Medienfachleute tagten in der Noris

Treffen unter Medienfachleuten: Siegfried Schneider (Präsident der BLM), Helena Mandic (EPRA-Vorstand / Bosnien und Herzegowina), Damir Hajduk (EPRA-Vorstand / Kroatien), Celene Craig (EPRA-Vorsitzende / Irland), Emmanuelle Machet (EPRA-Sekretariat / Straßburg), Monica Arino (EPRA-Vorstand / Großbritannien), Thomas Langheinrich (Präsident LFK Baden-Württemberg), Johanna E. Fell (EPRA-Vorstand / BLM) und Medienunternehmer Gunther Oschmann (v.l.n.r.). Foto: Uwe Müller
 
Bei aller Arbeit gehört ein geselliges Beisammensein dazu: BLM-Präsident Siegfried Schneider begrüßt die EPRA-Mitglieder. Foto: Uwe Müller

NÜRNBERG (mue) - Zu ihrer 42. Tagung fanden sich jüngst auf Einladung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Müller-Medien und LfM Nordrhein-Westfalen insgesant 153 Vertreter der 52 Mitgliedsorganisationen der Europäischen Plattform der Rundfunk-Aufsichtsbehörden (EPRA) in Nürnberg zusammen.


Bei der Tagung handelte es sich um eines der Treffen, welche die EPRA-Mitglieder alle halbe Jahre durchführen, und zwar immer in einem anderen Land. Vorrangige Aufgabe des Netzwerkes ist die Regulierung der Medien. Das bedeutet, dass bei den Zusammenkünften Themen zur Sprache kommen, welche die internationale Medienlandschaft betreffen und gegebenenfalls auch (negativ) beeinflussen.

„Refinanzierung fällt immer schwerer“

Ein Beispiel, so Johanna E. Fell, Assistentin der BLM-Geschäftsleitung und Europareferentin im Gespräch mit dem MarktSpiegel, sei etwa die Tatsache, dass globale Internet-Giganten es heutzutage den lokalen, regionalen sowie nationalen Medien immer schwerer machen, auf dem Markt zu bestehen bzw. überhaupt Fuß zu fassen. Fell: „Facebook & Co. ziehen beispielsweise einen ganz erheblichen Teil der Werbung, die von Unternehmen geschaltet wird, zu sich herüber – und schnüren so den kleineren Medien regelrecht die Luft ab. Durch diese Abwanderung bzw. Verlagerung haben es die jeweils nationalen Medien, die in der Regel von Werbeumsätzen leben, immer schwerer, sich zu refinanzieren. Von fairem Wettbewerb kann da keine Rede mehr sein.“

Mit diesen und weiteren Problemen – etwa Irreführung von Verbrauchern durch Schleichwerbung sowie der Frage des Datenschutzes – beschäftigt sich die EPRA bereits seit 20 Jahren. Die Mitgliedsorganisationen kommen aus Europa sowie aus Israel (insgesamt 46 Länder) und schaffen durch ihre Arbeit eine Plattform für den Meinungs- und Erfahrungsaustausch zwischen Medienregulierern. Gegründet wurde EPRA seinerzeit durch eine „Handvoll“ Mitglieder, die angesichts der immer grenzüberschreitenderen Verbreitung von Rundfunkangeboten eben schon vor zwei Jahrzehnten die Notwendigkeit der Zusammenarbeit erkannten. Speziell die BLM ist seit der zweiten Sitzung aktiv involviert. Und das Anliegen der EPRA wird ernst genommen: Die EU-Kommission, der Europarat, die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle sowie die Beauftragte der OSZE für Medienfreiheit haben permanenten Beobachterstatus und lassen so gewonnene Erkenntnisse und Anregungen in ihre eigene Arbeit einfließen. Die EPRA arbeitet dabei rein informell als Netzwerk für den Austausch zu allen Themen, die für einzelne Mitglieder relevant sind, äußert sich grundsätzlich nicht öffentlich und verabschiedet auch keine allgemeinen Positionen oder Erklärungen. Dies, so betont Johanna E. Fell, gewährleiste den offenen Meinungsaustausch zwischen den Mitgliedern, die aus unterschiedlichen politischen Umfeldern kommen und differenzierte Aufgaben- und Rechtsstellungen haben. Dessen ungeachtet gilt die Plattform insbesondere für die EU-Kommission als wichtige Anlaufstelle im Hinblick auf die frühzeitige Erfassung von Entwicklungen im Medienbereich und genießt als solche in den einschlägigen Gremien der EU ebenfalls Beobachterstatus. Die internen Treffen dienen neben den Sachdiskussionen vor allem auch der Kontaktpflege im persönlichen Gespräch sowie in verschiedenen Arbeitsgruppen, die sich mit unterschiedlichen Themen befassen und unterm Strich dann gemeinsam nach Lösungen suchen.

Zu jeder Tagung gehört natürlich auch ein Rahmenprogramm – das in Nürnberg war bewusst so gestaltet, dass die Gäste möglichst viel über die Noris erfahren und mit positiven Erinnerungen nach Hause fahren konnten. Neben einem Wilkommens-Empfang im Rittersaal der Kaiserburg trug dazu auch ein geselliger Abend in der Lederer-Kulturbrauerei bei.

www.blm.de und www.epra.org
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