Zwischen Karl May und hoher Literatur

28. Erlanger Poetenfest vom 28. bis 31. August

Am letzten Augustwochenende blickt der deutsche Literaturbetrieb wieder nach Franken: Zum 28. Erlanger Poetenfest, vom 28. bis 31. August, werden rund 80 Schriftsteller, Literaturkritiker und Publizisten zu Lesungen und Gesprächen erwartet.


Das Nebenpodium im Schlossgarten hat im letzten Jahr viele interessierte Lesefans angelockt. Foto: Erich Malter


Marlene Streeruwitz, Josef Winkler, Volker Schlöndorff und Murathan Mungan sind in diesem Jahr die großen Autorenporträts gewidmet. Nachmittags im Schlossgarten lesen unter anderem Marcel Beyer, Judith Kuckart, Ulrike Draesner, Feridun Zaimoglu, Ingo Schulze, Norbert Niemann, Ursula Krechel, Klaus Modick und der aktuelle Bachmann- Preisträger Tilman Rammstedt. Auf dem Jungen Podium finden Lesungen und Gespräche für Kinder und Jugendliche statt.

Der Eröffnungsabend des 28. Erlanger Poetenfests am 28. August ist Marlene Streeruwitz gewidmet. Die österreichische Schriftstellerin gehört zu den wichtigsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Ihr aktueller Roman "Kreuzungen." beschäftigt sich mit männlichen Statussymbolen wie Macht und Geld. Josef Winkler, der am 1. November mit dem Georg-Büchner-Preis 2008 ausgezeichnet wird, kommt am 29. August zu einem Autorenporträt nach Erlangen.

Die Jury hat die "obsessive Dringlichkeit", mit der der Bauernsohn aus Kärnten seine katholische Dorfkindheit verarbeitet, als "einzigartig" bezeichnet. Der Filmemacher Volker Schlöndorff stellt am 30. August im Markgrafentheater seine Autobiografie vor. Der Oscar- Preisträger ist einer der wenigen deutschen Filmregisseure von Weltrang und hat mit seinen Literaturverfilmungen international Maßstäbe gesetzt. Zum Abschluss wird ein Ausblick auf die Frankfurter Buchmesse gewagt, bei der in diesem Jahr die Türkei Gastland ist: Murathan Mungan reist aus Istanbul an, um sein jüngstes Buch "Tschador" in Erlangen zu präsentieren. Der in Deutschland noch wenig bekannte Autor gehört in der Türkei zu den populärsten und auflagenstärksten Schriftstellern überhaupt.

Weitere Programmschwerpunkte sind die Gespräche und Diskussionen zu literarischen, gesellschaftlichen und politischen Themen, die fünfte Erlanger Übersetzerwerkstatt, eine Gesprächsreihe zu aktuellen Sachbuch-Neuerscheinungen, eine Ausstellung des Altmeisters der Konkreten Poesie, Franz Mon, Buchkunst aus ganz Deutschland und die "lange Nacht" mit szenischen Lesungen, Performances, Film und Musik.

Schon fast traditionell öffnet sich das Erlanger Poetenfest am Freitagabend den populäreren Genres der Literatur, diesmal in Form einer Karl May-Nacht, 29. August. Von Samstag, 30. August auf Sonntag, 31. August findet die "lange Nacht" statt: mit einer multimedialen Lesung mit Thomas von Steinaecker aus seinem neuen Roman "Geister". Mit der "Blumenbar Clubnacht" startet das Erlanger Poetenfest eine neue Reihe, in der sich ein anderer junger Verlag im Rahmen der "langen Nacht" präsentieren soll.

> www.poetenfest-erlangen.de
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