Trauer um Henriette Schmidt-Burkhardt

Henriette Schmidt-Burkhardt (l.) mit dem ehemaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Günther Beckstein (r.) und seiner Frau Marga (Mitte). (Foto: bayernpress)
 
Der letzte offizielle Auftritt von Henriette Schmidt-Burkhardt anlässlich der Eröffnung der Lebkuchensaison im Herbst 2013. (Foto: John R. Braun)

NÜRNBERG (pm/nf) - Die Stadt Nürnberg trauert um Bürgermedaillenträgerin Henriette Schmidt-Burkhardt. Sie ist am vergangenen Freitag, 21. Februar 2014, im Alter von 87 Jahren gestorben. „Mit dem Tod von Henriette Schmidt-Burkhardt verlieren wir eine erfolgreiche Unternehmerin, eine leidenschaftliche Nürnbergerin und eine großherzige Förderin des Gemeinwohls. Mit ihrem erfrischenden Humor und ihrer Geradlinigkeit war sie auch eine ganz besondere fränkische Persönlichkeit. Sie hat sich um unsere Stadt außerordentliche Verdienste erworben. Ihr großes Engagement wird nachwirken. Wir werden ihr ein ehrendes Angedenken bewahren“, sagt Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly.

Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner erklärt: „Wir verlieren mit Henriette Schmidt-Burkhardt eine ausgewiesene Kennerin und Förderin der Nürnberger Kunst und Kultur, der wir zu großem Dank verpflichtet sind. Dank ihres mäzenatischen Wirkens konnte Bestehendes erhalten und Neues gewagt werden. Ihre Liebe galt insbesondere der klassischen Musik, die sie Menschen aus allen Schichten und Altersgruppen zugänglich machen wollte.“

Henriette Schmidt-Burkhardt war immer tatkräftig zur Stelle, wenn es um die Unterstützung kultureller, stadtgeschichtlicher und sozialer Aufgaben ging. So trug die Mäzenin unter anderem zur Finanzierung des 950. Stadtjubiläums Nürnbergs im Jahr 2000 bei. Das Klassik Open Air ist nicht zuletzt ihrer dauerhaften Förderung mit zu verdanken.

Henriette Schmidt-Burkhardt wurde am 8. März 1926 in Nürnberg geboren. Vor dem Einstieg in das Familienunternehmen Lebkuchen-Schmidt war sie 17 Jahre lang bis 1963 als Grundschullehrerin in St. Leonhard tätig. Die Förderung von Kindern war ihr immer ein Herzensanliegen.
Das Traditionsunternehmen wurde 1927 von ihrem späteren Schwiegervater E. Otto Schmidt in einem Hinterhaus an der Voltastraße gegründet. Mit zehn Mitarbeitern wurden Lebkuchensortimente zusammengestellt und an Endverbraucher mit Paketen verschickt. Heute ist Lebkuchen-Schmidt der weltweit älteste Versender für Lebkuchen und Gebäckspezialitäten.

1952 hatte Henriette Schmidt-Burkhardt einen Sohn des Firmengründers E. Otto Schmidt geheiratet. Nach dem frühen Tod ihres Mannes Rudolf Schmidt-Burkhardt (1980) und ihres Schwagers Martin Schmidt-Burkhardt (1983) übernahm sie die Leitung des Unternehmens. 1988 erfolgte der Zukauf der Firma Wicklein Lebkuchen. Henriette Schmidt-Burkhardt hat die Expansion des Unternehmens in den 1990er Jahren und zu Beginn des neuen Jahrtausends energisch vorangetrieben. Heute arbeiten in dem Betrieb in der Hauptsaison zwischen September und Dezember über 800 Beschäftigte.

Mit großer Durchsetzungskraft hat Henriette Schmidt-Burkhardt ihr Unternehmen geleitet und so die Erfolgsgeschichte von Lebkuchen-Schmidt geprägt. Als sie 2011 bei einem Festakt mit der IHK-Ehrenmedaille ausgezeichnet wurde, nutzte sie selbst diese Gelegenheit, mit herzlichem Charme für die Produkte ihrer Firma zu werben. Als Trikot-Sponsor der Ice Tigers wurde Lebkuchen-Schmidt auch den Eishockey-Fans ein Begriff.
Henriette Schmidt-Burkhardt war Trägerin des Bayerischen Verdienstordens und Ehrensenatorin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Die Stadt Nürnberg zeichnete sie 2004 mit der Bürgermedaille aus. Der passionierten Opern- und Konzertliebhaberin lag die Förderung der Kultur genauso am Herzen wie die Unterstützung sozialer Themen. So manches hat sie bewirkt, ohne dass die Öffentlichkeit davon erfuhr. Ihr großes Engagement kam aus tiefer innerer Überzeugung. In einem Gespräch mit einem Magazin sagte sie einmal: „Ich mag keine Spruchbeutel. Ich tu das ja nicht, damit es in der Zeitung steht, sondern weil mir die Dinge wichtig sind – und weil ich mein Nürnberg halt liebe.“
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