Trauer um Bürgermedaillenträger Dr. Sieghard Rost

Dr. Sieghard Rost (links im Bild), Gründer Arbeitskreis Schule - AKS, im Januar 2016 bei einer Veranstaltung im Literaturhaus Nürnberg mit Barbara Regitz, Bezirksvorsitzende AKS, und Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle. (Foto: Joachim König)
Der ehemalige Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks setzte sich für die Entstehung des Fernsehstudios Franken ein und hat die ,,Frankenschau" etabliert

NÜRNBERG (pm/nf) - Im Alter von 95 Jahren ist am Dienstag, 25. April 2017, Dr. Sieghard Rost gestorben. Der Bürgermedaillenträger der Stadt Nürnberg gehörte von 1966 bis 1970 dem Nürnberger Stadtrat als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CSU-Fraktion an. Von Dezember 1970 bis 1990 war er Mitglied des Bayerischen Landtags. „Sieghard Rost hatte in Nürnberg seine zweite Heimat gefunden. Seiner Stadt fühlte er sich auf besondere Weise verbunden und in seinen verschiedenen Funktionen hat er die Interessen Nürnbergs mit Nachdruck vertreten“, sagt Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly.

Dr. Sieghard Rost wurde am 7. November 1921 in Pommern geboren und lebte seit 1945 in Nürnberg. Als Oberstudiendirektor am Willstätter Gymnasium war er mitverantwortlich für die erste Oberstufenreform für Gymnasien in Bayern. 1969 übernahm er den Vorsitz im Arbeitskreis Schule-Wirtschaft in Nürnberg, der den Praxisbezug der Schulen zur Arbeitswelt förderte und weiterentwickelte.
Das Hauptaugenmerk seiner politischen Tätigkeit galt der Vertriebenen- und der Kulturpolitik. Er setzte sich für eine reibungslose und angemessene Eingliederung von Vertriebenen und Aussiedlern ein. Sein Programm zur Förderung ostdeutscher Kulturarbeit, das er als Sprecher der CSU-Landtagsfraktion ausarbeitete, setzte neue Maßstäbe. Außerdem führte er einen Schülerwettbewerb zur Ostkunde ein und war von 1991 bis 1999 Präsident des Hauses des Deutschen Ostens in München und seit der Gründung des Hauses der Heimat in Nürnberg 1985 im Vorstand des Vereins.

Von 1972 bis 1998 war Rost als Rundfunkrat des „Bayerischen Rundfunks“ tätig. Durch seinen Einsatz wurde die Errichtung eines eigenen Fernsehstudios in Nürnberg maßgeblich ermöglicht und die Regionalsendung „Frankenschau“ eingeführt. Von 1990 bis 1998 war er nichtberufliches Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs. Dr. Rost erfuhr zahlreiche Auszeichnungen: Er war Träger des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, des Bayerischen Verdienstordens und der Bürgermedaille der Stadt Nürnberg.

,,Mit großer Trauer habe ich vom Tod von Dr. Sieghard Rost erfahren. Er war bis zuletzt ein loyaler Ratgeber, ein kompetenter Streiter für die Anliegen von Vertriebenen und Aussiedlern und ein kompetenter Gesprächspartner. Sieghard Rost wird mir persönlich und unserer CSU-Familie sehr fehlen", so Bezirksvorsitzender und Staatsminister Dr. Markus Söder MdL.

Sebastian Brehm, Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion Nürnberg: ,,Die Nachricht von seinem Tod hat mich sehr bewegt. Sieghard Rost war mir persönlich immer ein kompetenter und wertvoller Berater, ein Freund. Seine politische Arbeit und sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement wirken bis heute positiv und haben vieles ermöglicht."
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