Katastrophale Zustände in Syrien

Gebrauchte medizinische Geräte und Hilfsmittel für Syrien dringend gesucht! Alexander Ibach (Sanitätshaus Dobler), Markus Steinel, Walter Häring (beide carisma), Ali Koc (Medina), Michael Groß (Caritas) und Karina Falk (ASB). (Foto: oh/Caritas)
 
Am Ziel: der erste Konvoi erreicht die Menschen in Syrien. (Foto: oh/medina)

Die Menschen brauchen dringend Medizinische Hilfsmittel und Geräte

NÜRNBERG (pm/nf) - Der Nürnberger Verein „Begegnungsstube Medina“ fördert schon seit 1995 den Dialog zwischen Kulturen und Religionen, um ausländer- und islamfeindlichen Tendenzen entgegenzuwirken. Etwa 10.000 Menschen pro Jahr nutzen diese Begegnungsangebote. „Medina“ arbeitet vertrauensvoll auch mit den großen Kirchen zusammen. Jetzt brachten das erzbischöfliche Ordinariat Bamberg und Caritas-Geschäftsführer Michael Groß weitere Wohlfahrtsverbände und Hilfsorganisationen im Nürnberger Land mit dem Verein zusammen. Gemeinsam will man sich für die Menschen im krisengeschüttelten Syrien einsetzen.

Bürgerkrieg und marodierende Söldnerbanden haben die Menschen in Syrien in große Not gestürzt. Dort und in den Grenzgebieten der umliegenden Länder sind 2,5 Millionen Menschen obdachlos und auf der Flucht. 20 Prozent sind Kinder unter 12 Jahren. Sie müssen in Lagern leben oder sich einen Raum mit 10 bis 15 Personen teilen. Besonders in den eingekesselten Städten ist die Not der syrischen Bevölkerung unvorstellbar. Es mangelt an Lebensmitteln, Kleidung, Medikamenten und den einfachsten Dingen. Um der Not irgendwie begegnen zu können, wurde durch religiösen Beschluss („Fatwa“) der ausnahemsweise Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch zugelassen. Das schreckte Ali Koc von „Medina“ auf:

Spontan organisierten er und Vorsitzender Cemalettin Özdemir eine erste Hilfsaktion mit Lebensmitteln für die betroffenen syrischen Regionen. An der Grenze und im Kriegsgebiet zeigte sich neben dem Hunger vor allem der sehr große Bedarf an medizinischen Hilfsgütern in den eingeschlossenen Städten: Dort sind die Krankenhäuser ausgebombt und deshalb fehlt es an Material für die zunehmende Zahl an kriegsversehrten, schwer verletzten Menschen.

Ein Hilfskonvoi im Februar lieferte daher unter teils abenteuerlichen Bedingungen medizinische Geräte an die türkische Südgrenze. Dort wurden die Gerätschaften auf kleinere Lieferwagen umgeladen und in die sogenannte „Pufferzone“ gebracht – nordsyrisches Gebiet, das nicht direkt von Kampfhandlungen betroffen ist. Von da aus gelangen die Hilfsgüter überwiegend nachts und auf Schleichwegen in Kriegsgebiete und umlagerte Siedlungen. Gebrauchte Rollstühle und Krücken oder ausgemusterte Diagnosegeräte haben keinen hohen Sachwert und lassen sich nicht gut in Geld umsetzen. Deshalb steht zu hoffen, dass die Hilfsgüter auf jeden Fall betroffenen Menschen zugute kommen – welcher Partei auch immer diese angehören mögen.

Jetzt sammelt Ali Koc von Medina wieder medizinische Geräte. Er wird dabei besonders von den großen Kirchen, aber auch von den Wohlfahrtsverbänden unterstützt. Über Caritas, ASB, Dr. Tomingas, Dr. Hiller, Dr. Herzog und das Sanitätshaus Dobler kamen bereits etliche Rollstühle, Krankenliegen, EEG- und Ultraschallgeräte, Verbandskästen und manches mehr zusammen. Jetzt hoffen alle auf weitere Unterstützung aus der Bevölkerung, von Ärzten und Institutionen.
Gesucht werden: medizinische Geräte (aller Art), Rollstühle, Krücken, Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, Medikamente, Decken usw. Sobald wieder eine LKW-Ladung voll ist, wird diese nach Syrien geliefert.

Infos: Ali Koc, Sprecher der Begegnungsstube Medina e.V., 0177 57 07 499, en-ko@gmx.de
Michael Groß, Caritas-Geschäftsführer, 09123 96 26 8-0, michael.gross@caritas-nuernberger-land.de

www.caritas-nuernberger-land.de
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