Sachverstand für die Region

Prof. Dr.-Ing. Reinhard Lerch vom Lehrstuhl für Sensorik (LSE). Foto: FAU / Kurt Fuchs

ERLANGEN / REGION (mue) – Die Technische Fakultät (TF) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) feierte ihr 50-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass sprach der MarktSpiegel mit Prof. Dr.-Ing. Reinhard Lerch vom Lehrstuhl für Sensorik (LSE).


MarktSpiegel: Herr Prof. Lerch, was sind die wegweisendsten Leistungen von Wissenschaftlern der Technischen Fakultät?
Reinhard Lerch: Es ist hier sicherlich die moderne Audiocodierung und das daraus entstandene mp3-Codierverfahren von Prof. Seitzer und Prof. Brandenburg hervorzuheben. mp3 hat Weltruhm erlangt und Erlangen weit über die Landesgrenzen hinweg bekannt gemacht.

MarktSpiegel: Es gibt sicher weitere konkrete Beispiele ...
Reinhard Lerch: Natürlich, an der Technischen Fakultät wurde beispielsweise die Verwendung von Titan als Werkstoff für menschliche „Ersatzteile“ wie etwa künstliche Hüftgelenke erforscht. Außerdem war die Bildforensik zur Aufdeckung von softwaretechnischen Manipulationen elektronischer Bilder bereits ein Schwerpunkt, ebenso die Verwendung ionischer Flüssigkeiten, zum Beispiel als neuartiges Kühlmittel von Windkraftanlagen. Aber auch Moderne Lasertechnik zur Materialbearbeitung und Blutstillung in der Medizin sowie neue Produktionsmethoden wie das Verfahren zur Herstellung spritzgegossener Schaltungsträger standen schon auf dem Forschungsprogramm.

MarktSpiegel: Welches sind aktuell die wichtigsten Forschungsthemen, die Sie und Ihre Kollegen beschäftigen?
Reinhard Lerch: Ich möchte vorausschicken, dass bei 57 Lehrstühlen und 120 Professoren der TF die Antwort auf diese Frage aufgrund des hier gebotenen Umfangs zwangsläufig sehr subjektiv und unvollständig bleiben muss. Beispiele sind jedoch hochwertige Computersimulationen zur Entwicklung neuer Werkstoffe, neue Kommunikationstechnologien wie Mobilfunk der 5. Generation oder schnelle optische Übertragungskanäle, die Entwicklung von autonomen Systemen – zum Beispiel für autonomes Fahren –, Photovoltaik aus Kunststoffsolarzellen, chemische Energiespeicher auf Wasserstoffbasis oder auch biomedizinische Technik und medizinische Bildverarbeitung in den Bereichen MR, Röntgen und Ultraschall.

MarktSpiegel: Wie wirkt sich die Arbeit der Technischen Fakultät auf die Region aus?
Reinhard Lerch: Die Fakultät hat sich seit ihrer offiziellen Gründung im Jahre 1966 in positiver und inspirierender Weise bemerkbar gemacht. Seit ihrem Bestehen stellt sie gut ausgebildete Universitätsabsolventen für die hier angesiedelten Industrieunternehmen zur Verfügung. Auch viele neue Unternehmen, die heute zum regionalen Wirtschaftswachstum beitragen, wurden von Absolventen gegründet. Ein wesentlicher Teil der lokalen Wirtschaftskraft beruht auf Technik und Hochtechnologie, und das setzt nun mal gut ausgebildete Ingenieure voraus. Die Fakultät trägt auch zum Renommee der Metropolregion bei. Beispielsweise leistet sie einen wichtigen Beitrag zum „Medical Valley“, einem Aushängeschild der Region.
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