Stadterneuerung in Kraftshof nimmt Fahrt auf

Durch die Lage im Knoblauchsland werden die Flächen um Kraftshof hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt. Im Ort gibt es neun landwirtschaftliche Betriebe. (Foto: N. Fuchsbauer)
NÜRNBERG (pm/nf) - Wirtschafts- und Stadtentwicklungsreferent Dr. Michael Fraas und Baureferent Wolfgang Baumann haben bei einer Informationsveranstaltung im Gemeindehaus St. Georg die Ergebnisse der „Vorbereitenden Untersuchungen“ zum Stadterneuerungsprozess in Kraftshof vorgestellt. Unter Federführung des Amts für Wohnen und Stadtentwicklung im Wirtschaftsreferat wurde der Ortsteil Kraftshof detailliert untersucht.

Nach mehreren Veranstaltungen und regen Diskussionen mit den Bürgerinnen und Bürgern wurden Ziele definiert. Sie bilden die Grundlage für die weiteren Schritte bei der Stadterneuerung. Die Ergebnisse sind in einem 46-seitigen Bericht zusammengefasst.
„Wir werden bei den künftigen Maßnahmen eng mit den Bürgerinnen und Bürgern von Kraftshof zusammenarbeiten und den Meinungsträgerkreis aktiv in den zukünftigen Stadterneuerungsprozess einbinden“, sagte Wirtschafts- und Stadtentwicklungsreferent Dr. Michael Fraas.

Ein zentrales Anliegen der Kraftshofer Bürgerinnen und Bürger ist die Gestaltung des Kirchenvorplatzes. „Der Kirchenvorplatz als Herz von Kraftshof sowie die Kraftshofer Hauptstraße werden bis einschließlich der Brücke mit einem Teilstück der Glaserstraße neu gestaltet. Die Bauarbeiten werden bis zur 700-Jahr-Feier der Wehrkirche St. Georg im Jahr 2015 abgeschlossen sein“, betonte Baureferent Wolfgang Baumann.

Maßnahmenschwerpunkte t:
- Ortsbild und öffentlicher Raum: Ziel ist, den öffentlichen Raum insbesondere im Bereich des Ensembleschutzes aufzuwerten. Bestimmendes Element ist die Wehrkirche mit dem davor liegenden, zentralen Platz.

- Verkehr: In den Teilbereichen des motorisierten Individualverkehrs, ÖPNV, aber auch Rad- und Fußwegeverkehrs geht es vorrangig um die Verbesserung der Anbindung an Einrichtungen wie das neue Fachmarktzentrum in Boxdorf sowie um die Verkehrssicherheit, bei der der individuelle Schülerverkehr auf der Kraftshofer Brücke und dem Moosfeldweg im Vordergrund steht.

- Wohnen: Mit einem großen historischen Wohnungsbestand steht Kraftshof vor den Herausforderungen, erhaltenswerte Gebäude ressourcenschonend zu modernisieren und energetisch zu sanieren unter Berücksichtigung denkmalschutzrechtlicher Erfordernisse im Ensembleschutzgebiet. Noch größerer Sensibilität bedarf es bei Einzeldenkmalen. Um die Eigentümer zu unterstützen, prüft die Stadt auf Anregungen aus der Bewohnerschaft die Aufstellung eines Fassadenprogramms.

- Landschaft, Umwelt und Erholung: Die Ortsränder von Kraftshof sind entsprechend der Lage im Knoblauchsland durch landwirtschaftliche Nutzungen geprägt. Wichtige Ziele sind die Schaffung von Grün- und Freiraumverbindungen und der Erhalt der historischen Kulturlandschaft insbesondere zwischen Neunhof und Kraftshof, um das ursprüngliche Bild dieses Nürnberger Ortsteils zu erhalten.

- Grün- und Spielflächen: Durch das Pflanzen von Bäumen und Hecken soll der öffentliche Raum aufgewertet werden. Zusätzlich ist vorgesehen, das Spielangebot der öffentlichen Grünfläche an der Schiestlstraße aufzuwerten und als Begegnungsraum für die jüngsten Kraftshofer auszustatten.
Soziale und schulische Infrastruktur: Im Vordergrund steht hier die Verbesserung der Schulwegsituation

- Wirtschaft, Einzelhandel, Versorgung: Der überwiegend landwirtschaftlich geprägte Ortsteil beheimatet neben neun landwirtschaftlichen Betrieben rund 20 kleine und mittelständische Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe. Handlungsschwerpunkte sind eine Verbesserung der Breitbandversorgung und eine Verbesserung der Nahversorgungssituation. Die stadtnahe Landwirtschaft soll erhalten werden.

Der Ergebnisbericht der „Vorbereitenden Untersuchungen“ wird am 27. März 2014 im Stadtplanungsausschuss begutachtet und anschließend dem Stadtrat zur Beschlussfassung für die förmliche Festlegung des Sanierungsgebiets Kraftshof vorgelegt.
Die genannten Maßnahmen werden aus dem Bayerischen Städtebauförderprogramm finanziert. Der zeitliche Rahmen für die Umsetzung des gesamten Stadterneuerungsprozesses liegt bei zwölf Jahren. Hierzu können im mittelfristigen Investitionsplan Mittel in Höhe von rund zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.
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