Traumergebnis für Jung

Mit einem überwältigenden Votum von  80,14 Prozent der Wählerstimmen wurde Dr. Thomas Jung (SPD) als Fürther Oberbürgermeister in seinem Amt bestätigt.

FÜRTH (web) - Im Landkreis tritt der CSU-  Kandidat Matthias Dießl mit 50,3 Prozent die Nachfolge von Gabriele Pauli als Landrat an.  

Zwar ging Jung als haushoher Favorit in die Wahl, doch hatten auch die größten Optimisten unter den Fürther Sozialdemokraten nie mit einem derartigen Vorsprung gerechnet. Jungs CSU-Widersacherin Birgit Bayer-Tersch kam gerade mal auf 15,28 Prozent. Das sensationelle Ergebnis der SPD-Gallionsfigur wurde mit der absoluten Mehrheit seiner Partei im Stadtrat untermauert. Mit 57,2 Prozent erreicht die SPD 30 von 50 möglichen Sitzen, was ein Plus von sechs Sitzen bedeutet. Die CSU hindessen büßt gleich 8 Mandate ein und ist künftig nur mit 12 Stadträten vertreten.

"Mir fehlen echt die Worte", staunte selbst Jung über den in dieser Höhe nie erwarteten Wahlerfolg. Er habe zwar fest an einen Sieg geglaubt, "aber mit einem Ergebnis so um die 60 Prozent", gibt der alte und neue Oberbürgermeister zu. Umso heftiger und überschäumender war deshalb auch der Jubel, der ihm entgegenschlug als er das Limoges-Haus betrat, in dem die SPD-Wahlparty bereits im vollen Gang war. 

Trotz aller Freude wies Jung seine Genossinnen und Genossen darauf hin, dass "wir nun auch den hohen Erwartungen gerecht werden müssen". Er warnte vor Übermut, Ausruhen sei jetzt nicht angesagt. Und so fügte er hinzu, dass er bereits rund 90 Projekte auf seiner Liste habe, die nun angepackt werden müssen.  



Unbändige Freude bei den Fürther Sozialdemokraten: SPD Kreisvorsitzender Horst Arnold (li.) und Fraktionschef Markus Braun (re.) lassen ihren Spitzenkandidaten und Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung (M.) nach seinem überlegenen Wahlsieg hochleben und tragen ihn auf den Schultern zur Wahlparty im Limoges-Haus.     Foto:Ebersberger

Derweil war bei der CSU Katzenjammer angesagt. "Ein bisschen mehr" habe sie schon erwartet, gab die CSU-Spitzenkandidatin Birgit Bayer-Tersch zu, gratulierte aber ihrem Kontrahanten zur Wahl. Entmutigen lässt sie sich aber nicht: "Ich werde weiter Politik machen." Dennoch. Die Christdemokraten mussten in Fürth eine empfindliche Niederlage einstecken.  

Zu denken gibt allerdings die doch sehr geringe Wahlbeteiligung von 49,4 Prozent. "Da muss man sich auf alle Fälle drüber unterhalten", merkte SPD-Bürgermeister Hartmut Träger an.  

Großer Jubel herrschte auch bei der Landkreis-CSU. Matthias Dießl erreichte überraschend gleich im ersten Wahlgang die Mehrheit von 50,31 Prozent. Der SPD-Kandidat Günther Meth blieb mit 29,3 Prozent ebenso hinter den Erwartungen zurück wie Bernhard Gottbehüt. Der FDP-Politiker kam lediglich auf 8,1 Prozent. Der neu gewählte Fürther Landrat bedankte sich bei seinen Wählern für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und versprach sich mit seiner "ganzen Kraft" für den Landkreis Fürth einzusetzen. 

Für einige Politikerinnen und Politiker im Landkreis geht es in die Verlängerung. So stehen in Stein, Oberasbach, Großhabersdorf, Wilhermsdorf und Roßtal am 16. März in die Stichwahl. In Veitsbronn setzte sich Amtsinhaber Peter Lerch (SPD) mit 69 Prozent ebenso klar durch wie Bernd Obst (CSU; 79 Prozent) in Cadolzburg. Franz Schmuck (SPD) geht in Ammerndorf mit 55,6 Prozent indie vierte Amtsperiode, in Langenzenn sicherte sich Jürgen Habel (CSU) mit 50,02 Prozent nur hauchdünn die absolute Mehrheit. Der gemeinsame Kandidat von SPD, Grüne und Freien Wählern, Herbert Jäger, gewann in Obermichelbach mit 52 Prozent.



Heike Jung freute sich mit ihrem Gatten über den Wahlerfolg.       Foto: Ebersberger



Die Spitzenkandidatin der Fürther CSU, Birgit Bayer-Tersch, und ihre Parteikollegen Thorsten Fiedel (li.) und Florian Hauck können trotz der Wahlschlappe noch lachen. Foto: tom



Matthias Dießl wurde auf Anhieb neuer Landrat.       Foto: oh
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