Integration frühzeitig unterstützen

Projektstart in der Dr.-Theo-Schöller Mittelschule mit Schülern und den gespendeten Laptops: Dr. Norbert Kleinjohann, Siemens (l.), Reinhard Paul, Präsident Rotary Club Nürnberg/Neumarkt (4.v.l.), Rektorin Siglinde Schweizer (3.v.r.), Elsa Koller-Knedlik, Berufsdienst Rotary Club Nürnberg/Neumarkt (2.v.r.) und Konrektorin Silvia Schorr (r.). (Foto: Nicole Fuchsbauer)
 
Der Präsident des Rotary Club Nürnberg/Neumarkt Reinhard Paul und Elsa Koller-Knedlik vom Berufsdienst des Rotary Clubs stellten das neue Projekt vor. (Foto: Nicole Fuchsbauer)
NÜRNBERG (nf) - Gestern wurde in der Dr.-Theo-Schöller Mittelschule ein neues Projekt zur frühzeitigen Unterstützung von Flüchtlingskindern und Jugendlichen aller Nationen vorgestellt. Der Rotary Club Nürnberg/Neumarkt und Siemens haben dieses Vorhaben zur Begleitung des Spracherwerbs in einer Übergangsklasse an der Schule möglich gemacht.

Integration gelingt am einfachsten, wenn Sprache und Werte schon im Kindesalter vermittelt werden. Für die berufliche Integration in den deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ist die Sprache ein unverzichtbares Fundament. Wie Rektorin Siglinde Schweizer erklärte, soll die Möglichkeit zum Ausbau der Deutschkenntnisse in der Übergangsklasse im Rahmen einer offenen Ganztagsbetreuung wichtige Hilfestellung geben. Daneben engagieren sich Schülertutoren, die ältere Schüler beispielsweise an die Übernahme von Ehrenämtern heranführen. Mit dem Kontakt zu Schülern außerhalb des eigenen Klassenverbandes wird die Integration in die Schulgemeinschaft intensiviert - dabei soll möglichst die gesamte Familie der Kinder und Jugendlichen eingebunden werden, mit Veranstaltungen wie dem gemeinsamen Kochen, damit sich alle besser kennenlernen.

Damit dieses Vorhaben noch besser gelingt, hat Siemens der Übergangsklasse in der Dr.-Theo-Schöller Mittelschule Laptops plus USB-Sticks für die Schüler gespendet. Diese wurden mit einer speziellen Lernsoftware ausgestattet, die den Kinder ein individuelles Arbeiten ermöglicht.

Statements der Initiatoren:

Reinhard Paul, Präsident des Rotary Clubs Nürnberg/Neumarkt: ,,Rotarier sind ein Dienstclub, der den Schwachen helfen will, die sich nicht selbst helfen können. Man kann mit Integration der jungen Menschen nicht früh genug beginnen. Der Rotary Club Nürnberg/Neumarkt unterstützt ganz generell Schulen bei der Weiterbildung und Förderung von Jugendlichen - gerade im Sprachbereich. Wir unterstützen die Lebenshilfe Schule in Neumarkt, die Herschel Schule in Nürnberg und auch die Dr.-Theo-Schöller Mittelschule. Bei diesem aktuellen Projekt helfen wir mit einer Summe von rund 6.500 Euro, aufgestockt durch die Spenden der Firma Siemens mit den Laptops - wie ich finde, ein ganz herausragendes Zeichen, welches das Unternehmen hier setzt. Wir werden unsere Ressourcen ganz auf dieses Thema konzentrieren und beispielsweise ein Gemeinschaftsprojekt aller rotarischen Clubs in unserem Großraum initiieren, in dem wir das Wichernhaus in Altdorf fördern."

Siglinde Schweizer, Rektorin der Dr.-Theo-Schöller-Mittelschule: ,,Wir haben alle noch die Bilder vor Augen: Flüchtlingsfamilien sitzen in den Gemeinschaftsunterkünften, auf einem Notbett. Die Situation ist so, dass die Kinder in die Schule gehen, Deutsch lernen und nach der Schule sollen sie in der Unterkunft Vokabeln lernen - das ist schwierig. Genau da ist die Idee entsprungen, einen Raum zu kreieren, wo die ganz engagierten Schüler nachmittags unter besseren Bedingungen Deutsch lernen können. Für diese Idee haben wir sofort Unterstützung beim Rotary Club und der Firma Siemens bekommen. Auch ein Patenmodell, das beim Lernen unterstützt, konnte verwirklicht werden. Der nächste Schritt ist, dass wir zusammen mit den Eltern der Schüler kochen wollen. Wichtig ist uns dabei, auf Augenhöhe unsere Wertschätzung für die anderen Länder zum Ausdruck zu bringen. Wir gehen so vor, dass die Eltern Geld bekommen um Lebensmittel einzukaufen. Sie kochen, wir unterstützen. Und beim gemeinsamen Essen lernen wir uns alle besser kennen."

Elsa Koller-Knedlik, Berufsdienst des Rotary Clubs Nürnberg/Neumarkt: ,,Mit gefällt diese Idee sehr gut, weil ich sehe, dass man nicht früh genug anfangen kann zu fördern und zu unterstützen. Und oft fragt man sich bei manchem Schicksal, wäre es vielleicht ein bißchen einfacher gelaufen, wenn man schon frühzeitig begonnen hätte mit der Unterstützung des jungen Menschen beim Start hier in Deutschland oder ins Berufsleben? Genau deshalb engagiere ich mich hier gerne.“
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