Trauer um MDR-Gründungsintendant Udo Reiter

MdB Michael Frieser zum Suizid von Udo Reiter

NÜRNBERG/SCHWABACH/LELIPZIG - Mit tiefer Bestürzung hat der Mitteldeutsche Rundfunk auf die Nachricht vom Tod seines Gründungsintendanten Professor Dr. Udo Reiter reagiert. ,,Die deutsche Medienlandschaft, wie wir sie heute kennen, verliert mit Udo Reiter einen ihrer Gründungsväter, der MDR einen Kollegen und väterlichen Freund", sagte MDR-Intendantin Karola Wille in Leipzig. Gerade in diesen Tagen mache der Tod von Udo Reiter besonders betroffen. Wille: "Er war in den Tagen nach der friedlichen Revolution einer der großen Gestalter einer neuen demokratischen Mediengesellschaft im wiedervereinigten Deutschland. Ein Visionär, der mit Kraft, Überzeugung und politischem Geschick den gerade erst formierten neuen politischen Strukturen in den neuen Bundesländern eine publizistische Stimme gegeben hat".


Udo Reiter wurde am 28. März 1944 in Lindau am Bodensee geboren. Nach dem Abitur 1963 studierte er Germanistik, Geschichte und Politische Wissenschaften in München und Berlin und schloss sein Studium mit der Promotion zum Dr. phil. ab. 1970 begann er ein Volontariat beim Bayerischen Rundfunk. Dort war er anschließend in verschiedenen Funktionen journalistisch tätig, von 1986 an als Hörfunkdirektor.

Im Juli 1991 wurde Udo Reiter zum Intendanten des neu gegründeten Mitteldeutschen Rundfunks gewählt und in den Jahren 1996, 2002 und 2008 jeweils in diesem Amt bestätigt bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst Ende 2011. Udo Reiter übte innerhalb der ARD zahlreiche Funktionen aus, 1997 und 1998 war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft. Daneben fungierte er von 1999 an auch als Filmintendant innerhalb der ARD und hatte den Aufsichtsratsvorsitz der Filmeinkaufsgesellschaft Degeto Film GmbH inne.


Zum Tod von Udo Reiter, dem ehemaligen MDR-Intendanten, erklärt der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für Nürnberg-Süd und Schwabach und innen- und rechtspolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe, Michael Frieser:

„Ich bedauere den Tod von Udo Reiter, der mit Nachdruck und Engagement seine Position zum Thema Sterbehilfe prominent in der Öffentlichkeit vertreten hat. In der noch andauernden Diskussion wird uns seine Stimme fehlen. Auch wenn ich seine Position nicht teile, brauchen wir Vertreter unterschiedlichster Blickwinkel, damit diese angemessen berücksichtigt werden können.

Herr Reiter hat diesen Weg gewählt, weil er wie er selbst sagte kein Pflegefall sein wollte. Die Gründe für seinen Suizid sollten aber keinen Vorbildcharakter haben. Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der die Pflegebedürftigkeit eines Menschen den Wert seines Lebens bestimmt. Menschen dürfen sich nicht unter Druck gesetzt fühlen und das Gefühl bekommen, der Gesellschaft zur Last zu fallen und deshalb den Weg der Sterbehilfe wählen. Deswegen bin ich entschieden gegen jede Form von organisierter und geschäftsmäßiger Suizidbeihilfe.“
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