Vorbildlich: Literaturhaus Nürnberg für Barrierefreiheit ausgezeichnet

Stv. Literaturhaus-Vorsitzende Elisabeth Zeitler-Boos freut sich zusammen mit Pianist Thomas Fink. Foto: © P. Maskow

NÜRNBERG – (mask) Es ist eine edle Melange aus Wiener Caféhaus und französischem Bistro. Eine offene Begegnungsstätte mit Wandspiegeln und Lederbänken für alle Kultur- und Literaturinteressierten in Nürnberg: das Literaturhaus in der Luitpoldstraße. 200 Lesungen (u.a. mit Erika Pluhar, Martin Walser, Fitzgerald Kusz) haben dort in den vergangenen 13 Jahren rund 50.000 Besucher verzaubert. Jetzt wurde das Literaturhaus für seine vorbildliche Behindertenfreundlichkeit und Barrierefreiheit ausgezeichnet.

In Vertretung von Staatsministerin Emilia Müller überreichte Michael Höhenberger, Amtschef und Ministerialdirektor im bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, das Signet "Bayern barrierefrei. Wir sind dabei" an Dr. Manfred Boos, den 1. Vorsitzenden des Literaturhauses.

,,Die Teilhabe von behinderten Menschen in unserer Gesellschaft ist noch lange nicht so, wie sie sein könnte", sagte Höhenberger. Und lobte im Gegenzug das Literaturhaus: ,,Dieses Signet ist eine Anerkennung für einen beachtlichen Beitrag zur Barrierefreiheit. Das Literaturhaus ist eine herausragende Einrichtung mit Strahlkraft!" Hintergrund: Speisekarten in Blindenschrift, Aufzug, Wickelraum, sogar an pürierte Speisen für Mitmenschen mit spastischen Erkrankungen haben die Verantwortlichen des Literaturhauses gedacht.

430 Millionen Euro hat der Freistaat bis 2018 im Haushalt bereit gestellt, um Menschen mit Handicap das Leben zu erleichtern. ,,22 Millionen Euro fließen z.B. in Kindergärten. 800 Linienbusse werden umgerüstet. Rund 1000 Maßnahmen sind abgeschlossen", berichtete Höhenberger. Untermalt von Thomas Fink am Piano servierten Restaurantleiter Jörg Schuster und Küchenchef Bernhard Rings vom Café-Restaurant Literaturhaus kleine Köstlichkeiten.

Bei uns kommt jeder herein

,,Barrierefreiheit bedeutet in diesem Haus auch eine geistige Haltung", erklärte Literaturhaus-Vorsitzender Boos. ,,Bei uns kommt jeder herein, ob mit Kinderwagen oder Rollator." Denn: ,,Literatur dient nicht nur der Unterhaltung – sie eröffnet auch neue Horizonte."
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