupoldt ist mit PEMA Vollkorn-Spezialitäten Heinrich Leupoldt KG seit 20 Jahren und somit seit Bestehen des Vereins Oberfranken Offensiv Mitglied in der oberfränkischen Entwicklungsagentur Oberfranken Offensiv und seitdem aktives Mitglied im Beirat. Ihre Ideen für die Entwicklung der Region sind kreativ und lösungsorientiert. Diese Frau stellt einen echten Gewinn für Oberfranken dar! Denn Laura Krainz-Leupoldt redet nicht nur, sondern sie packt auch an und gestaltet selbst. Zu nennen ist hier 'Das kleine Museum – Kultur auf der Peunt', in das sie zweimal im Jahr in wechselnden Ausstellungen Künstler von Weltruf holt. Seit 2014 findet man in der Goethestraße in Weißenstadt das 'ROGG-IN – ein pädagogisch poetisches Informationszentrum für Roggenkultur', das Laura Krainz-Leupoldt ins Leben gerufen hat und das unverkennbar ihre ästhetische Handschrift trägt. Zudem nimmt Frau Krainz-Leupoldt mittlerweile seit 2007 ehrenamtliche Aufgaben und Funktionen in der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken wahr. Erstmals in der 170-jährigen Geschichte der IHK Oberfranken wurde mit ihr 2013 eine Frau zur Vizepräsidentin gewählt. In alle Gremien bringt sie stets neue Ideen zur Weiterentwicklung der oberfränkischen Wirtschaft ein. Daneben hat sie die 'Laura-Krainz-Leupoldt-Stiftung' gegründet, die die Kultur und Völkerverständigung voranbringen soll, ist eine der ersten Botschafterinnen Oberfrankens, Gründungsvorsitzende des 'Coburger Designforums Oberfranken' und Gründungspräsidentin des 'Soroptimist International Clubs Bayreuth'. Kurz gesagt: Was sie leistet, ist herausragend."
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