„Verschwunden“ im ehemaligen Kaufhof

NÜRNBERG (pm/nf) - Einmal mehr wird die Schaufensterfassade des ehemaligen Kaufhofs am Aufseßplatz zur Fotogalerie: Von 10. Juli bis 19. August 2014 sind Martin Rehms Aufnahmen aus seiner Serie „Verschwunden“ zu sehen. Die Fotografien des ehemaligen Design-Studenten der Georg-Simon-Ohm-Hochschule setzen sich mit regionaler Industriekultur auseinander. Im Mittelpunkt stehen Beschäftigte insolventer Unternehmen, die wieder an den Ort zurückkehren, an dem sie Tag für Tag ihrer Arbeit nachgegangen sind und ihren Lebensalltag verbracht haben.

„Für mich gibt es kaum einen passenderen Ort als den alten ‚Schocken‘, um die Fotos des Künstlers auszustellen. Auch wenn der ehemalige Kaufhof, der nun seit ziemlich genau zwei Jahren leer steht, kein industrieller Standort wie die anderen Schauplätze war, so war er doch für viele Menschen in der Südstadt ein Arbeits- und Lebensmittelpunkt, der nun verschwunden ist. Auch mit seiner Schließung sind viele Einzelschicksale verbunden, wodurch sich eine Verbindung zur Arbeit von Herrn Rehm herstellen lässt“, sagt Baureferent Daniel F. Ulrich.
Das Besondere an Rehms Bildern ist, dass er die Protagonisten so bemalen ließ, dass sie mit ihrer Umgebung verschmelzen und in seinen Fotos verschwinden – genauso wie die Unternehmen und die Leben dahinter verschwunden sind. „Im Vorübergehen wird man die Menschen nicht erkennen. Daher empfiehlt es sich, sich etwas Zeit zu nehmen, kurz inne zu halten und auf die Suche zu gehen“, so Baureferent Ulrich weiter. Neben diesem eher ernsten Thema zeigt der Nürnberger Fotograf auch eine Auswahl an fröhlichen Portraits seines Streetfotografie-Projekts „Menschen in Franken“.
Die Fotoschau ist Teil des Projekts „Ein neues Herz für den Nürnberger Süden“. Dieses überbrückt die Zeit seit Schließung des ehemaligen Kaufhofs und begleitet den Entwicklungsprozess bis zur Entstehung des neuen Stadtteileinkaufszentrums.
Weitere Informationen im Internet
www.suedstadtherz.de
www.martinrehm.com
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