Trauer um Otto Philipp Schenk Graf von Stauffenberg

Trauerzug von Schloss Greifenstein zum Familienfriedhof. (Foto: Nicole Fuchsbauer)
 
Requiem in der evangelischen Kirche Heiligenstadt zum Tode von Otto Philipp Schenk Graf von Stauffenberg mit Familie, Freunden und Gemeindemitgliedern. (Foto: Nicole Fuchsbauer)
,,Wenn Zeiten sich wenden, steht der Himmel offen“

REGION/HEILIGENSTADT (nf) - Der Markt Heiligenstadt hat eine Persönlichkeit verloren. Heute (24. Juli 2015) wurde Otto Philipp Schenk Graf von Stauffenberg beigesetzt. Das feierliche Requiem fand in der evangelischen Kirche (St. Veit/St. Michaels Kirche) in Heiligenstadt - die Beisetzung auf dem Familienfriedhof bei Schloss Greifenstein statt.


Am Donnerstag, 16. Juli 2015, verstarb der ehemalige Gemeinderat der Marktgemeinde Heiligenstadt im Alter von 88 Jahren nach schwerer Krankheit auf Schloss Greifenstein. Das letzte Geleit gaben Mitglieder des deutschen Adels sowie Trauergäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Darunter auch Landrat Johann Kalb und Heiligenstadts Bürgermeister Helmut Krämer und Bezirkstagspräsident Günther Denzler.

Otto Philipp Schenk Graf von Stauffenberg übernahm nach seiner Heirat im September 1949 das großväterliche Schloss Greifenstein. Der engagierte Kommunalpolitiker war von 1960 bis 1970 Gemeinderat der früheren Gemeinde Stücht. Von 1978 bis 1996 war er Marktgemeinderat des Marktes Heiligenstadt i.OFr. und von 1972 bis 1990 Kreisrat des Landkreises Bamberg. Während dieser Zeit hat er sich große Verdienste in der Marktgemeinde Heiligenstadt i.OFr. und im Landkreis Bamberg erworben. Der Markt Heiligenstadt i.OFr. verlieh ihm deshalb im Jahr 1986 das Ehrenwappen des Marktes Heiligenstadt i.OFr. Er war ein ausgleichender, weitsichtiger und friedensstiftender Gemeinderat, so die Marktgemeinde.

Der höchst engagierte Graf war außerdem Vorsitzender des Tarifausschusses des Arbeitgeberverbandes für die Land- und Forstwirtschaft, jahrzehntelang Hegeringleiter und Kreisjagdberater, Mitglied im bayerischen Waldbesitzerverband, Mitglied im Verband der bayerischen Grundbesitzer. Seit der Einrichtung von Pfarrgemeinderäten, war er 28 Jahre lang Vorsitzender und anschließend seit 2006 Ehrenvorsitzender des Pfarrgemeinderats in Heiligenstadt. Er fungierte als Patronatsherr der katholischen Pfarrei Heiligenstadt-Burggrub und der evangelischen Kirche Heiligenstadt.
Otto Philipp Schenk Graf von Stauffenberg galt als guter Zuhörer und Ratgeber, seinen Kindern und Enkeln ein Vorbild. Der tiefgläubige Familienmensch verlor nie seinen Humor, war charmant, herzlich und bescheiden. Die Marktgemeinde und die Region verlieren mit Graf Stauffenberg eine herausragende Persönlichkeit und seine Familie ihren Mittelpunkt.
Doch sein Weg war oft genug steinig und gefährlich. Er wurde am 28.10.1926 in München geboren, studierte Forstwirtschaft und wuchs im Stammschloss der Familie in Jettingen (Schwaben) auf. Als Neffe des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg (sein Großvater und der Vater von Claus Schenk von Stauffenberg waren Brüder) wurde auch er Opfer des Naziterrors. Als das Attentat von Claus Schenk von Stauffenberg auf Hitler am 20. Juli 1944 im Führungshauptquartier ,,Wolfsschanze" bei Rastenburg in Ostpreußen fehlschlug, entlud sich der ganze Hass der Nazis auf die gesamte Familie der Schenken von Stauffenberg. Graf Philipp wurde von der Geheimen Staatspolizei am 11. August 1944 in Jettingen festgenommen. Monatelang wurde er von einem Gefängnis oder Konzentrationslager zum anderen verschleppt - bis ihn am 4. Mai 1945 die Amerikaner befreiten.

Das Glück kam zurück mit seiner Frau Oculi Freiin von Lerchenfeld. Das Paar war 57 Jahre glücklich verheiratet, gesegnet mit den Kindern Christoph, Beatrix, Alexander und Isabell. Im Jahr 2006 verstarb leider seine Frau Oculi, im Jahr 2014 folgte Tochter Isabell ,,Belli“. Nach einer schweren Operation im Jahr 2010 war der Graf pflegebedürftig. Anfang Juli 2015 verschlechterte sich sein Zustand, nach 10-tägiger Bettlägrigkeit verstarb er am 16. Juli 2015.
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