Schwarzfahrer kosten die VAG 1,8 Millionen Euro

Im vergangenen Jahr wurden in den Bussen und Bahnen der VAG rund 1,3 Millionen Fahrgäste kontrolliert. Von ihnen wurden 26.500 bei der Kontrolle ohne gültigen Fahrschein angetroffen. Dabei kam es zu rund 2.000 Strafanzeigen. (Foto: Symbolfoto ©jörn buchheim/Fotolia.com)
Schwarzfahrerquote 2015: Kontrollen zeigen nach wie vor Wirkung - ein Minus bleibt trotzdem

NÜRNBERG (pm/nf) - Schwarzfahren ist kein Kavaliersdelikt. Es ist die Erschleichung einer Leistung, eine Straftat nach dem Strafgesetzbuch. Und es hat enorme finanzielle Auswirkungen bei den Verkehrsbetrieben: Der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg entgingen 2015 knapp 1,8 Million Euro an Einnahmen durch Schwarzfahren. Deshalb sind Kontrollen im ÖPNV unerlässlich. Nicht nur, weil durch Kontrollen Schwarzfahrer entdeckt werden, sondern insbesondere, weil durch sie die ehrlichen Kunden mit Fahrschein in ihrem Tun bestärkt werden, haben Kontrollen einen hohen Stellenwert bei der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg.


Zahlen für 2015

2015 wurden in den Bussen und Bahnen der VAG rund 1,3 Millionen Fahrgäste kontrolliert. Von ihnen wurden 26.500 bei der Kontrolle ohne gültigen Fahrschein angetroffen, das ist eine Quote von 2,09 Prozent. Allerdings konnten insge- samt 0,6 Prozent der Fahrgäste nachträglich eine gültige persönliche Zeitkarte vorlegen oder wurden als Kulanzfälle abgewickelt. So bleibt unter dem Strich eine Schwarzfahrerquote von 1,49 Prozent in den Verkehrsmitteln der VAG. Das entspricht einer absoluten Zahl von knapp 19.000 Schwarzfahrern, die bei den Kontrollen erwischt wurden. Dabei kam es zu rund 2.000 Strafanzeigen.

Oberstes Ziel: Sicherung der Einnahmen

Nicht ganz die Hälfte der 1,8 Millionen Euro, die der VAG 2015 durch Schwarzfahrer an Einnahmen entgingen, konnte sie durch die Kontrollen wieder einnehmen. Durch die Anhebung des erhöhten Beförderungsentgeltes von 40 auf 60 Euro zum 1. August 2015 konnten Mehreinnahmen von circa 90.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden. Dennoch bleibt das Minus durch die Einnahmeverluste durch Schwarzfahrer deutlich.

Für die Kontrollen an sich investiert die VAG rund zwei Millionen Euro jährlich. Trotzdem kann sie auf Kontrollen nicht verzichten. Sie will ihre zahlenden Kunden in ihrem Tun bestätigen und die bisherigen Nichtzahler zum Kauf einer Fahrkarte motivieren, denn das oberste Ziel jedes Verkehrsbetriebs muss es sein, seine Einnahmen zu sichern, um weiterhin gute Verkehrsleistungen anbieten zu können. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die VAG seit 2006 ihren Kontrollprozess fortwährend optimiert. 30 ausgebildete Fahrausweisprüfer sind täglich in 65 Nürnberger Prüfbereichen im Einsatz. In welchem sie wann schwerpunktmäßig kontrollieren, entscheidet die Fachabteilung der VAG mittels eines modernen Dispositionsmoduls.

Dieses wird von Mobilen Datenerfassungsgeräten gespeist, welche die Fahrausweisprüfer bei jeder Kontrolle mitführen. Steigt die Beanstandungsquote in einem Prüfbereich über zwei Prozent, wird dort vermehrt kontrolliert. Ein klarer Schwerpunkt liegt dabei auf der U- Bahn, aber auch in Bussen und Straßenbahnen wird täglich kontrolliert. Seit 2006 müssen die Fahrgäste zudem beim Betreten eines Busses ihre Fahrkarte beim Fahrer vorzeigen. Eine Maßnahme, die von den Fahrern trotz engen Zeitplans geleistet wird, weil sie sich bewährt hat. Inzwischen hat eine ganze Reihe von Verkehrsbetrieben in Deutschland den sogenannten Tür 1-Einstieg ebenfalls eingeführt. All diese Maßnahmen haben dazu beigetragen, dass die VAG ihre Schwarzfahrerquote seit 2006 dauerhaft halbieren konnte.
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