Nürnbergs Spielzeugwelt

Direktor Helmut Schwarz (l.) und Mitarbeiter Urs Latus mit alten Schriften. Foto: bayernpress

600 Jahre Nürnberger Spielzeugtradition im Spielzeugmuseum

NÜRNBERG - In seiner neuen Sonderausstellung thematisiert das Spielzeugmuseum  bis zum 20. Oktober 600 Jahre Nürnberger Spielzeugtradition. Nürnberg war und ist eine Spielzeugstadt von Weltgeltung.


Die Tradition reicht von den „Dockenmachern“ des Mittelalters über herausragende Zinnfigurenhersteller und die zahlreichen Blechspielzeugfabrikanten des Industriezeitalters bis hin zur weltweit bedeutendsten Spielwarenmesse der Gegenwart. Zur Freude ungezählter Kinder ergoss sich aus dem Füllhorn der Noris über Jahrhunderte hinweg eine wahre Flut von Spielwaren über die ganze Welt: Puppen, Puppenstuben und -küchen, Figuren aus Holz, Zinn, Blech oder Papiermaché zählten ebenso dazu wie Zauberapparate, Spiele, Baukästen, Dampfmaschinen, Autos und Eisenbahnen.
Mit zahlreichen Exponaten aus Museumssammlungen und privaten Kollektionen illustriert die Ausstellung das erfolgreiche Zusammenspiel von Nürnberger Handwerk, Handel und Industrie im Wandel der Zeit. Aktuelle Beispiele aus dem „Schaufenster Franken“ stellen zudem unter Beweis, dass in der Metropolregion Nürnberg bis heute das Herz der deutschen Spielzeugwelt schlägt und fränkische Spielsachen weltweit begehrt sind.
Fingerlange Figuren aus weißem Ton bilden den Anfang der nachweislichen gewerblichen Spielzeugherstellung in Nürnberg. Bereits im Jahr 1400 werden in städtischen Steuerlisten zwei „Tockenmacher“ (altdeutsch für „Puppenmacher“) erwähnt. Zu den Holz- und Tonpuppen gesellten sich in späterer Zeit gekleidete Puppen und andere Figuren aus Alabaster, Wachs, Stoff und Papiermaché. Nürnberger Kaufleute vertrieben die Erzeugnisse des heimischen Gewerbes im In- und Ausland.
Wer keinen „Nürnberger Laden“ in seiner Nähe hatte, konnte ab 1793 sogar schon bequem von zu Hause aus Spielzeug aus dem reich bebilderten Katalog des Nürnberger Versandhandelpioniers Georg Hieronimus Bestelmeier (1764-1829) bestellen. In seinem „Pädagogischen Magazin“ war alles ausgebreitet, was damals (nicht nur) Kinderherzen höher schlagen ließ.
Spielzeugmuseum Nürnberg, Karlstraße 13-15, bis 20. Oktober 2013.


http://www.museen.nuernberg.de/





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