Quelle-Versandzentrum wurde zwangsversteigert

Das ehemalige Quelle-Versandzentrum wurde an das Unternehmen Sierra Project Nürnberg B.V. veräußert. (Foto: © DeVIce - Fotolia.com))
,,Gutes Signal für den gebeutelten Westen?"

NÜRNBERG (pm/nf) - Im Ergebnis des heutigen (9. Juni 2015) Zwangsversteigerungsverfahrens ist das Gebäude des ehemaligen Quelle-Versandzentrums an das Unternehmen Sierra Project Nürnberg B.V. veräußert worden. „Damit besteht nun Klarheit über den neuen Eigentümer“, so Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly. „Wir werden nun zügig sowohl mit Sonae Sierra als auch den Zwischennutzern Gespräche führen, um die Entwicklung des für Nürnberg so wichtigen Areals entsprechend unserer Ziele zu beeinflussen.“


Auch wenn diese Zwischennutzungen von Anfang an zeitlich begrenzt angelegt waren, hat sich doch in den letzten zwei Jahren ein enormes kreatives Potential entwickelt, das die Stadt möglichst im Nürnberger Westen halten möchte. Zu diesem Zweck ist ein zeitnahes Gespräch der Stadtspitze mit dem Quellkollektiv e.V. und Vertreterinnen und Vertretern der dort ansässigen Kultur- und Kreativwirtschaft geplant.
Die Verwaltung unterstützt diese Zwischennutzer bei der Suche nach geeigneten Arealen während der Umbauphase.

Einig ist sich die Stadt Nürnberg mit dem Investor, dass „die Quelle“ auch künftig ein Ort für Kreative sein soll. Darüber hinaus berichtet die Verwaltung im Stadtrat am 17. Juni 2015 sowie danach im entsprechenden Fachausschuss, um das laufende Bebauungsplanverfahren zu konkretisieren.

Die in den letzten Wochen erhobenen Forderungen, die Stadt solle das ehemalige Versandzentrum erwerben, scheiterten an der Ausbietungsgarantie des neuen Grundstückseigentümers. Auch in der Phase vor Bestehen dieser Ausbietungsgarantie hätte die Stadt jedoch die Umbau- und Revitalisierungskosten ohne externe, private Partner nicht stemmen können.

Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Helga Schmitt-Bussinger, wertet den heutigen Kauf des Quelle-Gebäudes durch Sonae Sierra als ersten Schritt für eine gute weitere Entwicklung und sieht den Bedarf einer Hochschulnutzung in Teilen des Quelle-Gebäudes: „Der Weg ist nun frei für eine Entwicklung des beeindruckenden Gebäudes. Die Mischkonzeption von Arbeiten, Wohnen, Einkaufen und öffentlicher Nutzung ist eine wirklich gute Kombination, die nun realisiert werden kann und nun auch möglichst zügig umgesetzt werden muss“, so die Abgeordnete. Sie werde sich weiterhin dafür einsetzen, dass darin zudem eine Hochschulnutzung stattfindet: „Der Flächenbedarf der Nürnberger Hochschulen geht weit über die Flächen ‚Auf AEG‘ hinaus. Um Synergieeffekte zu nutzen, ist es notwendig, die ‚Quelle‘ in das Wissenschaftsareal Nürnberger Westen mit aufzunehmen und ‚Auf AEG‘ nicht als abgeschottetes Areal zu behandeln“, so Schmitt-Bussinger, die auch Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst ist. „Leider haben wir in Sachen ‚Quelle‘ aus der Richtung der Staatsregierung immer nur ‚Nein‘ gehört. Ein ‚warum eigentlich nicht‘, wäre ein gutes Signal für den gebeutelten Nürnberg Westen.“
Sonae Sierra ist der internationale Spezialist für Einkaufszentren, der mit Leidenschaft Innovation und Spannung in die Einkaufscenterbranche bringt.

Hintergrund:
Innerhalb der Shoppingcenter-Branche übernimmt Sonae Sierra die Bereiche Investment, Entwicklung, Management und professionelle Dienstleistungen. Aktuell ist das Unternehmen in Portugal, Algerien, Aserbaidschan, Brasilien, China, Deutschland, Griechenland, Italien, Kolumbien, Marokko, Rumänien, Russland, Spanien und der Türkei tätig. 1989 in Portugal gegründet, gehört Sonae Sierra zu gleichen Teilen Sonae, SGPS (Portugal) und Grosvenor (Vereinigtes Königreich).
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.