Mehr als nur Team Building

Am Social Day der Malteser entwickelten sich gute und lange Gespräche.
Mitarbeiter der Commerzbank erlebten am Malteser Social Day eine „Zeit-Reise“

Nürnberg, 02.10.15. Zum Schluss war nur noch eine Bohne übrig. „Dieser Tag wird mir lange in Erinnerung bleiben und das Erlebte muss sich erst mal setzten!“.

Nachdenklich schaut sich eine Commerzbankmitarbeiterin ihre letzte Kaffeebohne an, den Lohn für einen ereignisreichen Tag. Sie gehört zu einem Team von neun Commerzbankmitarbeitern aus Nürnberg, die am 25. September am bundesweiten Social Day der Malteser teilgenommen hatten und mit ihren Kollegen bei den Nürnberger Maltesern eine Zeitreise der besonderen Art erlebten. Diese Zeitreise gehörte zur Vorbereitung für den geplanten Besuch des Nürnberger Tiergartens. 22 ältere Teilnehmer von Angeboten und Diensten der Malteser, nahmen am Social Day teil und wurden von den Mitarbeitern der Commerzbank betreut. Als kleine Motivation verteilten die Malteser zu Beginn des Tages an jeden Bankmitarbeiter eine Handvoll Kaffeebohnen. „Stecken Sie einfach alle Bohnen in die linke Hosentasche. Und jedes Mal, wenn Sie heute ein besonders schönes oder eindrucksvolles Erlebnis haben, schieben Sie einfach eine Bohne in die rechte Tasche,“ lautete der Arbeitsauftrag.

Doch bevor der Ausflug begann, wurden die Bankmitarbeiter von der Leiterin des Malteser Seniorencafés „Café Malta“, Ingeborg Schiffmann, durch einen Kurzvortrag über die Veränderungen im Alter informiert. Aber auch in der Praxis konnten die Teilnehmer dies erfahren: mit Hilfe eines Alterssimulationsanzuges wurden sie 25-30 Jahre in die Zukunft geschickt. „Alter ist keine Krankheit, aber bringt zum Teil erhebliche Einschränkungen im Alltag mit sich“, erklärte Schiffmann den Teilnehmern, die fast nichts mehr hörten, Sichtfeldeinschränkungen und Probleme mit den einfachsten Tätigkeiten erlebten. Wenn dann auch noch Einschränkungen im Bewegungsapparat hinzukommen, kann die einfachste Tätigkeit wie das Öffnen einer Flasche Wasser zur Herausforderung werden. Für die Bankangestellten war dies eine unerwartete Begegnung mit ihrer eigenen Zukunft. Das besondere Gefühl, im Alltag auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, intensivierte sich noch beim anschließenden Rollstuhl-Training. Hier ging es nicht nur um den sicheren Umgang mit einem Rollstuhl, sondern auch um das Erlebnis gefahren zu werden, oder aus eigener Kraft ein Hindernis wie eine Treppe nicht zu überwinden.

Ziel dieses Trainings war es, den Bankmitarbeitern die Scheu vor dem Umgang mit Senioren, Kranken und Behinderten zu nehmen. Nach der Einweisung war es dann so weit: Die ersten Gäste trafen ein. Jeder Bankmitarbeiter übernahm als Pate Gäste und betreute sie durch den weiteren Tag. Die Commerzbankmitarbeiter teilten das gemeinsame Mittagessen aus, halfen dem einen oder anderen beim Fleisch schneiden und begleiteten die Gäste durch den Tag. Mit einem Stadtbus ging es dann in den Tiergarten.

Auf den Weg von den Tigerbabys bis zum Affenhaus entwickelten sich viele gute Gespräche. Nach der Rückfahrt und Verabschiedung der Gäste kamen die Banker und Malteser zu einer gemeinsamen Feedbackrunde zusammen, um ihre Kaffeebohnen auszuzählen. „Einmal habe ich gleich zwei Bohnen verschoben,“ erklärte eine Teilnehmerin. „Das war als Herr Löhlein (95 Jahre) mir erzählte, dass er lange überlegte, überhaupt bei diesem Ausflug mitzumachen und er es absolut nicht bereue, denn das wäre mit Sicherheit einer der schönsten Tage der letzten fünf Monate gewesen!“

Ein Mitarbeiter der Commerzbank war überrascht, wie viel Arbeit und Vorbereitung in so einer Aktion stecken und wie einfach es dann doch ist, jemand eine große Freude zu bereiten. Sicher waren sich alle Teilnehmer, dass der Malteser Social Day mehr als nur Team Building und eine Sozialaktion für einen guten Zweck war. Für die Senioren und Gäste war es ein Geschenk, für die Bankmitarbeiter eine wertvolle Erfahrung, die weit über den Tag hinaus nachwirkt. So war sich eine Teilnehmerin sicher: „Ich komme nächstes Jahr wieder, und werde jetzt am Samstag beim Einkaufen mich nicht mehr über die Rentner ärgern, die gerade dann einkaufen, wenn die ganzen Berufstätigen kommen. Ich verstehe die jetzt. Dann ist ja endlich mal was los im Geschäft. Und vielleicht gelingt es mir dann sogar auch noch wie heute mit jemanden ins Gespräch zu kommen“.

Mehr als 1.500 Mitarbeiter aus 52 Unternehmen beteiligten sich beim bundesweiten Malteser Social Day für einen guten Zweck. Engagiert waren sie in rund 130 Aktionen für Flüchtlinge, demenziell Erkrankte, Menschen mit Behinderung, Obdachlose oder Kinder- und Jugendliche. Informationen zu den Nürnberger Maltesern finden sich unter www.malteser-nuernberg.de. Ausführliche Berichte und Projektbeschreibungen zum Social Day sind auf der Homepage www.malteser-socialday.de einzusehen.
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