Seltener Münzschatz gibt weiter Rätsel auf

Der Silberschatz aus dem 12. und 13. Jahrhundert war in einem Kellergewölbe verschollen. Fotos (2): oh
 
Stammen die Silberpfennnige tatsächlich aus Hersbruck? Die Stadt hatte ein Münzrecht.

Hirtenmuseum feiert in diesem Jahr sein 80-jähriges Bestehen – Silberpfennige aus Hersbruck?

HERSBRUCK - Das Deutsche Hirtenmuseum der Stadt Hersbruck bringt Teile eines vergessenen Münzschatzes mit Silberpfennigen aus dem 12. und 13. Jahrhundert wieder ans Tageslicht. Der „Hersbrucker Münzfund“ steht vom 5. Juli bis 3. November im Mittelpunkt einer Sonderausstellung im Deutschen Hirtenmuseum, das in diesem Jahr sein 80-jähriges Bestehen feiert.


Der Münzschatz ist wertvolles Kulturgut aus dem Mittelalter, mit dem sich allerdings viele Rätsel verbinden. Die Silbermünzen stammen aus der Ära des Interregnums zum Ende der Stauferzeit. Über die Frage, warum und von wem die Silberpfennige in den Wirren jener Jahrzehnte ursprünglich gesammelt und weshalb sie versteckt wurden, lässt sich allerdings nur spekulieren. 
Die Münzen waren erstmals 1928 in einem Kellergewölbe beim Abbruch eines Gebäudes am Unteren Markt in Hersbruck wiederentdeckt worden, wo das neue Postgebäude entstehen sollte. Teile des Fundes landeten bei verschiedenen Besitzern in aller Welt, und der Schatz geriet erneut in Vergessenheit. Mehr als 1600 der Silberpfennige konnten im Deutschen Hirtenmuseum wieder zusammengetragen werden. 
Ein noch 1928 erstelltes, jetzt wiedergefundenes Gutachten geht davon aus, dass ein Teil der Silbermünzen in Hersbruck selbst geprägt wurde – eine spektakuläre Entdeckung, da bisher nicht bekannt war, dass die Stadt ihr seit 1057 bestehendes Münzrecht tatsächlich ausübte. Ein späteres Gutachten dagegen ordnete diese Münzen der Fertigung in der Stadt Nürnberg zu. Als weitere Prägestätten der Silberpfennige wurden vor allem Regensburg sowie weitere Orte entlang der Donau bis nach Passau und Wien identifiziert. Ab dem 14. Jahrhundert ist auf dieser Route ein transkontinentaler Handel mit Ochsen aus Ungarn nachgewiesen. Die Trecks hatten unterwegs an Territorialgrenzen und Flussübergängen Abgaben zu zahlen – möglicherweise auch in Hersbruck. Durch die Trecks wurden die Menschenmassen mit Fleisch versorgt, die zu Hoftagen und Turnieren strömten, den großen „Events“ jener Zeit. So liegt die Spekulation nahe, dass es sich bei dem „Hersbrucker Münzfund“ um eine Sammlung von frühem Ochsenzoll gehandelt haben könnte.
Die Ausstellung nimmt den Hersbrucker Münzfund zum Anlass, die Kulturgeschichte des Geldes nachzuzeichnen. Der Bogen reicht von „Schweinegeld“ und Kaurischnecken über Ablasshandel, mittelalterliche Münzschmieden und die Gewinnung des Rohstoffs Silber bis hin zur Geschichte des Papiergelds. Mit einbezogen sind antike Münzen der Antikensammlung der Universität Erlangen-Nürnberg sowie „Naturgeld“ und andere Währungen der Völkerkundlichen Sammlung der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg. Gefördert wird die Ausstellung von der Sparkasse Nürnberg.
Deutsches Hirtenmuseum der Stadt Hersbruck, Eisenhüttlein 7, 91217 Hersbruck, Tel. 09151/2161, Öffnungszeiten: Mi. – So. 10.00 – 16.00 Uhr.


http://www.hersbruck.de/





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