Preise für Kunst und Wissenschaft 2014

Preisträger Wolfgang Haffner. (Foto: © ACT | Ulla C. Binder)
 
Klaus Brandl erhielt den Förderungspreis für Kunst und Wissenschaft 2014. (Foto: oh)

NÜRNBERG (pm/nf) - Der Stadtrat die vom Kulturausschuss vorgeschlagene Vergabe der diesjährigen Preise für Kunst und Wissenschaft der Stadt Nürnberg beschlossen. Der Stadtrat folgte damit den Vorschlägen des Beratergremiums für kulturelle Fragen. Den Großen Preis der Stadt Nürnberg (dotiert mit 10.000 Euro) erhält der Musiker und Komponist Wolfgang Haffner. Mit je einem Förderungspreis für Kunst und Wissenschaft 2014 (Dotierung mit je 5.000 Euro) werden der Sänger und Gitarrist Klaus Brandl und die Tänzerin und Choreographin Susanna Curtis ausgezeichnet. Je ein mit 2.500 Euro dotiertes Nürnberg-Stipendium erhalten der Hemdendienst (Verein zur Förderung der Akademie der Bildenden Künste und des Meisterkonservatoriums), die bildenden Künstlerinnen Stefanie Pöllot und Susanne Roth sowie das Vokalensemble Dufay.

Gewürdigt werden die Preisträger für die herausragenden Akzente, die sie im Kulturleben der Stadt Nürnberg und über dieses hinaus setzen.

Zu den Preisträgern: Wolfgang Haffner
Wolfgang Haffner ist und bleibt ein in seinem Schaffen immer wieder überraschender Musik-Star, dessen Leistung und Leben immer noch stark in die regionale Szene hinein strahlt. Im Gedächtnis bleiben aus jüngster Zeit seine Nürnberger Auftritte mit dem Bariton Thomas Quasthoff bei „Stars im Luitpoldhain“ und sein Spanien-Projekt beim „Silvestival 2013“. Gleichzeitig hat der 49-jährige Musiker in der letzten Zeit als Komponist einen Quantensprung nach vorne gemacht. Dafür bekam Haffner einen „Echo“-Preis als „bester nationaler Instrumentalist“ sowie den Bayerischen Kulturpreis.

Haffner musizierte darüber hinaus in den vergangenen 20 Jahren mit vielen internationalen Musikgrößen, etwa Pat Metheny, Hildegard Knef, Xavier Naidoo, Jan Garbarek, Die Fantastischen Vier, Till Brönner, Cassandra Wilson, Klaus Doldinger, Nils Landgren, Mezzoforte und Helge Schneider.

Klaus Brandl

Der Sänger, Songschreiber und Gitarrist Klaus Brandl ist einer der Ankerfiguren der fränkischen Blues-Szene. Er entwickelt mit dem Dialektautor Fitzgerald Kusz ebenso Bühnen-Projekte wie mit vielen verschiedenen Bands und ist ein zugleich eigenwilliger wie origineller Musiker, der auf hohem Niveau agiert und Stil-Einflüsse von J.J. Cale und Tom Waits mit eigener Handschrift weiterschreibt.

Susanna Curtis

Susanna Curtis (Jahrgang 1964) lebt seit 1995 in Nürnberg und bereichert die Nürnberger Tanzszene als Tänzerin, Choreografin, Klinik-Clown und mit einer Eigenproduktion jährlich. Einige Tanztheater-Produktionen entstanden im Zuge der Nürnberger Städtepartnerschaft mit Glasgow oder von Veranstaltungen der Stadt Nürnberg. Die gebürtige Britin, die in Glasgow aufwuchs, hat an den Stadttheatern Trier und Regensburg sowie am Jungen Theater Bremen Schauspiele, Revuen und Musicals inszeniert.

Hemdendienst (Verein zur Förderung der Akademie der Bildenden Künste und des Meistersingerkonservatoriums)

Der Hemdendienst gehört zu den erfrischendsten und aufregendsten Initiativen in Sachen Gegenwarts-, Szene- und Feierkultur in Nürnberg. Der Verein, der sich seit 1983 als „Zwischennutzer“ sieht und deshalb in wechselnden Spielorten präsent ist (zu Beginn war der „Hemdendienst“ in einer ehemaligen Wäscherei in der Altstadt, momentan ist er neben dem leer stehenden Volksbad verortet), wird von Kennern als „Organismus“ gesehen, der Subkultur ermöglicht. Der Verein organisiert unzählige Konzerte, Aktionen, Ausstellungen, Lesungen sowohl lokaler als auch internationaler Künstler. Das alles wird über einen langen Zeitraum nur durch Eigeninitiative, ehrenamtliche Arbeit und vermutlich der recht einzigartigen Fähigkeit, die Sympathien eines großen Teils der lokalen Musik- und Kunst-Szene zu bündeln, bewerkstelligt.

Stefanie Pöllot

Stefanie Pöllot, die an der Nürnberger Akademie für Bildende Künste studierte und bislang Ausstellungen in Deutschland, Italien und Frankreich hatte, erforscht in ihren Arbeiten das Sehen und das Wahrnehmen. Die Künstlerin (Jahrgang 1964) verdichtet Aspekte von Wissenschaft, Philosophie, Kunstgeschichte und zeitgenössischer Wahrnehmung komplex zu einem Fragekosmos, der die Welt auf ganz eigene Art und Weise erklärt. Stefanie Pöllot übersetzt ihr „Gesehenes“ in ein anderes, spezielles bildnerisches Medium. Traditionelle Videotechnik und Fotografie werden in eine originale Bildtechnik umgewandelt und weiterentwickelt. Susanne Roth Susanne Roth, die 1973 in Schweinfurt geboren wurde und in Nürnberg sowie in Karlsruhe studierte, ist Zeichnerin, Malerin, Bildhauerin, Objektkünstlerin und Installationskünstlerin zugleich. Ihr Werkstoff ist das Papier. Nicht dem Fabrikneuen, sondern dem Alten, Beschädigten, Belebten gilt ihre Aufmerksamkeit. Durch scheinbar minimale Eingriffe versteht sie es, die Charaktere der unterschiedlichsten Papierbögen freizulegen und zu intensivieren. Ihr gelingt das Kunststück, eine Atmosphäre der stillen, selbstverständlichen Radikalität zu erzeugen.

Dufay

Das 1995 gegründete Gesangsensemble Dufay musiziert stets an den Ursprungsorten musikalischer Sprache. Das Repertoire des Ensembles unter seinem künstlerischen Leiter Wolfgang Fulda beinhaltet die bedeutendsten Vokalwerke der mittelalterlichen Polyphonie und des 20. Jahrhunderts. Die Arbeit des Dufay-Ensembles gründet auf kompromisslosem Qualitätsanspruch und so hat sich der Klangkörper in langjähriger Unbeirrbarkeit einen hervorragenden Ruf in der Neuen Musik erworben.

Verleihung der Preise
Die öffentliche Verleihung der Preise für Kunst und Wissenschaft findet am Montag, 10. November 2014, um 19.30 Uhr in Nürnberg in der Tafelhalle, Äußere Sulzbacher Straße 62, statt. Der Eintritt zur Preisverleihung ist frei.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.