Im Portrait: Engagierter Fürther für den Deutschen Alterspreis nominiert

Der Fürther Thomas Henrich wurde für sein ungewöhnliches Engagement von der Robert Bosch Stiftung für den Deutschen Alterspreis nominiert. (Foto: Privat/Henrich)
 
Mit dem Deutschen Alterspreis zeichnet die Robert Bosch Stiftung seit 2012 überzeugende Initiativen aus, die das Alter als attraktive und aktive Lebensphase zeigen. Nominiert ist auch Thomas Henrich aus Fürth. (Foto: Traube47/Robert Bosch Stiftung)
NÜRNBERG/FÜRTH (th/nf) - Anfang Oktober hat eine hochrangige Jury im Auftrag der Robert Bosch Stiftung sechs Initiativen für den mit insgesamt 120.000 Euro dotierten Deutschen Alterspreis 2015 nominiert. Gesucht wurden gute Ideen, die zeigen, wie das Stadtleben altersfreundlicher werden kann oder wie Senioren ihre Stadt engagiert und kreativ mitgestalten können. Bundesweit haben sich 244 Initiativen beworben.

Die Preisträger werden am 24. November bei einer Veranstaltung mit Familienministerin und Schirmherrin Manuela Schwesig in der Berliner Repräsentanz der Robert Bosch Stiftung bekannt gegeben. Mit dem Deutschen Alterspreis zeichnet die Robert Bosch Stiftung seit 2012 überzeugende Initiativen aus, die das Alter als attraktive und aktive Lebensphase zeigen. Überzeugt hat auch der Fürther Thomas Henrich, der für sein ungewöhnliches Engagement
von der Jury für den Preis nominiert wurde.

Hier ein Portrait:

Im November sind es 10 Jahre, dass Thomas Henrich in den Ruhestand ging, oder besser, in seinen dritten Lebensabschnitt startete. Denn mit Ruhestand hatte dieser Start wenig zu tun. ,,Freitag war meine Verabschiedung bei Quelle und am Montag 8 Uhr morgens egte ich mit meinem ersten Engagement in einem Kindergarten in Nürnberger-Zabo los", erinnert er sich. Nach acht Monaten hatte die Kita ein Qualitätsmanagement-System und Henrich suchte sich den nächsten Einsatzort. Diesmal ging es zum Zentrum Aktiver Bürger nach Langwasser, wo Hilfe bei der Öffentlichkeitsarbeit benötigt wurde.

Thomas Henrich beschreibt sein Engagement so: ,,Ich habe mich dafür entschieden, in ,meinen' Städten Fürth und Nürnberg aktiv zu sein, nicht eingebunden in eine Gruppe oder Organisation. Davon versprach ich mir Unabhängigkeit und Flexibilität, die es mir erlauben sollten, zielorientiert und effektiv zu arbeiten. Diese Organisationsform hat sich bewährt. Man könnte sie, abgeleitet vom Begriff ICH-AG, mit Augenzwinkern als einen Ich-Verein für soziales Engagement bezeichnen.
Es ist jedenfalls eine Bereicherung und macht Freude, gemeinsam mit immer anderen Menschen unterschiedliche Aufgaben anzugehen und Neues zu schaffen. Es sollen gemeinnützige Projekte sein, die interessant sind und Spaß machen. Dazu ein Schreibtisch, ein PC und um 9 Uhr einen starken Kaffee, damit der Motor bis Mittag läuft. Wenn man dann noch in einem netten Team arbeiten kann, ist das perfekt."

So löste in den nächsten Jahren ein Projekt das andere ab: Mehrgenerationenhaus Schweinau, Freiwilligen Zentrum Fürth, Organisation der 1. Freiwilligenmesse für das Nürnberger Sozialreferat, Fundraising für den Kulturverein rote Bühne in Nürnberg waren nur einige Stationen. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit sind Projekte mit und für Senioren, wie die Entwicklung eines nachbarschaftlichen Besuchsdienstes, der inzwischen erfolgreich vom Freiwilligen Zentrum Fürth betrieben wird, oder die Organisation eines Theaterspiels, das Generationenkonflikte thematisierte.

In den letzten 10 Jahren war er in 20 Projekten an 13 verschiedenen Standorten im Großraum aktiv. Ein Projekt dauert durchschnittlich 7 Monate und mit etwa 90 Einsatzstunden monatlich lässt sich schon etwas bewegen. Steht ein Projekt vor dem Abschluss, sucht er über sein gut funktionierendes Netzwerk von Personen und Einrichtungen eine neue Aufgabe.

,,Vielleicht tragen meine guten Erfahrungen dazu bei, Altersgenossen für ein freiwilliges Engagement zu begeistern", meint der ehemalige leitende Angestellte, ,,denn erfahrene, für Projektaufgaben qualifizierte Ehrenamtliche sind dünn gesät".

Thomas Henrich wird sich weiter engagieren. Solange er geistig und körperlich fit bleibt und es um 9 Uhr einen starken Kaffee gibt...
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