Spitzenplatz für Nürnberg

Gfk-Studie ermittelt für die Noris Rang drei bei der Kaufkraft

REGION - Die Marktforschungsexperten der Gfk Geo-Marketing haben aktuell für das Wirtschaftsmagazin "Der Handel" ein Ranking der besten Einzelhandelsstandorte in Deutschland durchgeführt. Bei den Großstädten konnte sich Nürnberg nach München und Düsseldorf einen hervorragenden dritten Platz sichern. In der Kategorie der mittelgroßen Städte hat Erlangen sogar mit der höchsten Kaufkraft bundesweit gepunktet.



Prof. Dr. Klaus L. Wübbenhorst, Vorstandsvorsitzenden der GfK. Foto: Braun


Über die Ergebnisse der Studie hat der MarktSpiegel mit dem Vorstandsvorsitzenden der GfK, Prof. Dr. Klaus L. Wübbenhorst gesprochen.

DMS: Herr Wübbenhorst, Welche Trümpfe hat die Noris in der Hand?

Klaus Wübbenhorst: Zunächst einmal freuen wir uns über die hervorragende Position. Demnach hat Nürnberg zwei besondere Trümpfe in der Hand. Zum einen die zentrale Lage des innerstädtischen Handels in der Großstadt mit der längsten zusammenhängenden Fußgängerzone Europas, und zum anderen die hohe Kaufkraft gemessen an der Einwohnerzahl, die belegt, dass man in den Nürnberger Einkaufszonen nicht nur gerne spazieren geht, sondern auch Geld ausgibt. Immerhin steht Nürnberg bundesweit auf Rang 5 beim Kaufkraftindex.

DMS: Auf der andern Seite klagen viele Geschäfte in der Innenstadt über stagnierende Umsätze und zu hohe Ladenmieten. Wie verträgt sich das mit den Ergebnissen der Studie?

Klaus Wübbenhorst: Die von der Studie ermittelten Zahlen zeigen erfreuliche Grundlagen für gute Umsätze und natürlich ist der Handel immer bestrebt mehr einzunehmen. Im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft sind weitere Parkplätze und ein neues Parkleitsystem entstanden, so dass Nürnberg innerhalb der Metropolregion quasi eine Perle ist. Ich bin mir sicher, dass der Handel auch im Sog der Europmeisterschaft mit guten Umsätzen rechnen kann.

DMS: Kann Nürnberg noch etwas von seiner Nachbarstadt Erlangen lernen?

Klaus Wübbenhorst: Erlangen hat durch die Uni und Siemens eine große Oberschicht und damit eine höhere Kaufkraft als Nürnberg. Die Erlanger lassen ihr Geld nicht nur am Berg, sondern auch in der City.

DMS: In puncto Umsatzentwicklung konnte der Einzelhandel in Nürnberg laut der Studie zwischen 2002 und 2007 weniger stark zulegen, als in den meisten anderen der untersuchten Städte.

Klaus Wübbenhorst: Ja, das ist ein kleiner Wermutstropfen. Das zeigt, dass sich Nürnberg nicht mit seiner guten Position zufrieden sein darf. Die Innenstadt muss weiterhin daran arbeiten, ein attraktiver Einkaufsplatz zu bleiben, denn sonst droht ein Abstieg, ergo "mit Flocke am Ball bleiben".
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