Trauer um die große Mäzenin Friedl Schöller

Mäzenin Friedl Schöller mit Dr. Markus Söder (Mitte) und Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly. (Foto: bayernpress)
 
Friedl Schöller, Trägerin zahlreicher Ehrenmedaillen, verstarb am 19. Februar, kurz vor ihrem 90. Geburtstag am 26. Februar. (Foto: bayernpress)

NÜRNBERG (pm/nf) - Die Stadt Nürnberg trauert um Friedl Schöller. Die Bürgermedaillenträgerin ist am vergangenen Mittwoch, wenige Tage vor ihrem 90. Geburtstag, gestorben. „Friedl Schöller war eine bedeutende Mäzenin mit einem großen Herz. Sie hat sich um Nürnberg außerordentliche Verdienste erworben. Wir werden sie in ehrender Erinnerung behalten“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly in einer ersten Reaktion auf die Todesnachricht.

Friedl Schöller hat das gemeinsam mit ihrem 2004 verstorbenen Ehemann Theo Schöller, Ehrenbürger der Stadt Nürnberg, begonnene Mäzenatentum über die Schöller-Stiftungen entschlossen fortgeführt. Sie setzte neben der großzügigen Unterstützung von medizinischen Projekten insbesondere in der Bildung gewichtige Akzente.
Bis zu ihrem Tod kümmerte sie sich als Vorsitzende um die Stiftungen zur Förderung der Medizin, der Wissenschaft, Bildung und Kultur, die sie mit ihrem Mann gegründet hatte. „Friedl Schöller habe ich immer sehr zurückhaltend und bescheiden, aber auch als eigenständige und verantwortungsbewusste Persönlichkeit erlebt, der es ein inneres Anliegen war, uneigennützig anderen Menschen zu helfen“, sagt das Stadtoberhaupt.

Allein den im Januar 2013 eingeweihten Neubau Ost des Klinikums Nord unterstützte die Theo und Friedl Schöller-Stiftung mit drei Millionen Euro. Dank der Stiftung konnte vieles im neuen Gebäude verwirklicht werden, was sonst nicht möglich gewesen wäre. Das Haus trägt nun auch den Namen Dr. h.c. Theo Schöller-Haus. Insgesamt wurden das Zentrum für Altersmedizin und das Schöller-Haus von der Stiftung mit insgesamt 5,8 Millionen Euro gefördert.

Friedl Schöller, geboren am 26. Februar 1924 in Nürnberg, trat nach dem Besuch der Höheren Handelsschule als Kontoristin in das von ihrem späteren Ehemann Theo Schöller in Nürnberg gegründete Lebensmittelunternehmen ein. Zunächst im Sekretariat der Geschäftsleitung beschäftigt, übernahm sie bald die Leitung der Hauptbuchhaltung und dann die Finanzbuchhaltung. In der Nachkriegszeit wurde sie für Theo Schöller zur wichtigsten Mitarbeiterin. Nach der Heirat mit dem Unternehmer nahm Friedl Schöller ab 1968 weitere verantwortungsvolle Aufgaben wahr und bewies an der Seite des erfolgreichen Produzenten von Speiseeis, Lebkuchen und Tiefkühlkost ihr unternehmerisches Geschick. Das Wohlergehen der Betriebsangehörigen stand dabei stets im Blickfeld des Ehepaars Schöller. Friedl Schöller widmete sich mit Hingabe der hausinternen Betreuung der Lehrlinge.
1988 rief das Ehepaar die gemeinnützige Theo und Friedl Schöller-Stiftung ins Leben, die dank der großzügigen finanziellen Ausstattung zu den großen Unternehmensstiftungen in Deutschland zählt. Eine Förderstiftung und eine Familienstiftung folgten. In allen drei Stiftungen führte Friedl Schöller bis zuletzt den Vorsitz.
Über die Stiftungen wurden zahlreiche Projekte gefördert. Das Klinikum Nürnberg wird seit mehr als zwei Jahrzehnten unterstützt. Bedeutende Beiträge wurden für die Einrichtung der Herzchirurgie im Klinikum Süd sowie die Ausstattung der Urologie und der Gastroenterologie im Klinikum Nord geleistet.
Mit dem Dr. Theo und Friedl Schöller Forschungszentrum für Wirtschaft und Gesellschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg stärkt die Schöller-Stiftung die Wirtschaftswissenschaften.
Für die nach Dr. Theo Schöller benannte Hauptschule an der Schnieglinger Straße übernahm die Stiftung das Patronat. Die Projekte an dieser Schule lagen Friedl Schöller ganz besonders am Herzen.
Von den vielfachen Förderungen profitieren junge Menschen vor und am Beginn ihres Berufswegs, im Berufsleben stehende Wissenschaftler ebenso wie Schwache und Kranke. In der Laudatio zur Verleihung der Bürgermedaille an Friedl Schöller am 16. Juli 2010 heißt es: „Die Kraft und der Wille Friedl Schöllers, stets für Andere Gutes zu bewirken, ohne sich selbst zu schonen, sind in höchstem Maße zu bewundern.“

Gedenken an Friedl Schöller,
Michael Frieser, Bundestagsabgeordneter für Nürnberg-Süd und Schwabach


In dieser Woche verstarb die Ehrensenatorin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande, Trägerin des Bayerischen Verdienstordens und Trägerin der Bürgermedaille Friedl Schöller.
Wenige Tage vor Vollendung ihres 90. Lebensjahres und zehn Jahre nach dem Tode ihres Ehemanns Dr. Theo Schöller verliert Nürnberg mit Friedl Schöller eine außergewöhnliche Bürgerin, die mit dankenswerter Großzügigkeit zahlreiche wichtige Einrichtungen unterstützte. Ihren Angehörigen gilt mein Mitgefühl.
Von der Errichtung einer Stiftungsprofessur an der Friedrich-Alexander-Universität über das Altersmedizinzentrum im Klinikum Nord und die Einrichtung des Herzzentrums im Klinikum Süd bis hin zu zahlreichen anderen Projekten hat Friedl Schöller mit der Theo und Friedl Schöller-Stiftung für Nürnberg vieles geleistet. Wir sind Friedl Schöller dankbar, die sich in so besonderer Weise für das Gemeinwesen eingesetzt und engagiert hat, und werden ihr Andenken in hohen Ehren halten.
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