Kriminalstatistik Mittelfranken: Licht und Schatten

Neujahrsempfang der Stadt Fürth im Januar 2015: Mittelfrankens Polizeipräsident Johann Rast (l.) wünscht Bürgermeister Markus Braun Gesundheit und alles Gute. Freuen kann sich die Stadt Fürth auch über die wenigsten erfassten Kriminalfälle in der aktuellen Statistik der bayerischen Polizei. (Foto: bayernpress)
REGION/NÜRNBERG (nf/ots)- Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2014 verzeichnet für den Regierungsbezirk Mittelfranken 93.682 Straftaten. Dies ist eine Zunahme um 82 Fälle oder 0,1 % gegenüber dem Vorjahr und liegt deutlich unter dem gesamtbayerischen Trend. Die Aufklärungsquote blieb mit 63,9 % (64,2 %) annähernd gleich.von 65,5 %auf 66,4 % gesteigert werden.

Die Zahlen: In Fürth erneut die wenigsten Straftaten

Erfasste Fälle 2014:

Nürnberg: Fälle 46079/Aufklärung 62,3 Prozent
Fürth: Fälle 6309/Aufklärung 67,5
Erlangen: Fälle 6662/Aufklärung 62,7

Besonders hervorzuheben ist, wie Polizeipräsident Johann Rast gestern bei der Veröffentlichung der mittelfränkischen Kriminalstatistik feststellte, dass im Bereich der Körperverletzungsdelikte ein deutlicher Rückgang um 489 (4,2 %) auf 11100 Fälle zu verzeichnen ist. ,,Das ist der tiefste Wert der letzten zehn Jahre. Ein Rückgang konnte dabei sowohl bei den einfachen als auch bei den gefährlichen und schweren Körperverletzungen verzeichnetwerden. Auch im Deliktsfeld der Straßenkriminalität haben wir im zweiten Jahr in Folge einen Rückgang zu verzeichnen. Diesen Delikten kommt eine besondere Bedeutung zu, da sie öffentlichkeitswirksam sind und somit einen direkten Einfluss auf das subjektive Sicherheitsempfinden eines jeden Einzelnen haben."

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfassten Straftaten im Freistaat um 2,5 % auf 650.868 Fälle angestiegen. Diese Zunahme ist vor allem auf zwei Ursachen zurückzuführen: Zum einen sind die Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz wegen des starken Zustroms von Asylbewerbern nach Bayern von 23.852 auf 43.271 Fälle gestiegen. Ohne diese Fälle würde die Straftatenkurve für das letzte Jahr um 0,6 % absinken. Darüber hinaus hat die Bayerische Polizei zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität ihre Kontrolltätigkeit verstärkt und vielfach Schwerpunktaktionen durchgeführt. Dadurch wurden zahlreiche Straftaten aufgedeckt, so im Bereich der Rauschgiftkriminalität.
Erfreulich ist der Anstieg der Aufklärungsquote um 0,3 %-Punkte auf 64,4 %. Damit gelang es, in fast zwei Dritteln aller Fälle einen Tatverdächtigen zu ermitteln.

Mit einer Häufigkeitszahl von 5.164 Straftaten pro 100.000 Einwohnern weist Bayern die niedrigste Kriminalitätsbelastung in ganz Deutschland auf. Sorgen bereiten weiterhin die Wohnungseinbrüche. Hier wurde ein Anstieg um 28,6 % auf 8.210 Delikte registriert. Die Bayerische Polizei setzt mit einer umfassenden Bekämpfungsstrategie alles daran, diese Entwicklung zu stoppen. Außerdem soll mit einer Bundesratsinitiative erreicht werden, dass bei Ermittlungsverfahren wegen Wohnungseinbruchs auch eine Telekommunikationsüberwachung zulässig ist. Aufgrund des massiven Eingriffs in die Privatsphäre der Einbruchsopfer ist der Wohnungseinbruch in seiner Schwere vergleichbar mit den Katalogstraftaten nach § 100 a StPO, bei denen eine Telekommunikationsüberwachung zulässig ist. Eine solche Gesetzesänderung würde die Möglichkeiten der Polizei, die Straftäter zu ermitteln, erheblich verbessern.

Auch die Internetkriminalität beschäftigt die Polizei intensiv. 2014 waren es 21.261 Straftaten, bei denen das Tatmittel Internet eingesetzt wurde. Der Schaden belief sich auf 15 Millionen Euro. Aber nicht nur profitorientierte Täter tummeln sich im Netz. Besorgniserregend ist auch der Anstieg des sexuellen Missbrauchs von Kindern über das Internet. Darunter fällt etwa das sogenannte „Cyber- Grooming“, also Versuche eines Erwachsenen, unter falscher Identität über das Internet zu Kindern Kontakt aufzunehmen, um sie zu sexuellen Handlungen zu bewegen.
 
Die Raubstraftaten haben in Mittelfranken nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2013 nun nochmals um 0,9 % auf 568 (563) Fälle leicht zugenommen. Diese Steigerung wird maßgeblich von der Entwicklung in Nürnberg beeinflusst. In der größten Stadt des Regierungsbezirks ereigneten sich allein 349 Raubstraftaten, das sind nahezu zwei Drittel aller erfassten Fälle. Erbeutet wurden dabei meist Bargeld,
Mobiltelefone, Handtaschen und Rucksäcke. Die Aufklärungsquote konnte von 65,5 % auf 66,4 % gesteigert werden.

Mehr Infos:
 http://www.polizei.bayern.de/mittelfranken/Krimina...
/index.html/37697

 
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