VAG Warnstreik: Es wird weiter verhandelt - Probleme bei den Straßenbahnlinien 4 und 6

Die Verhandlungen zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaften im öffentlichen Nahverkehr werden am Montag fortgesetzt. (Foto: Fotolia)

NÜRNBERG (pm/nf) - Die Gewerkschaften haben heute Morgen, 27. Juni 2014, um 4.00 Uhr wie angekündigt den Warnstreik im öffentlichen Personennahverkehr in Nürnberg, Fürth und Erlangen beendet. Der Betrieb wurde um 4.00 Uhr wieder aufgenommen. Bis jetzt sind alle U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse planmäßig unterwegs.


Auf den Straßenbahnlinien 4 (Thon – Gibitzenhof) und 6 (Doku-Zentrum – Westfriedhof) wird heute und die nächsten Tage ein Sonderfahrplan gelten. Grund ist der Oberleitungsschaden im Steinbühler Tunnel, dessen Reparatur mehrere Tage in Anspruch nehmen wird.

Der Start heute morgen (Freitag, 27. Juni 2014) verlief in der ersten Phase nicht ganz glatt. Dies betrifft die Bahnen, die im Norden Nürnbergs unterwegs sind. Dies liegt daran, dass keine Zeit mehr war – streikbedingt, aber auch wegen der kurzen Vorbereitungszeit seit gestern – die Dienstpläne und die Ausrückzeiten für die Straßenbahnen aus dem Depot optimal aufeinander abzustimmen.

Die VAG hat zwar heute noch versucht, möglichst viele Fahrer zu erreichen, um zu gewährleisten, dass diese früher als eigentlich notwendig zum Dienst anzutreten. Die Bahnen brauchen nämlich vom Depot in der Heinrich-Alfes-Straße zu ihren Startpunkten im Norden länger als normalerweise.
Für den Samstag konnten die Dienstpläne auf die neuen Fahrpläne und Ausrückzeiten bereits abgestimmt werden.

Nicht besetzt werden konnte gestern auch das Servicetelefon der VAG, das von den Gewerkschaftsvertretern als nicht notdienstplanfähig eingestuft wurde. Es haben sich dennoch Mitarbeiter spontan bei der Leitstelle gemeldet, um dort anrufenden Kunden Auskunft zu geben. Insgesamt 900 Kunden haben sich bis gegen 16.00 Uhr dort gemeldet. 85 Prozent der Anrufe konnten entgegen genommen werden. Die Kunden wollten in der Regel Informationen, wie sie trotz Streik mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B kommen. Teils waren sie – berechtigt – verärgert. Insgesamt gingen seit Montagmittag am Servicetelefon 12.500 Anrufe ein. Das entspricht einem durchschnittlichen Monatswert. Werktags gehen normalerweise bis zu 500 Anrufe ein.

„Die Mitarbeiter, die heute und am Dienstag im Warnstreik Dienst gemacht haben, haben einen super Job gemacht, ob nun auf den Bussen, in der Leitstelle, am Kundentelefon oder einem anderen Ort im Räderwerk ÖPNV. Dafür gebührt Ihnen Anerkennung. Wir bedanken uns auch explizit bei den privaten Verkehrsunternehmen und ihren Mitarbeitern, die es möglich gemacht haben, die 20 Linien des Streiknetzes zu bedienen“, bedankt sich Karl-Heinz-Pöverlein, VAG-Vorstand Personal und Soziales.

Anerkennung gebührt aus seiner Sicht aber auch allen Beschäftigten im öffentlichen Personennahverkehr, die ja normalerweise und ganz selbstverständlich 365 Tage im Jahr ihren Dienst machen – unabhängig vom Warnstreik. Diese werden morgen früh, mit Beginn der Frühschicht wieder ihren Dienst aufnehmen. Wir gehen davon aus, dass dies ähnlich gut wie am Mittwoch laufen wird. Lediglich auf den Straßenbahnlinien 4 und 6 wird es zu Einschränkungen kommen, dies aber nicht streikbedingt, sondern wegen des Oberleitungsschadens im Steinbühler Tunnel, der gestern von einem Lkw-Fahrer verursacht wurde und so groß ist, dass die Reparaturarbeiten mehrere Tage erfordern.

Weitere Verhandlungen

Die Arbeitgeber im Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern (KAV) werden sich am Montag zusammensetzen, die Situation besprechen und die weitere Vorgehensweise festlegen. Dies haben die Vertreter des Kommunalen Arbeitgeberverbandes heute in Augsburg gegenüber den dort streikenden Beschäftigten der Augsburger Verkehrsbetriebe bekräftigt. „Wir haben aber auch deutlich gemacht, dass wir mit unserem Angebot, das auf dem sehr guten Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst im Postdam beruht, an die Schmerzgrenze gegangen sind“, stellt VAG-Vorstand Karl-Heinz Pöverlein fest. „Wir müssen bei dem Angebot an die Arbeitnehmer die wirtschaftliche Situation der Verkehrsbetriebe im Auge behalten, die Haushalte unserer kommunalen Auftraggeber und nicht zuletzt berücksichtigen, dass auch unseren Kunden nicht beliebig hohe Fahrpreis zugemutet werden können. Auch hier gibt es eine Grenze dessen, was noch vermittelbar ist. Wir haben keinen Spielraum und Beschäftigte wie Gewerkschaftsvertreter kennen die nicht rosige Lage im öffentlichen Personennahverkehr, die in Bayern wie bundesweit ähnlich ist.“
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