Söder & Hörl stellen 600 Gold-Madonnen auf den Nürnberger Kornmarkt

Prof. Dr. Ulrich Großmann (Germanisches Nationalmuseum), Künstler Prof. Ottmar Hörl und Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder mit drei goldenen Madonnen und dem Original. Foto: © Peter Maskow

NÜRNBERG (mask) – Er schuf das ,,Große Hasenstück", stellte 7000 Dürerhasen aus Plastik auf dem Hauptmarkt auf. 800 Martin-Luther-Skulpturen in Wittenberg. 150 Kaspar-Hauser-Skulpturen in Ansbach. Jetzt stellen Kult-Künstler Prof. Ottmar Hörl und Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder (CSU) 600 goldene Madonnen auf den Kornmarkt!

Sie gilt als ein Highlight der Kunst der Dürerzeit: Die Nürnberger Madonna. 1510 von einem unbekannten Nürnberger Bildschnitzer geschaffen, ein Meisterwerk der deutschen Bildhauerei im Übergang von der Spätgotik zur Renaissance. Der international bekannte Kunstprofessor Ottmar Hörl, Präsident der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, widmet dem Werk nun eine spektakuläre Installation: 600 bis 700 goldene Madonnen stellt vor dem Germanischen Nationalmuseum (GNM) auf.

Los geht's im September 2017. Dann wird sich der Platz für 17 Tage in einen ,,Kunst-Schau-Platz" verwandeln. Schirmherr ist Minister Markus Söder: „Ich bin ein großer Fan von Albrecht Dürer und von Professor Hörl", bekennt er. Und: ,,Die Installation von Professor Hörl ist eine einzigartige Hommage an ein Kultwerk der Nürnberger Kunstgeschichte. Sie regt zur Auseinandersetzung mit Geschichte, Kunst und Kultur unserer Heimat an."

Die original Nürnberger Madonna ist eine rund 1,50 Meter hohe, farbig gefasste und vergoldete Skulptur der Mater Dolorosa aus Lindenholz. Sie war ursprünglich Bestandteil einer Kreuzigungsgruppe der früheren Nürnberger Dominikanerkirche. Ab etwa 1820 verwendete die Nürnberger Zeichenschule die Madonna als Modell für Kunststudenten. Seit 1880 ist sie Bestandteil der Sammlung des GNM.

Die Figur hat seit dem 19. Jahrhundert eine fast kultartige Verehrung erfahren und in Abgüssen, Nachbildungen und grafischen Vervielfältigungen weite Verbreitung gefunden. Prof. Hörl: ,,Mitte des 19. Jahrhunderts war die Madonna ein Weltstar, sie stand in sehr vielen Haushalten, auch in Nürnberg. Was mich an ihr fasziniert hat, ist die ungeheure Eleganz. Auch diese Handbewegung, die so viel mehr aussagt als die bloße Bewegung."

15.000 Euro kostet die Form, mit der Hörl 600 bis 700 Madonnen herstellt. ,,Ich habe verschiedene Farben durchprobiert, schließlich ist es Gold geworden. Wobei sie sogar in Schwarz gut aussieht", verrät er. Später wird die Figur für 250 Euro pro Stück zu haben sein. ,,Ich weiß, dass das viel Geld ist", so Hörl. ,,Aber ich finanziere das Projekt selbst."

GNM-Generaldirektor Prof. Dr. Ulrich Großmann ist von der Aktion begeistert: ,,Wir werden die Madonnen auf einer etwa 80 bis 100 Meter langen Tribüne am Kornmarkt präsentieren. Ich habe mir schon länger gedacht: wenn ein Platz so gut gepflastert ist wie dieser, dann kann man da mehr draus machen, als nur ein paar Bänke draufzustellen."
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