Trauer um Dr. Ursula Peters

Dr. Ursula Peters, ehemalige Sammlungsleiterin der Germanischen Nationalmuseums. (Foto: GNM)
Ehemalige Sammlungsleiterin des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg Dr. Ursula Peters ist verstorben

NÜRNBERG (pm/nf) - Die Kunsthistorikerin und ehemalige Sammlungsleiterin Dr. Ursula Peters verstarb am Freitag, 6. November 2015 nach kurzer, schwerer Krankheit. Bis zu ihrer Pensionierung im Sommer 2015 leitete sie fast 30 Jahre lang die Sammlung zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts am Germanischen Nationalmuseum.


Beeindruckend war ihr breit gefächertes und fundiertes Wissen zur Kulturgeschichte, das sich neben der bildenden Kunst auch auf die Musik, das Theater, die Oper, Literatur, Tanz, Kino und Performancekunst sowie politische Geschichte erstreckte. Aufgeschlossen und interessiert an allem Neuen stellte sie traditionelle Sichtweisen in Frage. Dr. Ursula Peters war eine der ersten am Germanischen Nationalmuseum, die ihren Sammlungsbestand neu ordnete und in einem kulturgeschichtlichen Konzept präsentierte – eine Ausstellungsweise, die wegweisend für das Museum werden sollte.

Ursula Peters studierte in den 1970er Jahren in Köln Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Philosophie und promovierte über Form und Gehalt des fotografischen Bildes in Deutschland zwischen 1839 und 1900. Nach einem Volontariat am Wallraf-Richartz-Museum/Museum Ludwig in Köln leitete sie zunächst den Kunst- und Museumsverein Wuppertal und betreute außerdem die Graphische Sammlung des Von der Heydt-Museums, bevor sie 1987 ans Germanische Nationalmuseum wechselte und hier die Leitung der Sammlung Kunst und Kunsthandwerk des 19. und 20. Jahrhunderts übernahm.

In der Kunstszene gut vernetzt, gelang es Frau Dr. Peters, den Bestand ihrer Sammlung erheblich zu erweitern. Über Neuerwerbungen schrieb sie umfassend und veröffentlichte regelmäßig in hauseigenen Publikationen. Ihre Forschungsinteressen reichten von der Avantgarde bis zur Alltagskultur – von der Kunst- und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts mit seinen nationalen und nationalistischen Bewegungen über die Klassische Moderne und den Nationalsozialismus bis zur Kunst nach 1945 in Deutschland mit besonderer Berücksichtigung der Kunstszene der DDR. Zu ihren letzten Projekten zählten die große Sonderausstellung „Kunst und Kalter Krieg“ im Jahr 2009 und die Wiedereinrichtung der Sammlung des 20. Jahrhunderts in den Jahren 2011/12.
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