Zwei Polizeieinsätze vor Gemeinschaftsunterkunft in Langwasser

NÜRNBERG (nf/ots) - Am gestrigen Abend (5. April 2016) kam es vor einer Gemeinschaftsunterkunft in Langwasser zweimal zu Polizeieinsätzen. Zunächst wurde eine Protestaktion von Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft festgestellt, später nahm die Polizei zwei Bewohner der Einrichtung in Gewahrsam.

Gegen 20.30 Uhr teilte der Sicherheitsdienst der Unterkunft in der Breslauer Straße mit, dass Bewohner ihren Protest gegen die Rahmenbedingungen der Unterbringung vor dem Gebäude zum Ausdruck brachten. Polizeibeamte stellten bei ihrem Eintreffen etwa 10 Personen fest, die sich sitzend auf dem Gehweg vor der Gemeinschaftsunterkunft niedergelassen hatten. Im Rahmen dieser Protestaktion kam es zunächst nicht zu Sicherheitsstörungen.

Etwa eine Stunde später meldete der Sicherheitsdienst unabhängig von dem Protest einen randalierenden Unterkunftsbewohner. Nachdem sich der alkoholisierte 23-jährige Bewohner fortwährend aggressiv verhielt, nahmen Polizeibeamte den Mann in Gewahrsam. Da er sich widersetzte, legten ihm die Beamten Handfesseln an. Trotz seiner Fesselung schlug der renitente Festgenommene seinen Kopf gegen die Seitenscheibe eines Streifenwagens, die dadurch zu Bruch ging. Der 23-Jährige zog sich dabei eine Kopfplatzwunde zu und musste anschließend in einem Krankenhaus medizinisch versorgt werden.

Zeitgleich mit dem 23-jährigen Tatverdächtigen musste auch dessen 19-jähriger Bruder in Gewahrsam genommen werden, da er versuchte, die eingesetzten Beamten anzugehen. Zudem zog die Festnahme der beiden Männer die Aufmerksamkeit der Protestierenden auf sich, so dass unter diesen kurzzeitig eine aufgebrachte Stimmung entstand. Eine Eskalation der Situation konnte jedoch durch die deutliche Polizeipräsenz verhindert werden.

Beide Personen wurden zwischenzeitlich wieder aus dem Gewahrsam entlassen. Der entstandene Sachschaden am Streifenfahrzeug wird auf etwa 1000 Euro geschätzt. Gegen 23-jährigen Unterkunftsbewohner wird nun ein Ermittlungsverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung eingeleitet.
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