„Nathan der Weise“ in der Dreikönigskirche

Ensemble Theatrum gastiert in Burk

FORCHHEIM - Am Freitag 18. Januar (19.30 Uhr) kommt das Ensemble Theatrum aus Sachsen Anhalt in die Dreikönigskirche nach Burk – diesmal mit der Produktion „Nathan der Weise“.

Die berühmte Ringparabel steht im Zentrum der vielgelobten Inszenierung, um insbesondere den Dialog der Kulturen und Religionen in den Mittelpunkt zu rücken. Und einige Besonderheiten machen diesen „Nathan“ auch wirklich zu einem besonderen Erlebnis: Mann und Frau ist dieser Nathan und umfasst auch in dieser Hinsicht das ganze Menschsein. Der weise Jude wird von den beiden Schauspielern Friederike & Hubertus v. Krosigk zusammen dargestellt, eine weibliche und eine männliche Stimme geben dieser Figur Lessings eine neue, lebendige Wirkkraft. Die interkulturelle Auseinandersetzung gewinnt an Authentizität durch die Besetzung des persischen Sultans Saladin mit dem iranischen Musiker & Darsteller Vahid Shahidifar, den christlichen Tempelherrn spielt der Darsteller und Musiker Sören Wendt. Er ergänzt die vielschichtige Figur musikalisch durch mittelalterliche Gesänge und den Einsatz seiner böhmischen Wanderharfe.

Das Ensemble Theatrum kürzt und verdichtet damit Lessings Nathan auf die wesentlichen Fragen und ergänzt die ureigene Kraft des Dichter-Wortes mit mehrstimmigen Gesängen und Instrumentalstücken (Harfe, Geige und persische Santur) aus den drei Kulturbereichen Christentum, Judentum und Islam. All das passt wunderbar in einen Kirchenraum, klingt lange und weit nach und regt an, eigene Antworten in sich selbst zu (ver-)suchen.

„Ach! Wenn ich einen mehr in Euch gefunden hätte, dem es genügt, ein Mensch zu heißen!“ ... der Satz, den Lessing seinen Nathan in der Spannung der drei Weltreligionen sagen lässt, ist aktueller denn je und mahnt die Suche nach Lösungen an für unsere heutigen Konflikte – im Großen wie im Kleinen.
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