Licht zerstört Tumorgewebe

Oberarzt Dr. Volkmar Wießner (l.) und Chefarzt Dr. Herbert Muschweck. Foto: oh/Klinikum Nürnberg

Klinikum Nürnberg bietet photodynamische Therapie an

NÜRNBERG - Als einziges Krankenhaus in Nordbayern bietet das Klinikum Nürnberg die photodynamische Therapie zur Behandlung des Gallengangskarzinoms an – in der Klinik für Gastroenterologie rückt man diesem nun mit Licht zu Leibe. Mit Hilfe des neuen Verfahrens kann der Tumor zwar nicht geheilt, aber verkleinert werden. Die Patienten profitieren von einer höheren Lebenserwartung und einer besseren Lebensqualität. 

Seit Herbst 2012 kommt das neue Verfahren im Klinikum Nürnberg zum Einsatz. Dr. Herbert Muschweck, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, rechnet mit zehn bis 15 Patienten im Jahr, für die dieses Verfahren in Frage kommt. Die Zielgruppe ist klein, das weiß der Chefarzt. Aber: „Als überregionales Zentrum für Endoskopie in Nordbayern wollen wir den Patienten aus der Region alle therapeutischen Optionen anbieten“, betont er. Bei der photodynamischen Therapie wird ein Großteil der Krebszellen des Gallengangskarzinoms mit Hilfe von Licht zerstört, wofür die Krebszellen zunächst lichtempfindlich gemacht werden müssen. Dem Patienten wird dabei eine lichtaktivierende Substanz in die Blutbahn gespritzt, die Zellen sensibel auf Licht reagieren lässt und sich vor allem in Krebszellen anreichert. Anschließend wird über eine Sonde ein Laser eingeführt, der die lichtempfindlichen Krebszellen zerstört. „Bis zu einen Zentimeter tief kann das Licht des Lasers ins Gewebe eindringen“, berichtet Oberarzt Dr. Volkmar Wießner. Daher kann auch Tumorgewebe zerstört werden, das außerhalb des Gallengangs liegt.

Klinische Studien belegen, dass mit diesem Verfahren nicht nur Krebszellen zerstört werden, sondern auch das weitere Tumorwachstum reduziert sowie eine Immunreaktion ausgelöst wird. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Patienten steigt im Vergleich zur herkömmlichen Therapie, der Erweiterung des Gallengangs durch Röhrchen oder Stents, von bisher sechs auf bis zu 16 Monate – unbehandelt liegt die Lebenserwartung bei etwa drei Monaten. Unter günstigen Umständen kann der Tumor sogar soweit schrumpfen, dass er anschließend operativ entfernt werden kann.



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