Mehr Verkehr auf Schiene und Wasser

Durch den Hafen am Main-Donau-Kanal und sein Güterverkehrszentrum ist Nürnberg mit den internationalen Wasserstraßen verbunden. (Foto: Stadt Nürnberg/Uli Kowatsch)
Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann bei Abschlussveranstaltung zur Studie ,,bayrolo" in Nürnberg: Engere Zusammenarbeit zwischen Bayern und dem Hafen Rotterdam - Wettbewerbsfähige Alternative zur Straße

NÜRNBERG (pm/nf) - Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann hat sich in Nürnberg für eine weitere Verlagerung von Güterverkehr von der Straße auf Schienen- und Wasserwege ausgesprochen. Bei der Abschlussveranstaltung zur Studie ,,bayrolo", die vergangenes Jahr mit Unterstützung durch das bayerische Innen- und Verkehrsministerium vom Hafen Rotterdam und der bayernhafen-Gruppe gestartet wurde, sagte Herrmann: ,,Die Studie zeigt, dass die Verbindung Bayern – Rotterdam eine wettbewerbsfähige Alternative für bayerische Verlader und Speditionen ist, insbesondere im Kombinierten Langstreckenverkehr auf der Schiene und der Wasserstraße."

Das Studienergebnis helfe, mögliche Hemmnisse festzustellen und Transportabläufe zu optimieren. ,,Bayern und Rotterdam sind dank 'bayrolo' noch ein Stück näher zusammengerückt", lobte der bayerische Verkehrsminister das länderübergreifende Gemeinschaftsprojekt. ,,Mit dem gewonnenen Wissen können künftig noch gezielter marktfähige Angebote im Kombinierten Verkehr geschaffen werden, die den Bedürfnissen der Logistikdienstleiter noch besser entsprechen."

Wie Herrmann erläuterte, ist die intensivere Kooperation zwischen Bayern und dem Rotterdamer Hafen eine ,,win-win-Situation". Für Bayerns Außenhandel sei Rotterdam von hoher strategischer Bedeutung. Der Hafen Rotterdam habe seinerseits großes Interesse an Transporten von und nach Bayern. ,,Bayern ist eines der Länder mit der größten quantitativen und qualitativen Logistikkompetenz, auch weil die Logistik-Branche hier optimale Standortbedingungen vorfindet", erklärte Herrmann. ,,Wir haben ein gut ausgebautes Straßen- und Schienennetz, in München und Nürnberg zwei internationale Flughäfen, 24 bayerische Häfen entlang der Rhein-Main-Donau-Wasserstraße und rund 20 Umschlagplätze für den Kombinierten Verkehr." Regionen wie Augsburg, Nürnberg, Ingolstadt, Regensburg, Straubing, Hof, Mainfranken oder Aschaffenburg hätten damit beste Bedingungen für die Branche. Hinzu kämen eine hohe Dichte von Produktionsunternehmen und die überdurchschnittliche Kaufkraft der Bevölkerung im Freistaat. ,,Das alles bietet große Potenziale für Handelsunternehmen und Logistikdienstleister", fasste Herrmann zusammen.

Die Studie ,,bayrolo" verfolgt laut Herrmann als Ziele, den Anteil der Containertransporte zu steigern, mehr Volumen von der Straße auf die Schiene und Wasserstraße zu verlagern, die Vorteile einer Verkehrsverlagerung bei der verladenden Wirtschaft zu verdeutlichen und eine zusätzliche Seehafen-Alternative anzubieten. "Gerade vor dem Hintergrund des künftig kräftig steigenden Güterverkehrsaufkommens gewinnt die Studie zunehmend an Bedeutung", betonte der Verkehrsminister. Deutschlandweit solle der Güterverkehr laut einer Prognose des Bundesverkehrsministeriums bis 2030 um durchschnittlich 38 Prozent wachsen. Die Bahn soll mit etwa 43 Prozent die größten Zuwächse haben, gefolgt vom Lkw mit einem Plus von 39 Prozent und der Binnenschifffahrt mit 23 Prozent.

Grundlage für ,,bayrolo" waren Experteninterviews bei verschiedenen Akteuren der Transportkette. Sie lieferten unter anderem Erkenntnisse darüber, nach welchen Kriterien bayerische Unternehmen ihre Logistik organisieren. Außerdem wurde ermittelt, welche Erwartungen Verlader an zusätzliche Verbindungen im Kombinierten Verkehr zwischen Bayern und Rotterdam haben. Zusätzlich fanden wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Marktveränderungen im Kombinierten Verkehr Eingang.
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