Der Neue von VW: Polo oder eher Mini-Golf?

Auch in Sachen Sicherheit profitiert der Polo vom konzerninternen Technik-Transfer: Neben den sechs serienmäßigen Airbags lässt sich der Wagen ebenso mit allen gängigen Assistenzsystemen bestücken – von der City-Notbremse inklusive Fußgängererkennung über Abstands-Tempomat, Müdigkeits- und Toter-Winkel-Warner bis hin zum Ein- und Auspark-Assistenten. Foto: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen

(ampnet/mue) - In 42 Jahren gut einen halben Meter länger? Nach menschlichen Maßstäben kaum erwähnenswert, für ein Auto sind diese 50,5 Zentimeter jedoch ein gewaltiges Wachstum. Vor allem, wenn man mal als Kleinster der VW-Familie gestartet war. Die sechste Generation des VW Polo, der am 29. September ins Autohaus rollt, hat die Rolle des Kleinwagens abgelegt – und fährt sich inzwischen auch wie ein Großer.

Schon der Einstieg ist ein Augen-Öffner: sauber definierte Kanten und Flächen, schicke Materialien und eine auf den ersten Blick tadellose Verarbeitung. Dazu kommt eine ungekannte Geräumigkeit. Wie schon der Seat Ibiza nutzt auch der Polo den neuen modularen Querbaukasten (MQB) des Konzerns. Und mit der Länge wuchsen auch der Radstand um mehr als neun sowie die Breite um knapp sieben Zentimeter. Das schafft viel Bein- und Bewegungsfreiheit, vorne wie hinten. Davon profitiert ebenso der Kofferraum, der um stolze 71 auf üppige 351 Liter aufgepumpt wurde – größer als im Golf VI (350 Liter) von 2008 und kaum weniger als bei der aktuellen Version (380 Liter).

Überhaupt blitzt der große Bruder immer wieder durch: Mit dem breit und schmal gezeichneten Grill, der weit nach vorn gezogenen Haube sowie dem dynamisch geschnittenen Schrägheck erscheint der Polo fast wie ein Mini-Golf. Eigenständig allein ist die Seitenansicht mit doppelter Blechfalz und betonter Schulterlinie, die den nur noch als Fünftürer angebotenen Wagen nach hinten streckt. Dazu lässt sich der Polo außen wie innen individuell gestalten – 14 Außenfarben, elf Sitzbezüge, acht Dekors fürs Armaturenbrett und zwölf unterschiedliche Felgen sowie mehreren Ausstattungspakete stehen zur Wahl. Die Technologie übernimmt der Polo dagegen weitgehend vom Golf; allen voran das digitale Cockpit mit dem so genannten Active Info Display.

Sechs Benziner und eine Diesel-Version geplant

Breit gefächert ist das Motorenangebot: Sechs Benziner, zwei Diesel und eine Erdgas-Version soll es geben. Zum Händlerstart am 29. September gibt es allerdings erst einmal nur drei 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner, wobei die beiden Einstiegsversionen mit 65 PS und 75 PS ohne Turboaufladung auskommen müssen. Der dynamischen Erscheinung des neuen Polo gerecht wird deshalb am ehesten noch das TSI-Triebwerk mit 95 PS. Die bis Jahresende folgenden Motorversionen sind eine stärkere Variante des Dreizylinder-Turbos mit 115 PS sowie dem Topmodell GTI mit 200 PS. Erst für das kommende Frühjahr ist dagegen der aus dem Golf bekannte 1,5-Liter-Vierzylinder-TSI mit 150 PS und Zylinderabschaltung angekündigt. Noch in diesem Jahr soll es aber auch einen 1,6-Liter-TDI-Diesel, wahlweise mit 80 PS oder 95 PS, geben.


VW Polo 1.0 TSI BMT – Daten kompakt

Länge x Breite x Höhe (m): 4,05 x 1,75 x 1,46
Radstand (m): 2,55
Motor: 3-Zyl.-Turbobenziner, 999 ccm
Leistung: 70 kW / 95 PS bei 5.000–5.500 U/min
Max. Drehmoment: 175 Nm bei 2.000–3.500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 187 km/h
Null auf 100 km/h: 10,8 Sek.
Antriebsart: Vorderrad
Verbrauch (Durchschnitt nach EU-Norm): 4,4 Liter, mit Start-StoppEffizienzklasse: B
CO2-Emissionen: 101 g/km (Euro 6)
Leergewicht / Zuladung: min. 1.145 kg/max. 423–521 kg
Kofferraumvolumen: 351–1.125 Liter
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