Nachfrage nach Hortplätzen ungebrochen hoch

Hortplätze sind in Nürnberg immer noch Mangelware. (Foto: Fotolia)

Zum neuen Schuljahr 2014/15 stehen für Schulkinder in Nürnberg 6.125 Plätze in Horten zur Verfügung, davon 3.905 bei kommunalen Einrichtungen und 2.220 Plätze bei freien Trägern. Davon können zum September 2014 insgesamt 1.032 Plätze neu vergeben werden – 792 Plätze bei der Stadt Nürnberg und rund 240 Plätze bei freien Trägern.

NÜRNBERG (pm/nf) - Die Nachfrage nach Hortplätzen in städtischen Horten ist ungebrochen hoch. An den Anmeldetagen im Januar 2014 wurden für 2.216 Kinder neue Anträge auf einen städtischen Hortplatz gestellt. Das sind 135 Nachfragen mehr als im vergangen Jahr. Obwohl allein seit 2010 rund 1.500 neue Hortplätze geschaffen wurden, stehen der großen Nachfrage derzeit nur 792 freie Plätze in städtischen Horten gegenüber.

Deshalb bekommen in diesen Tagen 1.424 Eltern vom Jugendamt vorerst einen ablehnenden Bescheid. Reiner Prölß, Referent für Jugend, Familie und Soziales, weist aber darauf hin, dass die Stadt alles tun wird, um bis zum Beginn des neuen Schuljahres noch für möglichst viele Kinder Betreuungsplätze zu schaffen beziehungsweise zu finden. Die Chancen dafür sind nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre recht gut.

Wie sind diese stark wachsenden Zahlen zu erklären? Reiner Prölß sieht drei Gründe: „Erstens: Hortplätze sind aufgrund ihrer pädagogischen Qualität gefragt wie nie und werden gegenüber anderen Betreuungsarrangements bevorzugt. Zweitens wurden in den seit 2010 geschaffenen Plätzen fast ausschließlich Kinder aus der ersten Grundschulklasse angemeldet. Dabei stellen wir fest, dass diese Kinder auch in der der 3. und 4. Klasse noch im Hort bleiben, was früher eher untypisch war. Und zum Dritten – und das ist eigentlich etwas sehr Erfreuliches – haben wir seit 2010 einen Zuwachs von knapp 500 Kindern im Grundschulalter in der Stadt. Die stetig wachsende Nachfrage, längere Belegung eines Platzes und die steigenden Kinderzahlen führen so trotz massiven Ausbaus zu größerer Knappheit.“
Großes Verständnis haben Jugendamtsleiterin Dr. Kerstin Schröder und Prölß für die Sorgen der Eltern, möglicherweise zum Schuljahresbeginn ohne verlässliche Betreuung für ihre Kinder da zu stehen. Deshalb appellieren sie an alle Eltern, die dieser Tage eine Absage bekommen, das Jugendamt auch weiter als Ansprechpartner in Sachen Kitaplatz wahrzunehmen. Es gebe viele Angebote neben dem städtischen Hortplatz.
Die Stadt Nürnberg selbst betreibt nur etwa zwei Drittel aller Horte. Bei den freien Trägern sind auch nach deren Anmeldetagen nicht alle Plätze belegt, freie Plätze können noch vergeben werden, so Schröder. In den nächsten Wochen wird sich die Stadt eng mit den freien Trägern abstimmen, um weiteren Eltern Hortplätze anbieten zu können.
Erfahrungsgemäß gibt es auch eine gewisse Anzahl von Doppelanmeldungen, die noch abgeglichen werden. Schröder versichert: „Über frei gewordene und neu geschaffene Plätze werden wir die Eltern, die eine Absage bekommen haben, gezielt informieren.“ Erfahrungsgemäß werden neben den Doppelanmeldungen auch dann noch einmal Plätze frei, wenn die Anmeldung zur Mittagsbetreuung in den Schulen eröffnet wird. Einige Eltern ziehen diese Betreuungsform vor und melden sich nur sicherheitshalber für einen Hortplatz an, geben diesen aber wieder frei, wenn sie in der Mittagsbetreuung ein Angebot erhalten. Für Eltern, die keine Mittagsbetreuung möchten, gilt: „Mit unserer eigens für Eltern geschaffenen Servicestelle Kitaplatz gibt es eine zentrale Anlauf- und Beratungsstelle beim Jugendamt, die Eltern bei der Platzsuche unterstützt“, erklärt Schröder. „In manchen Kindergärten gibt es auch Plätze für Grundschulkinder der 1. und 2. Klasse.“

Prölß formuliert einen klaren Anspruch: „Unser Ziel ist und bleibt, für alle Kinder im Grundschulalter und ihre Eltern bis Schulbeginn im September eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass uns dies auch gelingen wird. Wir haben in den vergangenen Jahren für die allermeisten Familien eine vertretbare Lösung gefunden.“ Auch in diesem Jahr wurde deshalb der Anmeldezeitraum auf einen frühen Zeitpunkt gelegt, um auf besondere Bedarfssituationen reagieren zu können und bis zum neuen Schuljahr Lösungen anbieten zu können.
„Bis Ende des Jahres 2014 sind bereits weitere 290 reguläre Hortplätze in den Stadtteilen, neue Zentralhorte im Norden und Süden sowie die kurzfristige Anmietung von zusätzlichen Räumen für einzelne Schulstandorte geplant. Diese Plätze sind noch nicht vergeben, können also noch belegt werden. Gesamtstädtisch werden wir bis Ende des Jahres mehr als 42 Prozent der Grundschulkinder einen Hortplatz zur Verfügung stellen können“, stellt Schröder fest. Nach jetzigem Planungsstand stehen die Chancen gut, dass zusätzlich 50 Zentralhortplätze im Norden im September bereit stehen. Das sind aber nur die kurzfristigen Maßnahmen, ergänzt Prölß: „Unser Ziel ist es, für 80 Prozent der Grundschulkinder ein Angebot zur Bildung, Betreuung und Erziehung in und neben der Schule zu schaffen, etwa 60 Prozent in Horten und 20 Prozent in der Mittagsbetreuung, also Angebote insgesamt für 13 200 Kinder.

Schröder und Prölß sind zuversichtlich, dass dieses ehrgeizige Ziel auch erreicht wird. Hinzu kommen noch Ganztagsschulangebote. Seit 2002 hat die Stadt Nürnberg über 8.000 Plätze in Kindertageseinrichtungen geschaffen, davon allein mehr als 2.800 neue Plätze für Grundschulkinder, obwohl es im Verhältnis zu Krippen und Kindergärten besonders schwierig ist, Hortplätze zu schaffen. Horte müssen in unmittelbarer Nähe zu den jeweiligen Schulen liegen. Wo viele Schulkinder sind, braucht es bei knappem Platz auch viele Hortplätze. Der bedarfsgerechte Ausbau einer guten Infrastruktur zur Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern bleibt vorrangiges kommunalpolitisches Ziel in Nürnberg.
Freie Plätze in Kindertageseinrichtungen können auf www.kinderbetreuung.nuernberg.de recherchiert werden. Die Servicestelle Kitaplatz steht Eltern unter der Telefonnummer 0911/231-10 444 zur Verfügung.
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