Umbau Bahnhofsplatz: Wie eine Operation am offenen Herzen

In der ersten Umbauphase werden die meisten Arbeiten am westlichen Bahnhofsplatz durchgeführt. Im südlichen Bereich vor dem Bahnhof werden Leerrohre für Versorgungsleitungen gelegt. (Foto: Nicole Fuchsbauer)
 
Schilder, LED-Tafeln und Infobroschüren bereiten die Verkehrsteilnehmer auf die Baustelle vor. (Foto: Nicole Fuchsbauer)
Alle wichtigen Infos zur bedeutendsten Baustelle Nürnbergs - Interaktiver Umleitungsplan - So sieht der Bahnhofsplatz in Zukunft aus

NÜRNBERG (nf) - Das wird ein schwerer Brocken für alle Beteiligten. Der Umbau des Bahnhofsplatzes - an einem der verkehrsreichsten Plätze Nürnbergs - beginnt mit der ersten Bauphase am kommenden Montag, 24. April 2017. Planer, Baufirmen, Autofahrer, Fußgänger, Radfahrer, Zugreisende und Pendler - sie alle brauchen bis zum Abschluss der Bauarbeiten (10. November 2017) gute Nerven. Bürgermeister Christian Vogel und Marco Daume, Technischer Werkleiter Sör, sagen: ,,Ja, es ist wie eine OP am offenen Herzen.“

Die Durchführung gestaltet sich komplex, weil auch der Abriss der Hauptpost ansteht: 45.000 Fahrzeuge täglich, dazu 3.000 Radler, 100.000 Pendler, Straßenbahnen und Busse müssen sich durch die Baustelle und erforderlichen Umleitungen quetschen. Teilweise werden temporär Zugänge zur Altstadt wie etwa die Königstraße (9. und 10. Juni) oder Gleißbühlstraße gesperrt. Die einzige Chance, das Stau-Chaos zu vermeiden: Andere Routen wählen, großräumig umfahren, möglichst die Öffentlichen Verkehrsmittel wählen. Für die Anwohner bedeutet der Umbau auch den Lärm der Nachtarbeit (ab 21 Uhr) (beispielweise für Gleisarbeiten) zu erdulden. Aber nicht durchgängig, beschwichtigt Marco Daume.

Damit sich die Verkehrsteilnehmer auf die Großbaustelle besser einstellen können, geizt die Stadt nicht mit Infos. Auf LED-Tafeln, Infoblättern und Social Media Kanälen wie Twitter wird der aktuelle Stand der Dinge, über Sperrungen und Umleitungen informiert.

Was soll bis Ende des Jahres besser werden?

Bürgermeister Christian Vogel sagt, es werde nicht der schönste Platz Europas - aber funktional. Zukünftig gibt es einen direkten, oberirdischen Zugang für Fußgänger vom Bahnhof in die Altstadt. Die neue Fußgängerampel wird zu keiner Staufalle führen, versichern die Fachleute. Dies alles dient nicht nur aber auch dem Sicherheitsempfinden der Fußgänger, weil man die berüchtigte Königstorpassage meiden kann. Das sei nicht der vorrangige Grund für den Umbau, wehrt Vogel ab. Trotzdem müsse man sich selbstverständlich um die Situation in der Königstorpassage kümmern.
Die Verkehrswege werden insgesamt sicherer, es entstehen neue Fahrradparkplätze sowie breitere Fahrradwege. Barrierefreie Bahnsteige für Straßenbahnen und Bussen sind eingeplant, genauso wie komfortable ,,Kiss&Ride“-Zonen für Kurzzeitparker.

Drei Bauphasen haben die Planer festgelegt. 1. Bauphase vom 24. April bis 17. Juni 2017. Zweite Bauphase (Herzstück) vom 19. Juni bis 23. September 2017 und dritte Bauphase vom 25. September bis 10. November - wenn alles glatt läuft. Auf jeden Fall wird die Baustelle bis zum Beginn des Christkindlesmarktes abgeschlossen.

Insgesamt kostet der Umbau des Bahnhofplatzes rund 5,4 Millionen Euro (ohne Anteile des Investors Hauptpost). Die Stadt profitiert von Zuschüssen des Bundes und des Freistaates, so dass der Kostenanteil der Stadt Nürnberg bei etwa 2,1 Millionen Euro liegt.


Hier können Sie sich laufend informieren

www.soer.nuernberg.de
www.karte-bahnhofsplatz2017.nuernberg.de

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