U3 startet am 14. Juni 2008

Deutschlands erste automatische U-Bahn-Linie - Erprobungsbetrieb läuft gut

NÜRNBERG - Das Projekt RUBIN, hinter dem sich Deutschlands erste automatisierte UBahn- Linie verbirgt, fährt dem Ziel entgegen. Seit Mitte Dezember 2007 läuft der Erprobungsbetrieb für die Nürnberger UBahn- Linie U3 (Gustav-Adolf- Straße Maxfeld). "Wir liegen gut im Plan und sind insgesamt mit dem Verlauf zufrieden", so der Vorstandsvorsitzende der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg, Herbert Dombrowsky.



Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly (M:), Herbert Dombrowsky (VAG) und Dr. Heinrich Singer (r., Siemens). F.: VAG


Beendet wird der Erprobungsbetrieb Mitte April 2008. Im Anschluss an den Erprobungsbetrieb schreiben die Gutachter für die Technische Aufsichtsbehörde (TAB) bei der Regierung von Mittelfranken die abschließenden Stellungnahmen. Nach Prüfung der Unterlagen und der Stellungnahmen steht dann die endgültige Freigabe des automatisierten U-Bahn-Systems durch die TAB an. Die U3 wird am Samstag, 14. Juni 2008 endgültig für den Fahrgastbetrieb freigegeben. Am 15. Juni wird dann der Fahrplan umgestellt. Für die offizielle Eröffnung haben inzwischen als Vertreter der Bundesregierung der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Wolfgang Tiefensee, sowie als Vertreter des Landes der Bayerische Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Markus Söder, zugesagt. Zur offiziellen Eröffnung wird es in jedem Fall kostenlose Fahrten mit der automatischen UBahn zwischen den U-Bahnhöfen Maxfeld und Gustav-Adolf-Straße geben. An beiden Endbahnhöfen der U3 sind Bürgerfeste geplant.



OB Dr. Ulrich Maly, Herbert Dombrowsky (VAG), Dr. Heinrich Hiesinger (Siemens), Dr. Rainer Müller (VAG) und Josef Hasler (VAG) (v.l.). Foto: VAG


Mit Blick auf das Gesamtsystem stehen während des Erpro-bungsbetriebes die Stabilität und Verfügbarkeit auf dem Prüfstand. Das gesamte System wird noch einmal unter die Lupe genommen, alle Abläufe noch einmal durchgespielt und durchleuchtet. Zentrale Frage: Reagieren alle Systeme,ob in der Leitstelle, entlang der Strecke oder im Zug so, wie sie es sollen? Es folgen zudem präzise Messungen zur Verfügbarkeit sowie, daraus resultierend, laufend Optimierungenam Gesamtsystem. Auch die Bedienbarkeit wird auf Basis der aktuellen Erfahrungswerte noch weiter verbessert. Letztendlich soll das Gesamtsystem sicher sein, aber auch gewährleistet werden, dass die Züge in der Regel fahren, also nur stehen, wenn dies tatsächlich geboten ist.

Das Fahren nach Fahrplan ist Daueraufgabe im Erprobungsbetrieb. Eingestreut werden in den Regelbetrieb 150 so genannte Testfälle, also betriebliche Szenarien und Abläufe.

Es gibt aber auch Testfälle, in der Regel Notfallszenarien, die seltener oder nur einmal durchgespielt werden. Hier sind teilweise auch Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste mitim Boot. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie eintreten, ist zwar relativ gering, aber sie müssen dennoch bedacht und durch exerziert werden, damit auch in diesen Fällen jeder Griff, jede Aktion sitzt.

Bis jetzt laufen sämtliche Programme gut - reagieren demnach zuverlässig zur sicheren Seite hin, was nichts anderes bedeutet, als dass die U-Bahnen dann gestoppt werden bzw. nicht losfahren, wenn die Systeme entsprechende Meldungen bekommen. Um zwei Beispiele zu nennen: Ist eine Tür nicht ordnungsgemäß geschlossen, fährt der Zug nicht ab oder steht am nächsten Bahnhof ein Vorzug, so fährt der folgende Zug nicht an, um einen Halt im Tunnel zu vermeiden. Fast alle systematischen Fehler sind beseitigt , zieht VAG- Betriebs- und Projektleiter Konrad Schmidt Bilanz. Mit Siemens sind wir derzeit vor allem daran, auch Einzelfehler, wie Türstörungen, zu beheben. Entspannt zurücklehnen können sich die Projektteams dennoch nicht. Der Feinschliff der Systeme wird die Projektteams auch während der nächsten Wochen intensiv beschäftigen. Grundsätzlich stehen weitere Optimierungen auch mit Beginn des Fahrgastbetriebes an. Dann wird sich beispielsweise zeigen, ob die Haltezeiten, die für die einzelnen Bahnhöfe ermitteltwurden, tatsächlich ausreichen. Genutzt wird die Zeit bis zum Beginn des Fahrgastbetriebes von der VAG auch noch einmal für eine intensive Kommunikation und Information mit den Fahrgästen. So wandert in den nächsten Wochen ein Infostand weiter von U3-Bahnhof zu U3-Bahnhof. Zudem können Infoveranstaltungen gebucht und besucht sowie die Fahrzeuge noch einmal besichtigt werden.
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