Melanie Huml setzt sich für ein gesundes Bayern ein

Die Müller Medien-Geschäftsführer Constanze (5.v.r.) und Michael Oschmann (4.v.r.) sowie die Führungskräfte des Unternehmens begrüßen Gesundheitsministerin Melanie Huml und Herman Imhof, Landtagsabgeordneter. Fotos: John R. Braun (Foto: John R. Braun)
 
Auszubildende von Müller Medien, unter der Leitung von Monika Wirsching (r.) begrüßen Gesundheitsministerin Melanie Huml (l.). (Foto: John R. Braun)

NÜRNBERG (pm/vs) - Im Rahmen eines aktuellen Nürnberg Besuches hat die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml, auch dem Verlagshaus Müller Medien einen Besuch abgestattet.

Melanie Huml wurde von den beiden Geschäftsführern Constanze und Michael Oschmann begrüßt. Im Gespräch mit Auszubildenden und Mitgliedern des Betriebsrates konnte sie sich ein Bild des Unternehmens machen. Der MarktSpiegel war vor Ort und sprach mit der Ministerin.

MSP: Ist es hilfreich für Ihre Arbeit im Ministerium, dass Sie Medizin studiert haben?
Melanie Huml: Es ist sicher ganz gut, weil man einfach auch dieses Handwerk gelernt hat. Wenn man ein Medizinstudium durchlaufen und in der Klinik gearbeitet hat, wenn man auch weiß, wie es vor Ort zugeht und wie auch die Bedingungen dort sind, dann ist das sicher sehr hilfreich. Es ist aber auch so, dass wir sehr gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Innenministerium haben, wo man natürlich auch noch die andere Palette kennenlernt, wo man sich intensiver mit den juristischen Dingen auseinandersetzen darf. Da gehört schon noch ein bisschen mehr dazu, als das reine Medizinstudium.

MSP: Sie waren lange als Staatssekretärin unterwegs. Jetzt sind Sie in Nürnberg als Ministerin. Was ist anders in diesem Job?
Melanie Huml: Es ist so, dass wir in Bayern als Staatssekretäre und Minister gleichberechtigt sind im Kabinett, das heißt, wir haben gleiches Rede- und Stimmrecht, aber es ist natürlich so: wenn ich an der Spitze eines Hauses als Ministerin bin, dann habe ich die letztendliche Entscheidung.

MSP: Wir sind ja nicht nur Metropolregion und haben ja nicht nur das Medical Valley, sondern auch eine Kompetenzregion für Medizin und Gesundheit. Das ist noch relativ unbekannt...
Melanie Huml: Es ist so, dass wir hier in der Region unwahrscheinlich viel zu bieten haben. Wir haben, Sie haben es richtig gesagt, das Medical Valley hier, von Nürnberg bis nach Forchheim. Und dann haben wir gleichzeitig dieses Kompetenznetz, wo es auch darum geht, dass wir viel mehr verknüpfen wollen, die Gesundheitswirtschaft etwa mit dem Forschungsbereich. Es gibt bei uns in Franken wunderbare Beispiele, zum Beispiel das Stenonetz für Schlaganfallbetroffene, wo ich quasi von anderen europäischen Ländern oder sogar noch darüber hinaus angefragt werde, wie macht ihr das, wie versorgt ihr hier eure Schlaganfallpatienten, wie schafft ihr es, die Kompetenz einer Universitätsklinik in die Fläche zu bringen, damit nicht mehr die Patienten fahren müssen, sondern die Daten und das Wissen laufen.

MSP: Frau Huml, warum haben Sie Hermann Imhof mit dem Amt des Patienten- und Pflegebeauftragten der Staatsregierung betraut?
Melanie Huml: Es ist der Wunsch gewesen auch von Horst Seehofer, und ich bin sehr froh, dass der Kollege Hermann Imhof dieses Amt übernommen hat als Pflege- und Patientenbeauftragter, denn wir kennen uns bereits seit 10 Jahren. Wir sind gemeinsam in den Landtag eingezogen und ich schätze einfach seine Art, ich schätze, wie er mit Menschen umgeht und wie er auch Themen voranbringt. Wie er eben auch, wenn er von etwas überzeugt ist, das auch schon mit Nachdruck vertritt und das brauchen wir, gerade, wenn es um Patienten und Pflege geht, ganz besonders.

MSP: Ein Blick in die Zukunft. Was haben Sie sich für diese Amtszeit vorgenommen, was wollen Sie am Ende sagen, das habe ich erreicht?
Melanie Huml: Also für mich ist zum einen wichtig, dass wir einen Präventionsplan Bayern auf den Weg bringen, das heißt, dass wir dieses Gesundheitsbewusstsein, diese Selbstverantwortung auch für seinen eigenen Körper zu haben, bei den Menschen viel mehr ins Bewusstsein bringen müssen. Das heißt für mich aber auch dahin zu gehen, wo die Menschen sind, also in die Kindergärten, in die Schulen, in die Betriebe, weil es schlichtweg so ist, wenn die Frau zuhause, den Mann immer wieder animiert, gehe doch mal zur Vorsorgeuntersuchung, dann ist das nicht so nachhaltig, als wenn ein ganzer Betrieb mit allen Kollegen mitgeht und man sagt kommt, wir machen da gemeinsam eine Aktion. Deshalb möchte ich auf die Menschen zugehen und die kommunale Ebene viel mehr einbringen. Ich möchte einen Präventionsplan Bayern in Bewegung bringen. Gleichzeit ist mir die flächendeckende Versorgung, sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich wichtig, dass wir da wirklich gut ausgestattet sind mit qualitativ hochwertigen Ärzten und Krankenhäusern. Es ist eben schlichtweg so, dass wenn eine Familie irgendwo hinzieht, dann fragt sie nicht nur, was kostet das Baugrundstück oder wo ist die nächste Schule, sondern sie fragt auch, wo ist der nächste Arzt und wo ist der nächste Kinderarzt. Hier müssen wir Antworten geben, und, um gleichwertige Lebensbedingungen in ganz Bayern zu erreichen, muss es auch eine gleichwertige medizinische Versorgung geben. Und dann der Bereich Pflege. Auch hier ist es mir ganz wichtig, dass wir im Pflegebereich bereit sind, zu investieren, um ihn aufzuwerten. Die Menschen, die dort tätig sind, müssen auch die Zeit haben, die sie für die Pflege brauchen, und die finanziellen Möglichkeiten müssen stimmen. Gleichzeitig werden zwei Drittel der Menschen in Bayern nach wie vor zuhause versorgt. Hier müssen wir auch diese Angehörigen entlasten, damit es für die Pflegebedürftigen ein gutes Miteinander ist. Demenz ist da ein großes Stichwort. Hier möchte ich bei den Betreuungsmöglichkeiten in den nächsten fünf Jahren grundlegende Verbesserungen erreichen.
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