Gehirndoping nimmt zu

Gaben den Startschuss zur Informationskampagne „Arzneimittel sicher einnehmen“: (v.li.) Christine Brummer, Pressesprecherin der AOK in Mittelfranken; Dr. Hans-Peter Hubmann,1. Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbands (BAV), Stefanie Hessemer Doktorandin am Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Dr. Sonja Wunder, AOK-Beratungsapothekerin. (Foto: AOK)

AOK-Initiative „Arzneimittel sicher einnehmen“ klärt auf

Die AOK in Mittelfranken startet gemeinsam mit 270 mittelfränkischen Apotheken zum siebten Mal in Folge die Informationskampagne „Arzneimittel sicher einnehmen“. Der Schwerpunkt liegt dieses Jahr auf dem Thema Gehirndoping. Im Aktionszeitraum vom 1. Mai bis 30. Juni können AOK-Versicherte in teilnehmenden Apotheken ihre eingenommenen Arzneimittel überprüfen und sich über die Risiken des Gehirndopings beraten lassen. Denn: Immer mehr gesunde Menschen greifen zu leistungssteigernden oder stimmungsaufhellenden Medikamenten. Die Zahl der sogenannten „Hirndoper“ stieg in den letzten sechs Jahren von 4,7 Prozent auf 6,7 Prozent mit hoher Dunkelziffer.

Wunderpillen gibt es nicht

Vorankommen, weitermachen, besser werden – auch dann noch, wenn Körper und Geist ermüden. Die Ansprüche in Schule, Studium und Berufsleben steigen immer weiter an und somit auch die Versuchung, die eigene Leistung mit Hilfe von Pillen zu steigern. „Viele Menschen denken, dass sie mit einer einzigen Pille konzentrierter, aufmerksamer oder besser gelaunt sind“, erklärt Dr. Sonja Wunder, AOK-Beratungsapothekerin. Ein Trugschluss, denn die Medikamente zeigen oft nur kurzfristige und minimale Effekte. „Beliebt sind verschreibungspflichtige Medikamente wie Stimulanzien, Antidementiva oder Antidepressiva, die jedoch nur bei Erkrankten eingesetzt werden dürfen, so Dr. Sonja Wunder.

Risiken und Nebenwirkungen

Die Einnahme solcher leistungssteigernder Mittel durch Gesunde ist verboten und birgt hohe gesundheitliche Risiken. Dazu zählen körperliche Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen, bis hin zur Persönlichkeitsveränderung. Auch Nervosität und Schlafstörungen sind nicht selten. Noch dazu sind die Langzeitfolgen völlig unklar. „Die größte Gefahr besteht aber, wie beim Doping im Sport darin, dass die eigenen Leistungsgrenzen nicht mehr erkannt werden und man dem Körper keine Ruhe mehr gönnt“, weiß Dr. Sonja Wunder.

Gemeinsames Ziel von AOK und BAV

„Wir freuen uns sehr, auch in diesem Jahr wieder den Bayerischen Apothekerverband (BAV) mit im Boot zu haben. Gemeinsam leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Öffentlichkeit und zeigen, wie gefährlich es ist, seine Leistungsfähigkeit künstlich zu steigern“, so Christine Brummer, Pressesprecherin der AOK in Mittelfranken. Genauso sieht das auch Dr. Hans-Peter Hubmann, 1. Vorsitzender des BAV: „Aufgrund unseres engen Kontakts zu den Patienten sind wir in der Lage, Hilfestellungen über die klassische Pharmazie hinaus anzubieten und die Kunden vor den Folgen der leistungssteigernden Medikamente zu warnen. Gefährlich ist es zudem, die Rezeptpflicht zu umgehen und ohne ärztliche Verordnung Medikamente bei unseriösen Internetversendern zu bestellen. Sie sind das größte Einfallstor für Arzneimittelfälschungen, die im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Auswirkungen haben können.“

Stress aktiv angehen

Genügend Schlaf, Bewegung und eine ausgewogene Ernährung und Flüssigkeitszufuhr reichen völlig aus. Entspannungsmethoden wie Autogenes Training oder Yoga, so die AOK-Apothekerin, wirken Stress entgegen. Anschaulich wird dies mit den Gesundheitskursen der AOK www.aok.de/bayern/kurse und der AOK-App-Relax.
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