Konsumklima legt Verschnaufpause ein: Welche Auswirkungen hat die Krim-Krise?

Die Verbraucherstimmung ist zwar noch recht gut, allerdings hat die Sparneigung deutlich zugenommen. (Foto: Fotolia)

Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Deutschland für März 2014

NÜRNBERG (pm/nf) - Die Stimmung der Verbraucher verzeichnet auch im März ein sehr gutes Niveau, zeigt aber keinen eindeutigen Trend. Während Konjunkturerwartung und Anschaffungsneigung zulegen können, muss die Einkommenserwartung Einbußen hinnehmen.

Wie sich die aktuellen Ereignisse auf der Krim auf die Stimmung der Verbraucher auswirken, bleibt abzuwarten. Die bislang letzte Eskalationsstufe mit dem Referendum sowie der Annexion durch Russland geschah erst nach Abschluss der Befragung und konnte somit nicht in die Stimmung mit einfließen.

Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass diese Entwicklung die Konsumenten künftig gerade in der Beurteilung der weiteren Konjunkturaussichten verunsichert. Dies wird umso wahrscheinlicher, wenn sich die Krimkrise auch auf andere Teile der Ukraine ausweiten und der Westen mit härteren Sanktionen reagieren würde. In diesem Falle ist eine Auswirkung auf die Verbraucherstimmung sehr wahrscheinlich.

Im Gegensatz zu den Konsumenten scheinen die Ereignisse auf der Krim bei den Unternehmen schon erste Spuren zu hinterlassen, denn das ifo-Geschäftsklima ist im März nach vier Anstiegen in Folge wieder etwas gesunken.

Die Einkommenserwartung hat im März ihren im Vormonat errungenen Rekordwert nicht ganz behauptet. Der Indikator muss 3 Punkte abgeben und steht nun bei 45,6 Zählern. Damit bleibt die Einkommensstimmung jedoch weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

Dieser anhaltende Optimismus unter den Verbrauchern hat sicherlich einige Berechtigung. Eine stabile Arbeitsmarktsituation mit einer noch leicht steigenden Beschäftigung nähren die Hoffnungen auf stärker steigende tarifliche Einkommen. Diese Hoffnungen spiegeln sich gegenwärtig im Einkommensindikator wieder. In der Tat zeichnet sich ab, dass die Tarifverhandlungen für dieses Jahr insgesamt ein Plus von 3 Prozent oder sogar leicht darüber ergeben können.

Von der guten Lohnentwicklung werden darüber hinaus auch die Rentner profitieren. Nach den aktuell vorliegenden Daten des Statistischen Bundesamtes und der Deutschen Rentenversicherung sollen die gesetzlichen Altersbezüge im Juli dieses Jahres in Westdeutschland um 1,67 und in den neuen Ländern sogar um 2,53 Prozent zunehmen. Unter der Annahme einer erwarteten moderaten Inflationsrate von 1,5 Prozent in 2014 bedeutet dies auch für die Rentner reale Einkommenszuwächse.
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