Unterwegs mit einem himmlischen Passagier

Das neue Christkind mit den VAG-Fahrern Michael Sauerbeck, Ralf Kühnel und Uwe Freese (v.r.). (Foto: oh/Christine Dierenbach)

NÜRNBERG (pm/nf) - In der Vorweihnachtszeit hat das Nürnberger Christkind jede Menge zu tun. Damit es seine Flügel ein wenig schonen kann, sorgen drei Fahrer der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft dafür, dass es sicher und pünktlich zu seinen Terminen kommt. Die Christkind-Fahrer – Michael Sauerbeck, Ralf Kühnel und Uwe Freese – werden die himmlische Botschafterin während der Adventszeit chauffieren.


„Als Fahrer des Nürnberger Christkindes sorge ich mit dafür, dass ein wunderbarer Brauch lebt. Es ist einfach schön zu sehen, wie das Christkind überall mit leuchtenden Augen empfangen wird“, sagt der gelernte U-Bahn- und Straßenbahnfahrer Michael Sauerbeck. Seit mittlerweile 16 Jahren – seitdem VAG-Mitarbeiter das Nürnberger Christkind fahren – ist Michael Sauerbeck jedes Jahr zur Adventszeit mit der himmlischen Botschafterin unterwegs. In einem Kleinbus fahren Sauerbeck und seine beiden Kollegen Ralf Kühnel und Uwe Freese das diesjährige Christkind Teresa Treuheit abwechselnd zu rund 170 Terminen. Dabei wird die 18-Jährige nicht nur in Nürnberg und der Region erwartet, son-dern auch bei Veranstaltungen in ganz Deutschland. Ob in Kindergärten oder Altenheimen, zu Besuch bei Kranken und Obdachlosen oder mitten unter der Prominenz bei Galaver-anstaltungen: Wo auch immer das Nürnberger Christkind mit einem seiner Fahrer hinkommt, leuchten Augen.
Rundumversorgung des Christkindes
Zu den Aufgaben der Christkind-Fahrer gehört nicht nur der Fahrdienst. So gilt es auch den Terminplan, den das Presse- und Informationsamt der Stadt Nürnberg erstellt, einzuhalten. Denn manchmal wird das Christkind stündlich zu einer anderen Veranstaltung eingeladen, teilweise liegen die Termine sogar noch enger. Für die Fahrer bedeutet das, immer die Zeit im Blick zu behalten, was aber für VAG-Mitarbeiter keine Besonderheit ist. Denn auch im Alltag gilt es die Fahrzeiten einzuhalten.
Neben den Chauffeurdiensten kommen kleinere Besorgungen und die Verpflegung des Christkindes mit alltäglichen Dingen. Braucht es zum Beispiel in der Erkältungszeit etwas aus der Apotheke, besorgen das rasch die Fahrer. Denn würde die himmlische Passagierin zwischen zwei Terminen selbst in den Laden gehen, käme sie umringt von ihren kleinen und großen Bewunderern so schnell nicht mehr heraus. „Das können wir uns wegen des straffen Zeitplans nicht leisten und gerade in dichteren Menschenmengen müssen wir das Christkind vor allzu starkem Andrang abschirmen“, erklärt Michael Sauerbeck. Auch das Kostüm haben die Fahrer immer fest im Blick und achten darauf, dass Kleid, Haare und Krone stets perfekt sitzen.
Da auch beim Christkind einmal etwas schief gehen kann, benötigen die Fahrer Flexibilität. Doch für Sauerbeck, Kühnel und Freese ist das kein Problem. „Als Fahrer im öffentlichen Nahverkehr sollte man diese Eigenschaft ohnehin besitzen“, sagt Sauerbeck, der seit 1986 bei der VAG arbeitet. So können sich beispielsweise Termine verschieben oder es kommt spontan eine Veranstaltung dazu. Damit die knapp 170 Fahrten reibungslos ablaufen, ist die Kommunikation untereinander wichtig: „Über Handy stehen wir miteinander in Kontakt
und nutzen die Fahrzeugübergabe, um uns abzusprechen“, berichtet der gelernte Straßenbahn-, U-Bahn- und Busfahrer Ralf Kühnel.
Uwe Freese, der Dritte im Bunde, ist in diesem Jahr zum ersten Mal als Christkind-Fahrer dabei. Doch bei der VAG gehört der ausgebildete Straßenbahn- und Busfahrer mit 23 Dienstjahren längst zu den Erfahrenen: „Meine beiden Kollegen und ich sind ein eingespieltes Team – das hilft uns bei der Arbeit sehr“, so Freese. Auf die Christkind-Fahrten hat er sich dennoch ein wenig vorbereitet. So habe er sich im Internet vorab über die Routen informiert. „Damit ich weiß, wo es überall hingeht, habe ich mir die verschiedenen Strecken zu den Terminen schon einmal angesehen“, sagt Freese. Ganz so, wie im VAG-Dienst.
Im Bus ein wenig Schlaf nachholen
Im Bus sorgen die Fahrer dafür, dass das Christkind auch ein wenig zur Ruhe kommt. Mit Kissen und Decken kann es auf der Rückbank bei längeren Fahrten eine Mütze Schlaf nachholen. Unterwegs im Kleinbus sind Sauerbeck, Kühnel und Freese auch Zuhörer: „Die jungen Damen erleben in ihrer Amtszeit so viel, dass sie die neuen Eindrücke verarbeiten müssen. Mit uns kann sich das jeweilige Christkind gut über das Erlebte austauschen“, so Ralf Kühnel, der bereits vier Jahre im Dienst des Christkindes ist.
Die drei Christkind-Fahrer sind ab der Wahl dabei und begleiten auch das diesjährige Christkind Teresa Treuheit durch ihre zweijährige Amtszeit. Dabei wächst ihnen die himmlische Passagierin immer auch ans Herz. „Der Abschied fällt nach zwei Jahren und viel gemeinsamer Zeit schon ganz schön schwer“, sagt Ralf Kühnel. Das Christkind macht die Adventszeit für ihn zu etwas Besonderem. Das empfindet auch Michael Sauerbeck so: „Wir sind nicht nur die Fahrer, sondern auch Gesprächspartner und sogar ein bisschen die Beschützer des Christkindes – eine wahrhaft himmlische Aufgabe.“
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