Neue Nutzung im alten Haus: DSD fördert den Pfarrhof St. Sebald in Nürnberg

Für die statisch-konstruktive Instandsetzung des Dachtragwerks des Pfarrhofs St. Sebald in Nürnberg stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr dank der Lotterie GlücksSpirale 80.000 Euro zur Verfügung. (Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wagner)

NÜRNBERG (pm/nf) - Für die Instandsetzung des Dachtragwerks des Pfarrhofs St. Sebald stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr dank der Lotterie GlücksSpirale 80.000 Euro zur Verfügung. Nun besuchte Gerd Sommer vom Ortskuratorium Erlangen der DSD  Pfarrer Jonas Schiller, um sich vor Ort einen Eindruck von den Baumaßnahmen zu machen. Der Pfarrhof St. Sebald gehört mit der Nürnberger Burg und der St. Sebaldkirche zu den geschichtsträchtigsten Gebäuden in der Nürnberger Altstadt. Die Hofanlage mit ihrem berühmten Chörlein wird gerne von Touristen aufgesucht. Noch heute ist das Gebäude der Wohn- und Amtssitz der Sebalder Pfarrer.

Im Krieg kaum geschädigt besteht das stadtbildprägende Ensemble aus vier Gebäudeflügeln um einen nahezu rechteckigen Innenhof. Der Massivbau wurde in einer Mischung aus Ziegeln und Sandstein erbaut. Der Ost- und der Nordflügel sind dreigeschossig, die beiden anderen Flügel zweigeschossig. Die Außenfassade ist teils verputzt, teils steinsichtig. Es finden sich Erker an der Süd-, Ost- und Nordfassade sowie zwei große Toröffnungen am Ost- und am Nordflügel. Vor der Südfassade liegt der Hofbrunnen und daneben eine Treppe, die in den von Mauern umschlossenen Pfarrgarten führt.
Im Laufe der Jahrhunderte sind eine Reihe an Veränderungen vorgenommen worden, so wurden etwa Teile der Fachwerkaußenwände durch Natursteinmauern ersetzt bzw. zunächst offene Tore und Einstellplätze später durch Mauerwerk oder Türen verschlossen. In der Südostecke des Hofs leitet eine Freitreppe in das erste Obergeschoss.
Die Balkendecken der Eingangshalle wird in das Jahr 1312 datiert. Unter dem Ost- und Südflügel befinden sich Kelleranlagen. Die Umfassungsmauern der Spolienkeller stammen aus dem 13. Jahrhundert. Im Objekt finden sich Reste eines ehemaligen Turmhauses. Im großen Chörlein wurden Glasmalereien aus dem 16. Jahrhundert der Hirsvogelwerkstatt eingebaut.
Künftig sollen neben der bisherigen Wohnnutzung im Erdgeschoss Räume für die Gemeinde entstehen. Das erste Obergeschoss erhält zwei Wohneineiten. Im zweiten Obergeschoss sollen Büroräume und womöglich kleinere allgemeine Räume untergebracht werden. Das Dachgeschoss bleibt ein Kaltdach und daher ohne Nutzung.
Der St. Sebald-Pfarrhof zählt zu den über 380 Projekten, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.
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