Quantensprung: Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsstrecke Nürnberg - Erfurt

Staatsempfang aus Anlass der Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsstrecke Nürnberg - Erfurt (v.l.): Staatsminister Joachim Herrmann, Bundesminister Christian Schmidt und Dr. Richard Lutz,Deutsche Bahn AG. (Foto: Udo Dreier)
 
Staatsempfang aus Anlass der Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsstrecke Nürnberg - Erfurt (v.l.): Nürnbergs Wirtschaftsreferent Dr. Michael Fraas und Dr. Oliver Götze, Direktor DB Museum. (Foto: Udo Dreier)

Bayerischer Eisenbahnempfang in Nürnberg mit Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann – Von Nürnberg nach Berlin in unter drei Stunden

NÜRNBERG (nf/pm) - Mit der Eröffnung des ,,Verkehrsprojekts Deutsche Einheit" startet der größte Fahrplanwechsel in der Geschichte der Deutschen Bahn. Am 10. Dezember 2017 wird wahr, wovon Bahnfreunde jahrelang geträumt haben. Das Zurücklegen der Strecke von München nach Berlin wird erstmals auf der Schiene planmäßig unter vier Stunden Fahrzeit möglich sein. Grund für den bevorstehenden Quantensprung ist die Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Nürnberg nach Erfurt. Für das Bahnland Bayern und die Bahnkunden im Freistaat eröffnet die Strecke neue Welten. Für Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann ist klar, warum der Ausgangspunkt der Feierlichkeiten in Bayern liegt, der offizielle Eisenbahnempfang in Nürnberg stattfand: „Bayern ist die Wiege der Eisenbahn in Deutschland. Die Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Nürnberg nach Erfurt ist ein Quantensprung für das Bahnland Bayern. Damit bricht für die Bahnreisenden im Freistaat ein neues Zeitalter an.“ 

Das sogenannte ‚Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8‘ (kurz VDE 8) ist mit einer Gesamtlänge von rund 515 Kilo­metern das größte von allen Verkehrsvorhaben des Bundes auf der Schiene. Es umfasst den Aus- und Neubau von Bahnstrecken zwischen den Städten Nürnberg, Erfurt, Halle (Saale), Leipzig und Berlin. „Erstmals in der Geschichte wird man diese Strecke unter vier Stunden Fahrzeit bewältigen können. Mit den Sprinter-ICEs ist es sogar möglich, die Fahrzeit von Nürnberg nach Berlin auf knapp unter drei Stunden zu reduzieren. Deutschland rückt damit weiter zusammen. Dank der Leistung von Ingenieuren und politischen Brückenbauern“, so Herrmann weiter.

Wichtig ist dem Bayerischen Verkehrsminister, dass dadurch nicht nur die Fahrgäste im Fernverkehr profitieren. So gibt es laut Herrmann dadurch auch ein besseres Angebot im Nahverkehr, beispielsweise für den Raum Coburg und die Metropolregion Nürnberg. „So werden heuer ab dem Fahrplanwechsel im 2-Stunden-Takt Züge auf der Linie von Nürn­berg über Coburg nach Sonneberg – als Ergänzung zu den bereits bestehenden Zügen – verkehren. Zwischen Coburg und Breitengüßbach werden sie die Neubaustrecke beziehungsweise die Gleise für den Fernverkehr befahren. Das verbindet unsere thüringischen Nachbarn mit Coburg sowie mit der Metropolregion Nürnberg“, so Herrmann weiter. „Auch die Anschlüsse zwischen dem Fern- und Nahverkehr werden weiter verbessert“, sagte Herrmann.

Dr. Richard Lutz, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Bahn AG: „Die Eröffnung der Neubaustrecke ist ein großer Tag für unsere Kunden im Bahnland Bayern. Ab Sonntag sparen sie eines der wertvollsten Güter: Zeit. Und das nicht nur im ICE von München, Nürnberg, Bamberg oder Coburg nach Mitteldeutschland und Berlin. Optimale Anschlüsse sorgen dafür, dass die Zeitersparnis auch in kleineren Orten ankommt. So macht die neue Strecke alle zu Gewinnern: die Menschen, die Wirtschaft und die Umwelt.“

Der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt: „Das größte aller Verkehrsprojekte Deutsche Einheit geht in Betrieb. Wir sind am Ziel eines Marathonrennens, das 1991 gestartet wurde. Dieses Projekt ist hochpolitisch - im besten Sinne des Wortes. Eine leistungsfähige Infrastruktur in allen Teilen Deutschlands ist eine unverzichtbare Grundlage für die Einheit unseres Landes. Hierfür ist bei der Schiene nun ein wesentlicher abschließender Schritt getan. Deshalb hat der Bund das Projekt mit rund 10 Milliarden Euro finanziert. Die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit sind eine Erfolgsgeschichte. Sie haben die Teilung überwunden, unser Land zusammengeführt und menschliche wie wirtschaftliche Beziehungen entstehen und vertiefen lassen. Wir haben den Bahnverkehr in Deutschland auf Hochgeschwindigkeits-Niveau gehoben und den Verkehrsträger Schiene insgesamt deutlich gestärkt.“

Hintergrund:

Nach der Wiedervereinigung beschloss die Bundesregierung im Jahr 1991 die Reali­sierung von 17 Infrastrukturprojekten. Damit sollten nicht nur die Verkehrsverbindungen zwi­schen West- und Ostdeutschland ver­bessert werden, sondern auch die Menschen schneller und näher zusammenzubringen und neue Verbindungen zwischen alten Nachbarn zu schaffen. Das größte VDE-Projekt, die Hochgeschwindigkeitsstrecke von München nach Berlin, wird am kommenden Sonntag, 10.Dezember 2017 seinen Betrieb aufnehmen.
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