Wespen - die unliebsamen Begleiter durch den Sommer

Gerade beim Obstverzehr im Freien ist Vorsicht geboten. (Foto: famveldman - Fotolia)

NÜRNBERG - Sommer, Sonne, Wespen - kaum hat man es sich im Garten oder auf dem Balkon gemütlich gemacht, surrt und summt es schon. Die gelbschwarzen Insekten schwirren überall umher, los wird man sie kaum, die Lust auf leckeres Eis oder den Sonntagskuchen ist schnell verflogen.

Die so fröhliche Gartenparty wird schlagartig zu einem Albtraum als zu riesigen Monstern mutierte Wespen auftauchen und nicht nur übers Büffet herfallen. Ganz so gruselig wie in dem Streifen „Stung“, der im Rahmen des diesjährigen Fantasy Filmfestes läuft, gestaltet sich der Aufenthalt im Freien zwar nicht. Doch so mancher hat in diesem Sommer schon vor den Wespen kapituliert. Zu groß ist die - meist unbegründete - Angst vor einem Wespenstich.

Ein kurzer Winter, das eher milde Frühjahr, und wenig Regen - Faktoren, die die Wespenpopulation in diesem Jahr enorm wachsen ließ. Experten sprechen schon von einem Wespenjahr. Richtig lästig werden die surrenden Insekten vor allem im August, wenn der Nachwuchs groß ist. Für die Arbeiterinnen gibt es nicht mehr viel zu tun, so ziehen sie los, um für sich selbst zuckerhaltige Nahrung zu suchen. Was liegt da näher als das schöne Kuchenbüffet oder der Obstteller im Garten beziehungsweise die süße Limonade im Biergarten oder auf der Terrasse?

Doch wie kann man die Plagegeister fernhalten? Das oberste Gebot heit - auch wenn es oft sehr schwerfällt: Ruhe bewahren. Wildes Fuchteln und Herumschlagen sollte man tunlichst vermeiden. Auch das Wegpusten ist kontraproduktiv, das Kohlendioxid in der Atemluft macht die Wespen nur noch aggressiver. Dann schon eher langsam-behutsame Wischbewegungen, die dem kleinen Tier suggerieren sollen, dass es gegen ein Hindernis fliegt.

Speisen und Getränke sollten im Freien abgedeckt sein, besser noch in der Kühlbox aufbewahrt werden. Süße Getränke lieber nur durch einen dünnen Strohhalm trinken, damit man das Insekt nicht aus Versehen mit einsaugt. Vorsicht ist auch beim Barfußlaufen angesagt sowie beim Obst- und Blumenpflücken. Wichtig: Bevor man mit Genuss Kuchen, Eis oder Obst verspeist, aufpassen, dass die Wespe nicht drauf sitzt. Gerade bei Kleinkindern ist die Gefahr groß.

Nach dem Wespenstich tut Kühlung gut

NÜRNBERG - Mit etwas Geduld oder auch durch Zuhilfenahme anderer Mittel wie etwa Duftkerzen verschwinden die Wespen auch wieder. Doch was, wenn man gestochen wurde?

Auch hier gilt erstmal: keine Panik. In der Regel ist ein Wespenstich harmlos, wenn auch schmerzhaft. Doch bei Stichen im Bereich der Atemwege und der Mundhöhle kann es kritisch werden. Für Wespen- und Bienengiftallergiker (etwa drei Prozent der Bevölkerung) jedoch birgt ein Stich durchaus größere Gefahren.

Nach einem Stich juckt die betroffene Stelle und schwillt an. Befindet sich der Stachel (Wespen verlieren diesen im Normalfall nicht) noch in der Haut, sollte man ihn gleich entfernen (seitlich mit dem Fingernagel wegkratzen).
Anschließend sollte man die stachelfreie Wunde mit einem feuchten Tuch oder einer Gel-Kühl-Kompresse kühlen, um den Schmerz zu lindern. Gegen den Juckreiz und die Schwellung helfen Gels, die Antihistaminika enthalten. Einige dieser Mittel sind rezeptfrei in Apotheken zu erhalten und gehören während der Sommermonate in jede Hausapotheke. Bei einem Stich in Mund oder Zunge hilft es, wenn man einen Eiswürfel lutscht. Schwellen die Atemwege zu schnell und zu stark an, sollte man einen Arzt aufsuchen.
Allergiker sollten dies auf alle Fälle tun, aber auch immer ihr Notfallset bei sich tragen.
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