Verbraucherstimmung etwas gedämpft

Viele Deutsche befürchten, dass die zuletzt wieder deutlich gestiegenen Benzinpreise die Inflation anheizen könnten. Foto: ddp

GfK-Konsumklimastudie für den August

NÜRNBERG – Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich im August abgeschwächt. Während die Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung nur moderate Verluste verzeichnen, werden die Konjunkturaussichten deutlich pessimistischer eingeschätzt. Die ebenfalls rückläufige Sparneigung sorgt dafür, dass der Gesamtindikator stabil bleibt. 

Die Furcht der deutschen Konsumenten vor einer spürbaren Abschwächung der Konjunktur ist auch im August weiter gestiegen. Dies zeigt der dritte deutliche Rückgang der Konjunkturaussichten in Folge. Diese Entwicklung lässt auch die Einkommenserwartung sowie die Konsumneigung nicht unbeeindruckt: Beide Stimmungsgrößen müssen moderate Einbußen hinnehmen, weisen aber nach wie vor ein hohes Niveau auf.

Die Rezession in einigen Ländern der Eurozone lässt die deutschen Konsumenten zunehmend befürchten, dass sich auch die Bundesrepublik anstecken könnte. Zwar zeigt sich die deutsche Wirtschaft bislang noch widerstandsfähig, doch hat sich das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal etwas verlangsamt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zur Vorperiode noch um 0,3 Prozent, nachdem im ersten Vierteljahr noch ein Zuwachs von 0,5 Prozent zu verzeichnen war. Die wirtschaftliche Schwäche in einer Reihe europäischer Länder hat dazu geführt, dass die deutschen Exporte nach Europa spürbar zurückgegangen sind. Vor allem die negative Entwicklung in Spanien, Italien und Griechenland hat die Ausfuhren in diese Länder einbrechen lassen. Dies spiegelt auch der Ifo-Geschäftsklimaindex wider, der im August den vierten Monat in Folge sank.

Angst vor Inflation wächst
Die deutlich rückläufigen Konjunkturaussichten sind sicherlich ein Grund dafür, dass auch die Einkommenserwartungen der Konsumenten im August Einbußen hinnehmen müssen – das Minus in Höhe von 4,7 Punkten ist bereits der zweite Rückgang in Folge, kann aber als moderat bezeichnet werden. Das gute Niveau des Indikators signalisiert zwar, dass die Einkommensaussichten noch den gesamtwirtschaftlichen Risiken der Eurokrise widerstehen, dennoch deuten sich erste Rückschläge an. Die im Vergleich zu den Vorjahren guten Tarifabschlüsse in Verbindung mit einer sehr stabilen Arbeitsmarktlage sind weiter eine wesentliche Stütze der Einkommenserwartung. Allerdings dürften die zuletzt wieder deutlich gestiegenen Benzinpreise die Inflation anheizen. Hinzu kommt, dass aufgrund der gegenwärtigen Finanz- und Eurokrise noch immer beträchtliche Vorbehalte bestehen, Geld bei Banken anzulegen. Die Furcht vor einem Stabilitätsverlust der Währung ist groß. Zudem sind die gegenwärtigen Zinsen für Geldanlagen so gering, dass sie nicht einmal die Inflation kompensieren. Dies belegt auch die deutlich zurückgehende Sparneigung der Konsumenten.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der private Konsum im ersten Halbjahr 2012 um etwa 1,2 Prozent. Damit liegt die aktuelle Entwicklung im Rahmen der GfK-Jahresprognose, wonach der private Konsum in diesem Jahr real um etwa 1 Prozent steigen wird.
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