Weiter großer Geburtenzuwachs auch im Jahr 2016

Von Januar bis Dezember wurden im Nürnberger Einwohnermelderegister 5.539 Geburten registriert und damit 403 Kinder mehr als im Jahr zuvor. Sowohl die deutschen Mütter (+126) wie auch die ausländischen Mütter (+277) haben mehr Kinder bekommen. (Foto: ©pololia/Fotolia.com)
  NÜRNBERG (pm/nf) - Im Jahr 2016 sind mit 5 539 Neugeborenen so viele Nürnberger Kinder auf die Welt gekommen wie seit 1969 nicht mehr.

Seit vielen Jahren wächst in Nürnberg die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner. In der Vergangenheit war dies vor allem den Wanderungsgewinnen, also dem positiven Saldo aus Zu- und Fortzügen zu verdanken. Nun steht die Stadt kurz davor, womöglich demnächst auch wieder ein „natürliches Wachstum“ (also mehr Geburten als Sterbefälle) zu verzeichnen – dank eines neuen Geburtenhochs im Jahr 2016. „Auch wenn es uns natürlich in der Infrastruktur mehr Geld kosten wird, ist das eine schöne Entwicklung, über die man sich nur freuen kann. Das zeigt auch, dass viele Eltern zuversichtlich nach vorne schauen“, kommentiert Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly die Zahlen.

Von Januar bis Dezember wurden im Nürnberger Einwohnermelderegister 5.539 Geburten registriert und damit 403 Kinder mehr als im Jahr zuvor. Sowohl die deutschen Mütter (+126) wie auch die ausländischen Mütter (+277) haben mehr Kinder bekommen. Für diese positive Entwicklung nennt das Amt für Stadtforschung und Statistik im Wesentlichen drei Gründe:

1. Viele Mütter sind Kinder der „Babyboomer“
Zum einen ist der Anstieg der Geburtenzahlen kein ausschließlich Nürnberger Phänomen, sondern ein überregionaler Trend, der sich auf die große Anzahl an Frauen im typischen Mütteralter zwischen 25 bis unter 35 Jahren zurückführen lässt. Bei den entsprechenden Frauenkohorten der 1980er und frühen 1990er Jahre handelt es sich um die Kinder der „Babyboomer“. Eine Ursache für hohe Geburtenzahlen ist damit bereits in der Altersstruktur der weiblichen deutschen Bevölkerung angelegt. In Nürnberg wurden im Jahr 2016 61,1 Prozent der Neugeborenen von Frauen in dieser Altersgruppe zur Welt gebracht. Das mittlere Alter der Frauen bei der Geburt ihrer Kinder lag bei 30,7 Jahren.

2. Höhere Fertilität
Zum anderen ist die sogenannte Fertilität, das heißt die durchschnittliche Zahl der Kinder je Frau, bundesweit und insbesondere auch in vielen Städten angestiegen. Im Mittel der Jahre 2008 bis 2010 lag dieser Wert in Nürnberg bei 1,27, im Jahresdurchschnitt 2011 bis 2013 bei 1,30 und im aktuellen Durchschnitt von 2014 bis 2016 bereits bei 1,40 Kindern je Frau.

3. Mehr Frauen durch Zuwanderung
Neben der Anzahl der Frauen im entsprechenden Alter und deren Geburtenhäufigkeit spielt aber auch das Wanderungsverhalten eine wichtige Rolle in der Betrachtung der Geburtenentwicklung. Zwar ist die Abwanderung von Familien ins Nürnberger Umland im vergangenen Jahr weiter angestiegen, aber gegenüber dem übrigen Bayern, den anderen Bundesländern und insbesondere dem Ausland gewinnt die Stadt per Saldo Einwohner hinzu, vor allem viele junge Menschen. 3.509 Kinder wurden im Jahr 2016 von deutschen Müttern geboren, 2.030 von ausländischen Müttern. Unter diesen sind auch 331 Kinder von Einwohnerinnen, deren Nationalität den derzeitigen Krisenregionen (Afghanistan, Armenien, Äthiopien, Aserbaidschan, Eritrea, Irak, Iran, Pakistan, Syrien) zugeordnet werden kann. Inwieweit es sich hierbei tatsächlich um Flüchtlingskinder handelt, ist aus den Meldedaten jedoch nicht ersichtlich. Von den übrigen ausländischen Müttern, die 2016 ein Kind zur Welt gebracht haben, haben die meisten die rumänische, türkische oder griechische Staatsangehörigkeit. Insgesamt 1.016 neugeborene Kinder haben nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, weil sie nicht-deutsche Eltern haben und diese noch nicht lange genug in Deutschland leben.
Zwar weisen die Nürnbergerinnen eine geringere Fruchtbarkeitsziffer auf als der bundesdeutsche Durchschnitt (1,5 Kinder je Frau), der neue Rekord macht sich dennoch bemerkbar: Aufgrund des außergewöhnlich starken Geburtenanstiegs ist das Geburtendefizit (also der Unterschied zwischen der Zahl der Geburten und der Zahl der Sterbefälle) im Jahr 2016 deutlich niedriger gewesen als in den Jahren zuvor.

2016 gab es nur 173 Sterbefälle mehr als Geburten, 2015 waren es noch 740. Ein geringeres Geburtendefizit hatte es zuletzt im Jahr 1968 gegeben. Stärkster Melde-Monat war übrigens der August 2016 mit 529 Geburten, ebenfalls ein neuer Rekord.
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