Söders Strategie gegen Hackerangriffe

Konferenz „Sicherheit im digitalen Bayern“ im Heimatministerium in Nürnberg. Im Durchschnitt finden 40.000 Angriffe pro Tag auf die Server des Freistaates statt. (Foto: Nicole Fuchsbauer)
Konferenz „Sicherheit im digitalen Bayern“ im Heimatministerium in Nürnberg – Die Noris ist Top-Standort für das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

NÜRNBERG (nf) - Bürger und Unternehmen müssen darauf vertrauen können, dass ihre Daten bei der Verwaltung gut und sicher aufgehoben sind. Angriffe aus dem Internet auf IT-Systeme und Netze nehmen stark zu. Gleichzeitig werden die Angriffe professioneller, ausgereifter und trickreicher. Söder stellte außerdem die Tätigkeit des Landesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik vor, das in Nürnberg entstehen wird.


In Bayern wird ein besonderes Augenmerk auf IT-Sicherheit gelegt, insbesondere auch bei der elektronischen Kommunikation zwischen Bürgern und Verwaltung und stellt deswegen mehr Stellen für die IT-Sicherheit zur Verfügung. Nicht nur die Bürger nutzen vermehrt Internetdienste und Onlinehandel, sondern auch Städte und Gemeinden bieten zunehmend webbasierten Service an. Gelangen die Daten in die Hände von Kriminellen ist der Schaden groß. Die Zahl der Hackerangriffe hat massiv zugenommen, vor allem die Zahl der eingeschleusten Trojaner und Angriffe auf Internet-Router.

Laut Söder braucht Bayern eine Offensive in der Cyber-Sicherheit: ,,Ein Auto, das schneller fährt, braucht bessere Bremsen." Wie Dr. Markus Söder erklärte, finden im Durchschnitt 40.000 Angriffe pro Tag auf die Server des Freistaates statt. Nur wenige würden es schaffen, die Firewall zu überlisten. In diesen Fällen besteht die Möglichkeit, die Systeme zu isolieren und in einer so genannten ,,Sandbox" zu betreiben. Beispiel für die Cyber-Kriminalität in Unterfranken: Erpresser installierten Trojaner und forderten von der Gemeinde Dettelbach Lösegeld für den ,,Entsperr-Code". Die Gemeinde war nicht an das Bayern-Netz angeschlossen und zahlte das ,,Lösegeld". Ferner will sich Söder unabhängiger von US-Software machen. Die Amerikaner hätten, so Söder, wegen ihrer Dominanz auf dem Sektor die gesamte digitale DNA der Welt in ihrer Hand.

Für Nürnbergs Wirtschaftsreferent Dr. Michael Fraas ist die Ansiedlung des Landesamtes für IT-Sicherheit in der Noris wichtig - viele Gründe sprechen für den Standort: ,,In Nürnberg werden hierdurch nicht nur 200 neue, hochqualifizierte IT-Arbeitsplätze entstehen, sondern Nürnberg wird auch als einer der führenden deutschen IT-Standorte weiter gestärkt: Schon heute teilt sich Nürnberg mit München unter den 20 größten deutschen Städten den Spitzenplatz beim Anteil der Beschäftigten im IT- und Kommunikationssektor an der Gesamtbeschäftigung."

So findet in Nürnberg die ,,it-sa", eine der weltweit führenden Messen zur IT-Sicherheit statt. Nürnberg gehört zu den Top-Standorten für eingebettete Systeme (embedded systems) - eine der Schlüsseltechnologien für digital-vernetze Produktion im Zeitalter Industrie 4.0. Die ,,embedded world", die Weltleitmesse für eingebettete Systeme, findet ebenfalls in Nürnberg statt, zuletzt vom 14. 16. März 2017.

In Nürnberg sitzt das ESI-Anwendungszentrum (ESI=Embedded Systems Initiative), eine gemeinsame Einrichtung der Friedrich-Alexander-Universität und Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) - dort werden im Rahmen praxis- und anwendungsbezogener Forschung zu eingebetteten Systemen im engen Austausch mit der Industrie Innovationen aus der Forschung in industrielle Lösungen gewandelt. Nürnberg ist zudem einer der führenden deutschen Standorte für Open Source-Software.

Dr. Michael Fraas: ,,Nürnberg hat eine starke und vielfältige Gründerszene im IT- und Web-Bereich. Letzteres zeigt die jährlich stattfindende Nürnberg Web Week. Das Digitale Gründerzentrum Mittelfranken, das in Nürnberg im Rahmen der Strategie ,Bayern Digital' des Freistaats derzeit im Entstehen ist, wird IT-Startups weiter befördern. Kurzum: Mit dem künftigen Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gewinnt Nürnberg weitere, erhebliche Kompetenzen im IT-Bereich. Das Profil Nürnbergs als einer der führenden deutschen IT-Standorte wird hierdurch geschärft. Die neue Behörde wird Nürnberg zudem noch attraktiver machen für Ansiedlungen und Startups im Bereich der IT-Sicherheit."
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