Vorreiterprojekt für das Heizkraftwerk Sandreuth

Die Turbine in Nürnberg-Sandreuth während des Umbaus. (Foto: Siemens)
Siemens und N-ERGIE optimieren Anlage

NÜRNBERG (pm/nf) - Der Energieversorger N-ERGIE hat die Siemens AG mit der Revision einer Dampfturbine im Gas- und Dampfturbinen(GuD)-Kraftwerk Sandreuth im gleichnamigen Stadtteil im Südwesten Nürnbergs beauftragt.
Im Zuge der Wartungsarbeiten, die bereits begonnen haben, wird zudem eine mit elektrischen Heizwiderständen durchzogene Ummantelung am Turbinengehäuse installiert. Durch diese innovative Vorrichtung wird auf relativ einfache Weise die Flexibilität und die Wirtschaftlichkeit der Anlage spürbar gesteigert. In Sandreuth kommt diese Maßnahme weltweit zum ersten Mal bei einer bereits bestehenden Anlage im Rahmen einer Nachrüstung zum Einsatz.


Die zunehmende Einspeisung von schwankenden Mengen an Strom aus erneuerbaren Energien stellt vor allem in Deutschland Betreiber konventioneller Kraftwerke bei der Kalkulation der Betriebsstunden vor immer größere Herausforderungen und setzt sie unter Kostendruck. Vor diesem Hintergrund gewinnen kürzere Anfahrzeiten von Kraftwerken immer mehr an Bedeutung für einen wirtschaftlichen Betrieb.

Gemeinsam haben die N-ERGIE und Siemens ein neuartiges Verfahren entwickelt, das die Anfahrzeiten von Dampfturbinen wesentlich verkürzt. Dabei wird verhindert, dass eine Dampfturbine beim Abschalten vollständig abkühlt. Das Turbinengehäuse wird hierzu nahezu vollständig mit einer beheizbaren Wärmeisolierung ummantelt. In der Isolierung befinden sich Matten, die großflächig verkabelt und mit elektrischen Heizwiderständen versehen sind. Nach Abschalten der Turbine kann diese mit Hilfe der Isolier- und Heizvorrichtung auf einer konstanten Temperatur gehalten werden. So ist die Turbine im Bedarfsfall innerhalb von rund 45 Minuten wieder betriebsbereit. Eine vollständig ausgekühlte Turbine benötigt dagegen mehrere Stunden, um wieder hochzufahren.
„Mit unserer Lösung zur Isolierung der Dampfturbine werden wir Flexibilität gewinnen, schneller auf Schwankungen im Netz reagieren und den Betrieb der Anlage kostengünstiger gestalten können“, sagt Norman Villnow, Geschäftsführer der N-ERGIE Kraftwerke GmbH, einem Tochterunternehmen der N-ERGIE Aktiengesellschaft. Erhard F. Eder, Leiter für Dampfturbinenservice bei der Siemens AG, sagt: „Wir freuen uns, dass unsere neue Entwicklung ihre Praxistauglichkeit nun auch bei Bestandsanlagen unter Beweis stellen kann. Da es sich um eine relativ einfach umzusetzende, aber effektive Lösung handelt, bietet sie gerade dezentralen Energieversorgern wie etwa Stadtwerken eine kostengünstige Möglichkeit, ihre Flexibilität bei der Erzeugung von Strom und Wärme weiter zu erhöhen.“
Die Servicearbeiten sowie die Aufrüstung der Dampfturbine werden regional durch
Teams des Siemens-Standorts Frankenstraße in Nürnberg durchgeführt. In dem modernen Heizkraftwerk werden Strom für die Netzregion der N-ERGIE sowie Fernwärme für rund ein Viertel der Nürnberger Haushalte erzeugt.
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