Keine Rekonstruktion, nur Erhalt: Arbeiten am Zeppelinfeld haben begonnen

Auf großräumigen Grünflächen am Nürnberger Stadtrand errichteten die Nationalsozialisten zwischen 1934 und 1939 das Reichsparteitagsgelände mit einer Breite von 1,5 km und einer Länge von 4,5 Kilometern. (Foto: Stadt Nürnberg/Kowatsch)
NÜRNBERG (pm/nf) - Die Stadt Nürnberg will die Bauten auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände, insbesondere am Zeppelinfeld, in ihrem heutigen Zustand erhalten. Je weniger Zeitzeugen über die NS-Zeit berichten können, desto wichtiger werden solche authentischen Lernorte der deutschen Geschichte für die Vermittlung historisch-politischer Bildung.

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, hat der Nürnberger Stadtrat bereits am 19. Mai 2004 Leitlinien zum künftigen Umgang mit den baulichen Relikten der NS-Zeit beschlossen. Danach will die Stadt weder einen Verfall hinnehmen noch strebt sie eine Rekonstruktion an. Stattdessen soll der Status quo bewahrt werden, um auch kommenden Generationen die Chance zur Auseinandersetzung zu ermöglichen. So ist beabsichtigt, die Zeppelinhaupttribüne und das Zeppelinfeld mit seinen Türmen und Wallanlagen soweit zu ertüchtigen, dass diese größten baulichen Zeugnisse der NS-Staats- und Parteiarchitektur gefahrlos zu betreten sind. beginnt die bauliche Instandsetzung zweier Musterflächen an der Zeppelintribüne und an einem Abschnitt an der Wallanlage am Zeppelinfeld. Die Baumaßnahmen haben zwei Hauptziele:

Erstens sollen belastbare Zahlen für eine Instandsetzung der Gesamtanlage am Zeppelinfeld mit Zeppelinhaupttribüne und Wallanlagen ermittelt werden. Bisher liegen nur grobe Kostenprognosen in der Höhe 60 bis 75 Millionen Euro aus dem Jahr 2009 vor.

Zweitens sollen an den Musterflächen mögliche Bauvarianten als Diskussionsgrundlage vor Ort angelegt werden. So kann die optische Wirkung, zum Beispiel von Reparaturen am Naturstein, getestet werden, aber auch festgestellt werden, ob bei der Umsetzung der geplanten Baumaßnahmen Probleme auftreten, die kostenrelevant sind.

Aktuell beginnen die Arbeiten zunächst im Bereich Turm 8 an der Wallanlage des Zeppelinfeldes. Danach folgt der Beginn der Arbeiten an der Haupttribüne. Ab Mai beginnen Abbruch- und Steinmetzarbeiten. Insgesamt dauern die Arbeiten bis zum Spätherbst.
Anschließend werden in Abhängigkeit zum Nutzungskonzept die Kosten für eine Instandsetzung der Gesamtanlage am Zeppelinfeld mit Haupttribüne und Wallanlage hochgerechnet. Das Baureferat plant für Frühjahr 2016 eine entsprechende Kostenaufstellung.

Die Bauarbeiten werden im Zeitraum von Großveranstaltungen (etwa Konzert von „AC/DC“, „Rock im Park“, „Norisringrennen“) unterbrochen.
Für die Instandsetzung der Musterflächen hat der Stadtrat drei Millionen Euro in den Haushalt eingestellt.
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